Bezahlbarer Wohnraum für Azubis an Werrastraße geplant / Erste Anfragen

17 Apartments nur für junge Leute

Früher das Überlandwerk, jetzt Firmenstandort der BHT-Steuerberatung: Hinter dem Gebäude mit der markanten Fassade erstreckt sich in einer Visualisierung erstreckt sich der Neubau mit Büro- und Campus-Komplex. Foto: Tollé Planungsgesellschaft

Verden - Von Heinrich Kracke. Einen guten Ausbildungsplatz gefunden? Jetzt fehlt nur noch eine schöne Wohnung? Ein bemerkenswertes Angebot ausschließlich für junge Leute entsteht jetzt in der Stadt Verden. Ein Apartmenthaus mit 17 kleinen Wohnungen soll an der Werrastraße unweit des Bürgerparks emporgezogen werden, ein sogenannter Ausbildungscampus. „Wir haben sogar schon erste Anfragen“, sagt Initiator Hans-Georg Töhne von der BHT-Steuerberatung. Gleichzeitig wolle man zusätzliche Büroflächen schaffen. Ehe das neue Angebot tatsächlich fertiggestellt ist, dauert es allerdings noch. „Nach bisherigen Planungen gehen wir von einer Übergabe zum Jahresende 2021 aus.“

Der Auslöser für die Idee liegt schon einige Zeit zurück. „Einer meiner Söhne begann eine Ausbildung in Bayreuth. Schöne Stadt, nur leider kaum Wohnraum für junge Leute“, sagt Töhne. Damals allenfalls eine Randerscheinung, heute ein flächendeckendes Problem. „Unser Unternehmen bildet aus, Schulabgänger kommen aus allen Himmelsrichtungen zusammen, die Suche nach einer Wohnung fällt meist ernüchternd aus. Entweder zu teuer oder Schrott.“ Mit dem Ausbildungscampus wolle er Abhilfe schaffen.

Töhne wanderte mit seiner Idee ins Verdener Rathaus. „Ich hab‘ sofort offene Ohren gefunden.“ Auch in den Fachausschüssen sprach er in nichtöffentlichen Sitzungen vor. „Überall haben wir Zustimmung geerntet, Bürgermeister und Bauamt engagierten sich für das Projekt.“

Die 17 Appartements umfassen jeweils Wohnzimmer mit Küchenzeile, Schlafzimmer und Dusche mit WC. Jedes kommt auf rund 40 Quadratmeter, die dem Segment bezahlbar zugeordnet werden. Ferner entstehen WG-Wohnungen für zwei Personen, wobei ein zweites Schlafzimmer angedockt ist. Hier stehen 50 bis 60 Quadratmeter zur Verfügung. „Solche Angebote werden beispielsweise von jungen Leuten nachgefragt, die mit 16 bereits ihr Abitur abgelegt haben.“ Wer einziehe, brauche nur noch sein Bett mitzubringen, und schon könne das Wohnen beginnen. Angesprochen seien eigene Auszubildende, aber auch der Nachwuchs umliegender Firmen könne sich bewerben.

Clou des Ganzen: Diese Apartments werden ausschließlich an jüngere Semester vergeben. „Das wird kein Altenheim, es ist nicht mal eine Mischnutzung vorgesehen. Hier sollen Jüngere ihr Leben leben können. Das muss zwar in geordneten Bahnen ablaufen, aber gelegentlich darf es auch mal lauter zugehen.“ Das Wohnumfeld ist ebenfalls auf die nachwachsende Klientel abgestimmt. „Große Autos sind in der Generation nicht mehr gefragt. Deshalb planen wir ein Carsharing-Angebot.“ Ein Meeting-Raum steht zur Verfügung. Und ausreichend Platz werde zudem zum Aufladen und Abstellen von E-Bikes und Pedelecs geschaffen. Töhne: „Allein in unserer Firma verfügt die Hälfte der 50 Mitarbeiter über ein Jobrad.“

Auf rund tausend Quadratmeter schätzt er den Campus-Anteil. Weitere tausend sind für Büroräume geplant. Zwei Etagen davon stünden zur Vermietung zur Verfügung. Das gesamte Kostenvolumen beziffert Hans-Georg Töhne mit rund 4,5 Millionen Euro. Baustart solle zum kommenden Jahreswechsel sein. Gegenwärtig wird der Bebauungsplan umgearbeitet, im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit können Interessierte coronabedingt ab Montag die Bauleitplanung unter www.verden.de einsehen.

Angedockt ist der Neubau-Komplex an ein Gebäude mit langjähriger Verdener Wirtschaftsgeschichte. Das Überlandwerk residierte über Jahrzehnte hinter der mächtigen Fassade. Vor knapp einem Vierteljahrhundert übernahm es die BHT-Steuerberatung. „Damals für uns wegen der Größe ein Wagnis. Heute ist es zu klein.“ Besonders stolz sei man, die alte Ansicht erhalten zu haben. Für den Neubau wurden jetzt Lager- und Firmenräume des ehemaligen Bauunternehmen Wolters übernommen. Als die Gebäude vor einem Jahr abgerissen wurden, wanderten eine Reihe alter Gerätschaften als Spende an den Ehmken Hoff in Dörverden.

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