Arbeiten kommen zügig voran / Eindämmung der Trampelpfade / Naturkundliche Führung

Maulohe bleibt Erholungsgebiet

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Der Schwimmgreifer „Minden“ nahm die bisherige Ufersicherung aus Schüttsteinen auf.

Verden - Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Verden und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sind gerade dabei, die ökologische Qualität in und an der Maulohe zu verbessern. Um den dort lebenden Tieren mehr Schutz zu bieten, sollen die Trampelpfade, auf denen Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern und Erholungssuchende mit Kind und Kegel bisher durch das Grünland spaziert sind, in naher Zukunft verschwinden.

Um den Lebensraum für Fische, Vögel und Amphibien attraktiver zu machen, haben Mitarbeiter der von der NLWKN beauftragten Firma Josef Haschke auf der Maulohe vier Senken ausgehoben. „Die flachen mit Wasser gefüllten Becken bieten zum Beispiel Weißstörchen reichlich Nahrung“, erklärte Bernhard Stutzmann von der NLWKN. Zudem legten die Experten an vier Bereichen der Aller Flachwasserzonen und Ufermulden an.

Die WSA-Angestellten befreiten hingegen mithilfe des Schiffgreifers „Minden“ das Ufer von den vor Jahrzehnten errichteten Steinschüttungen. „Nun warten wir darauf, dass die Aller die vom Korsett befreiten Stellen gestaltet“, berichtete Stutzmann, der besonders stolz auf zwei neu entstandene, kleine Inseln ist. „Wir haben Zonen für Vögel geschaffen, damit diese ungestört brüten können.“ Normalerweise baue die Rohrammer zum Beispiel im Uferbereich ihr Nest. Dort scheuchten sie in der Vergangenheit aber immer wieder Hunde auf.

„Mit dem Projekt sind wir schneller als erwartet fertig“, sagte Stutzmann. Er rechne damit, dass die Arbeiten Ende der Woche abgeschlossen und preisgünstiger als erwartet seien. „Dann kehrt hier wieder Ruhe ein.“ Diese können Erholungssuchende demnächst auch von einem Aussichtshügel, der im Eingangsbereich der Maulohe entsteht, genießen. Wer möchte, kann dort oben bald auf Bänken Platz nehmen, die Informationstafel studieren und den Blick über das Gebiet schweifen lassen.

Wer sich über die fast abgeschlossene Maßnahme informieren will, sollte am Montag, 6. Juli, an der naturkundlichen Führung des Bispinger Biologen Jan Brockmann teilnehmen. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Wendehammer Allerstraße. Die Veranstaltung ist kostenlos, Anmeldungen sind nicht erforderlich. Der Fachmann wird Fragen zur Umgestaltung beantworten, aber auch seine Ideen bezüglich des geplanten Besucherlenkungskonzeptes vorstellen.

Bisher seien Hunde und ihre Besitzer querfeldein gelaufen. „Damit ist demnächst Schluss. Denn wir haben hier ein Vogelschutzgebiet und müssen Bereiche schaffen, in denen Feldlerche und Co. ihre Ruhe haben“, erklärte Stutzmann. Die Vielzahl der Trampelpfade werde daher definitiv eingedämmt. Er könne sich vorstellen, dass künftig ein Rundweg durch das Gebiet führe. Wie genau sich menschliche und tierische Besucher in Zukunft auf dem Grünland bewegen dürfen, wisse er allerdings noch nicht. Aber es müsse was passieren, betonte auch Thomas Arkenau vom Landkreis Verden.

Denn die Maulohe gehört zur Unteren Allerniederung, die ein Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet ist. Die EU-Kommission hat vor kurzem bemängelt, dass ihre Naturschutzrechte in vielen FFH-Arealen in ganz Deutschland nicht beachtet würden. Ab dem Jahr 2018 gibt es bei Nichteinhaltung daher erhebliche Strafen. Aus diesem Grund führt der Landkreis gerade Gespräche mit allen Betroffenen, zum Beispiel mit Landwirten, der Stadt, Jägern und Naturschutzverbänden.

„Nach der Sommerpause wollen wir die Verordnung fixieren, die wir dann nach einem öffentlichen Verfahren, den Stellungnahmen und der Auswertung im Frühjahr 2016 dem Kreistag vorlegen wollen“, erklärte Arkenau. Die Maulohe sei davon betroffen, werde aber in Zukunft nicht für Besucher gesperrt. Die Naherholung sei somit für Mensch und Vierbeiner nicht gefährdet.

as

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