Die Verdener Likedeeler Schule freut sich über Tablet-Spende für ihre Schüler

Apps helfen beim Erwachsenwerden

Wenn die Finger von Silas Heitmann über den Touchscreen seines Tablets huschen, dann weiß er was er tut. Der Schüler sortiert seine gespeicherten Fotos, wählt aus, was er verwenden will und bereitet es dafür vor.

Die große Unterstützung, die die Tablets für die Likedeeler Schule bedeuten, konnte Silas Heitmann (sitzend) überzeugend demonstrieren. Katrin Badenhop (l.) hatte Sonja Scheibe, Johanne Mende und Hendrik Friedrichsen (v.l.) einen ganzen Stapel mitgebracht.

„Wir machen viel mit den Geräten“, erklärte Silas Lehrer, Hendrik Friedrichsen. Mit der Anton-App etwa, die Lernen mit Spaß in allen möglichen Fächern verspricht, aber auch bei Therapien bietet das Endgerät wertvolle Anwendungsmöglichkeiten. Täglich macht Silas auch seine Einträge in die Tagebuch-App, erklärte Friedrichsen. Das Programm setze dann in Schrift um, was Silas ihm erzählt. Die Bilder, die er selbst aufgenommen oder aus dem Internet geladen hat, könne er dann hinzufügen, berichtet er.

Firma Badenhop spendet 25 iPads an die Likedeeler Schule

Als Katrin Badenhop am Mittwoch mit einem hohen Stapel iPads in die Einrichtung der Lebenshilfe kam, wurde die Vertreterin der Verdener Firma mit offenen Armen empfangen. 25 weitere Tablets stehen den Schülern der Einrichtung für junge Menschen mit geistiger Behinderung jetzt zur Verfügung. Das Unternehmen hat dafür 8000 Euro an die Likedeeler Schule gespendet.

„Wir betrachten das gemeinsame Lernen in Form von Kooperation als den idealen Weg hin zum zentralen Ziel der Inklusion“, erklärt die Homepage der Schule. In den Grund-, Mittel- und Hauptstufen besuchen die Kinder im Sinne der Inklusion sieben verschiedene Regelschulen im Kreisgebiet. Die älteren Schüler werden dann in den drei Abschlussstufen in Verden zentral im Gebäude an der Lindhooper Straße beschult.

Vorbereitung auf das Leben als Erwachsene

Dort werden die Heranwachsenden auf das Leben als Erwachsene vorbereitet. Es gehe dann unter anderem darum, umsetzbare Ideen und Vorstellungen für ein selbstbestimmtes Leben und berufliche Perspektiven zu entwickeln, erklärt die Internetseite. Die Förderung von Schlüsselkompetenzen und die Themen Beruf, Wohnen und Erwachsenwerden stehen daher im Mittelpunkt des Unterrichts.

Die Apps sind viel weiter als bei anderen Betriebssystemen

Und genau dafür seien die Tablets ein so wertvolles Hilfsmittel, erklärten Schulleiterin Sonja Scheibe und und ihre Stellvertreterin Johanne Mende. Für die beiden Pädagoginnen gibt es allerdings keine Alternative zu den iPads. Das liege vor allem an der Qualität der Apps, die nur für das Apple-Betriebssystem zur Verfügung stünden. „Mit diesen Apps ist Apple viel weiter als andere Systeme. Die Apps bieten die besten Möglichkeiten“, ist Scheibe überzeugt. Ganz billig seien die aber nicht.

Mehr Selbstständigkeit mit dem Tablet

Ein gutes Beispiel ist für sie die Anwendung Meta-Talk. Die verleihe auch jungen Menschen, die nicht oder nicht ausreichend verständlich sprechen könnten, eine Stimme. Mit Hilfe von Symbolen, die die Schüler auf dem Bildschirm kombinieren, können sie schnell das ausdrücken, was sie wollen. Der „Talker“, wie die Anwendung in der Schule genannt wird, setzt die Kombinationen dann in gesprochene Sprache um. „So können sie eben auch ohne weitere Hilfe zum Bäcker gehen und Brötchen kaufen“, deutet die Pädagogin den Gewinn an Selbstständigkeit für ihre Schützlinge an.  kle

Rubriklistenbild: © Klee

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