Engpässe zeichnen sich ab

Anreiz für Mediziner: Kreis Verden soll Weiterbildung bezuschussen

Landkreis – Insgesamt betrachtet ist der Landkreis Verden noch relativ gut mit Hausärzten versorgt. In ländlichen Gemeinden wie Dörverden und Thedinghausen zeichnen sich aber bereits jetzt erste Engpässe ab.

Nun befasste sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landkreises mit einem Antrag der SPD-Fraktion zur Bezuschussung einer Verbundweiterbildung. Sie soll jungen Medizinern einen Anreiz geben, in den Kreis Verden zu kommen – und bestenfalls hierzubleiben.

„Wie können wir es schaffen, etwas anzubieten, was andere nicht anbieten?“, formulierte die Ausschussvorsitzende Dr. Dörte Liebetruth (SPD) die Ausgangsfrage, die nun in den Antrag ihrer Fraktion mündete. Entstanden ist die Idee in der Arbeitsgruppe „Regionalmarketing für mehr Ärztinnen und Ärzte“ mit Vertretern der Aller-Weser-Klinik, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), aus der Ärztekammer und der Medizin. Diese Institutionen, ergänzt beispielsweise um den Landkreis, dessen Mitgliedskommunen sowie verschiedene Praxen, sollen bei der Verbundweiterbildung als Kooperationspartner fungieren: als Geldgeber, Koordinator und/oder Arbeitgeber.

Mit dem Haushaltsjahr 2020 soll das kreisverdener Modell greifen. So befürwortete es der Gesundheitsausschuss einstimmig. Geben auch der Kreisausschuss und der Kreistag grünes Licht, stehen im kommenden Haushaltsjahr zunächst bis zu 4000 Euro bereit, um zwei Ärzten in Weiterbildung (AIW) nach dem Studium die erforderlichen allgemeinmedizinischen Ausbildungsmodule zu bezuschussen. 2012 sollen vier, 2013 sechs AIW von der Förderung profitieren können. Fällt die Auswertung nach drei Jahren positiv aus, werden dann 2023 acht und ab 2024 pro Jahr zehn angehende Hausärzte gefördert.

Alles aus einer Hand angeboten

„Das Interessante ist, dass alles aus einer Hand angeboten wird. Das ist bequem“, so Liebetruth zur Umsetzung. Der Mediziner stellt einen Antrag für eine anerkannte Fortbildung bei seinem kreisverdener Arbeitgeber und wird von diesem dafür freigestellt. Der Antrag auf Finanzierung wird an die Aller-Weser-Klinik gestellt. Die AWK ist auch der Adressat der Originalrechnung nach der Fortbildung und Erstatter der Kosten. Der Landkreis erhält dann einmal jährlich eine Rechnung von der AWK über die ausgelegten Kosten. Der Arzt selbst hat also einen relativ überschaubaren Verwaltungsaufwand.

Das kreisverdener Modell sei nur „ein Baustein um dem Fachkräftemangel im Bereich der Medizin entgegenzuwirken“, betonte die Ausschussvorsitzende. Auch Landrat Peter Bohlmann unterstrich, dass man das Problem mit Geld nicht „zukleistern“ könne. Eine jährliche Förderung von 2000 Euro sei aber durchaus ein Anreiz – „und man hat die Leute fünf Jahre“. Anja König (CDU) konnten der Idee noch einen Vorteil abgewinnen. Wer seine Weiterbildung im Landkreis Verden mache, lerne die Region besser kennen. Das erleichtere dann die Entscheidung, als Allgemeinmediziner hierzubleiben.  

kp

Rubriklistenbild: © dpa

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