Erste Sitzung eines Kreistagsgremiums in diesem Jahr: Vorhaben in Verkehrsinfrastruktur

Arbeit und Gastspiele für die Zukunft von Bus und Bahn

Männer stehen mit Plänen an einem Bahnübergang.
+
Die Beseitigung der gefährlichen Bahnkreuzung in Diensthop nimmt Formen an. Bei einem Ortstermin hatte Bürgermeister Alexander von Seggern (Mitte) Ortsvorsteher Michael Müller, Ratsmitglied Volker Schnabel, CDU-Fraktionsvorsitzender Adrian Mohr und Gastwirt Jörg Rosenbrock (v.l.) über das Vorhaben informiert.

Verden – Da war viel Zukunftsmusik zu hören in der ersten öffentlichen Sitzung eines Kreistagsgremiums in diesem Jahr. Während aber Projekte wie die Aufhebung des Bahnübergangs in Diensthop noch Jahre auf ihre Verwirklichung warten müssen, könnten Verbesserungen im ÖPNV-Angebot mit einer Bundesförderung schon in diesem Jahr erste Auswirkungen haben.

Vor allem konstruktive Begleitung für den künftigen Verkehr ohne Auto prägte die Beratung im Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss.

Schneller Beschluss für den Bahnhof in Sagehorn

Es war schon fast das Ende der Sitzung, als der Vorsitzende Tim Austermann (SPD) mit ihm typischer Ironie aufforderte: „Jetzt müssen wir noch ein bisschen arbeiten.“ Auf seine Tagesordnung hatte das Gremium noch in der Sitzung einen Zuschussantrag aus Oyten für den Bahnhaltepunkt Sagehorn gesetzt. Ohne dessen Verlegung wäre der kleine Bahnhof geschlossen worden, weil er nicht mehr barrierefrei umgestaltet werden konnte. Wegen des hohen Eigenanteils von 1,6 Millionen Euro, die für die Gemeinde bereits anfallen, war Eile geboten.

Das Vorhaben indes ist nicht neu, und im Haushalt waren die 544  600 Euro schon bereitgestellt, die der Landkreis dazu laut seinen Fördergrundsätzen beisteuern muss, „Dies ist jetzt der Sachbeschluss“, machte Landrat Bohlmann deutlich. Für die Abgeordneten war es denn auch trotz der kurzfristig anberaumten Beratung keine Frage, dass sie der Beteiligung zustimmen.

„Arbeiten“ im Sinne von Tim Austermann mussten die Abgeordneten nicht, als es um den Bahnübergang in Diensthop ging. Ein Beschluss war nicht gefragt, obwohl Tobias Fritsch, der das Projekt für die DB Netz AG vorstellte, von ganz anderen Dimensionen sprach. Fünf angedachte Lösungen, wie mit Überführungen oder Umgehungen der Verkehr die Bahnlinie sicherer kreuzen kann, stellte der Gast vor. Geschätzte Kosten zwischen 7,6 und 22 Millionen Euro würden je nach Lösungsvariante anfallen, berichtete Fritsch.

450 Zugpassierungen an einem Tag

Nötig sei die Aufhebung des bislang höhengleichen Bahnübergangs, weil sich der Verkehr auf der Bahnstrecke deutlich erhöhen werde. Schätzungen zufolge würden mit zunehmendem Güterverkehr 450 Zugpassierungen täglich erwartet. Da sei mehr Sicherheit an der Bahnkreuzung nötig.

Weil aber Bahn, Bund und Land sich die Kosten teilen, blieben die Abgeordneten Zaungäste. Der Landkreis als Behörde werde nur beteiligt, wenn es um Eingriffe in die Natur und Straßenführung geht. Im April soll sich dann ein Vorschlag herauskristallisieren, der im Mai unter anderem auch im Kreishaus erörtert wird, sodass die DB Netz im Juni in die Entwurfsplanung einsteigen kann. „2027 soll dann Baubeginn sein und 2029 soll der neue Bahnübergang in Betrieb gehen“, sagte Fritsch.

Mit Zustimmung reagierten die Ausschussmitglieder auf die Bestrebungen des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), das ÖPNV-Netz zu verbessern. Wie berichtet, will der Verband den Ausbau auf vielen Linien mit einer Bundesförderung in Millionenhöhe realisieren. An der Erarbeitung der Einzelmaßnahmen für die Projektskizze, die mit dem Förderantrag eingereicht werden soll, hatte sich die Kreisverwaltung beteiligt. So konnte denn auch Fachbereichsleiter Volker Lück nachtragen, dass auch das Thema Wasserstoff einfließen werde. Für den Energieträger strebt die Politik ohnehin konkrete Anwendungen in der Region an. Sinnvoll könnten sie bei Busverkehren sein, aber auch, wenn es um die Reaktivierung der BTE-Strecke zwischen Thedinghausen und Kirchweyhe geht.

Mit Wasserstoff nach Thedinghausen

An eine solche Anwendung hatten die Grünen gedacht, als sie sich der CDU-Initiative für einen Ausbau der Bremer Straßenbahn bis nach Thedinghausen anschlossen. „Wir wollen die Strecke schon seit 20 Jahren erhalten“, erklärte Frank-Peter Seemann den Antrag seiner Fraktion, den er zur Sitzung mitgebracht hatte.

Mit dem ZVBN-Vorhaben verbindet die Verwaltung auch Hoffnungen auf die Verwirklichung weiterer lang gehegter Ziele. So kündigte Ralf Felden einen neuen Versuch für das Jugendticket an. Bisherige Ansätze, das Angebot für Auszubildende und Oberstufenschüler zu schaffen, waren gescheitert. „Wir haben hier die Chance, diese Projekte auszuprobieren, nur dass wir das nicht allein zahlen müssen“, kommentierte Bohlmann. Vor einem Automatismus, mit dem der Landkreis die neuen Angebote nach Ende der Förderung auf seine Kosten fortsetzt, warnte er allerdings.  kle

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Meistgelesene Artikel

„Schrecklicher Brief“ des Landrats stößt in Achim auf Widerspruch

„Schrecklicher Brief“ des Landrats stößt in Achim auf Widerspruch

„Schrecklicher Brief“ des Landrats stößt in Achim auf Widerspruch
„Messen Behörden in Achim mit zweierlei Maß?“

„Messen Behörden in Achim mit zweierlei Maß?“

„Messen Behörden in Achim mit zweierlei Maß?“
Urzeitwesen bricht durch die Fassade

Urzeitwesen bricht durch die Fassade

Urzeitwesen bricht durch die Fassade
Verdener Befestigungsanlage: Eine Burg ohne Burgfräulein

Verdener Befestigungsanlage: Eine Burg ohne Burgfräulein

Verdener Befestigungsanlage: Eine Burg ohne Burgfräulein

Kommentare