Nur Lkw und Kleinlaster dürfen durch

Anlieger der Neuen Schulstraße sind sauer: „Falschfahrer und Raser nerven“

Irrtum erkannt: Für den normalen Autoverkehr ist die Neue Schulstraße ab Berufsschulzentrum in Richtung Neumühlen gesperrt. Schwerlastverkehr darf bis zur Neubausiedlung fahren.
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Irrtum erkannt: Für den normalen Autoverkehr ist die Neue Schulstraße ab Berufsschulzentrum in Richtung Neumühlen gesperrt. Schwerlastverkehr darf bis zur Neubausiedlung fahren.

Verden – Eigentlich ist alles geregelt in der Neuen Schulstraße in Dauelsen. Landwirtschaftlicher Verkehr und Lkw, die zum Neubaugebiet Neumühlen wollen, dürfen durch. Alle anderen nicht. Ein Schild sagt mehr als 1000 Worte und signalisiert die Regeln. Doch es halten sich längst nicht alle dran. Die Anwohner sind genervt. Dreck, Staub und Raser: „Da muss etwas passieren“, macht sich Bärbel Rater, Mitglied im Ortsrat Dauelsen, für die Betroffenen stark. Ein neues Verkehrsschild ist ein erstes Signal dafür.

Es war gut gemeint, die Idee einfach wie sinnvoll. Über die Neue Schulstraße, jahrelang Wirtschaftsweg für die anliegenden Landwirte, konnten Traktor und Hänger bequem zu den Feldern fahren. Autos kamen nicht durch, weil hochgesetzte Poller im Wege waren. Doch dann wurde im Gebiet Neumühlen, direkt an der Neuen Schulstraße, gebaut. Die Verantwortlichen suchten nach kurzen Wegen für Lkw und Kleinlastwagen. Die Poller kamen raus. Trecker wie gehabt, jetzt aber auch Lkw und Kleintransporter, dürfen zur Baustelle, brauchten nicht durch angrenzende Siedlungen. Alle anderen Autos müssen draußen bleiben. Die Schilder sprechen eine deutliche Sprache.

Was zunächst zu funktionieren schien, wird zur Belastung. „Anwohner beklagen sich über zunehmenden Verkehr, immer mehr Fahrzeuge, die deutlich zu schnell fahren und für Lärm und Staub sorgen“, so Rater. Wird der Baustellenverkehr noch hingenommen, machen besonders Autos Ärger, die in dem Weg nichts zu suchen haben. „Als würde es die Schilder nicht geben, fährt jeder durch, wie er Lust hat“, sagt Rater. Ein Unrechtsbewusstsein gibt es nicht: „Wer Autofahrer darauf anspricht, bekommt meist nur eine Antwort: Da fahren doch alle durch“, so eine Erfahrung. „Das hat sich offenbar mit der Zeit verselbstständigt“, bedauert Birgit Hanschmann, ebenfalls Mitglied im Ortsrat. „Gefährlich insbesondere für Spaziergänger und Radfahrer, die dort Erholung suchen und oftmals in den Seitenraum ausweichen müssen“, weiß Bärbel Rater aus eigener Erfahrung. Ihr liegt eine Namensliste von Anliegern vor, die dringend um Unterstützung bitten.

Im Verdener Rathaus wissen die Verantwortlichen Bescheid. Für Sicherheit und Ordnung ist Fachbereichsleiter Philipp Rohlfing zuständig. Er hat sich selbst auf den Weg gemacht und am frühen Morgen an der Straße gestanden. „Trotz der Beschilderung, die Autos stehen zwar nicht Stoßstange an Stoßstange, aber es gibt etliche Verstöße“, so seine Beobachtung. Die Straße deswegen dichtmachen, komme allerdings nicht infrage. „Keiner will, dass die Lkw und Kleinlastwagen durch die engen Straßen der Siedlungen in Richtung Neumühlen fahren“, betont Rohlfing. Erst wenn der letzte Bau in Neumühlen fertig sei, werde die Straße zurückgebaut und die Poller wieder aufgestellt.

Nach rechts geht’s in die Neubausiedlung, geradeaus verhindert ein Poller die Autofahrt.

Untätig ist die Stadt nicht geblieben. „Wir werden die Beschilderung aufstocken und auch verstärkt auf das eingeschränkte Tempo hinweisen“, versprach er in der Sitzung des Ortsrates. Gesagt, getan: Tempo 10 heißt es ab sofort für alle, auch für Lkw, die da fahren dürfen. Und die Polizei ist sensibilisiert. „Es werden verstärkt Kontrollen gefahren“, sagt Rohlfing.

Kein leeres Versprechen, bestätigt Helge Cassens, Pressesprecher der Polizeiinspektion Verden-Osterholz. „Nicht nur da, auch an anderer Stelle sind wir unterwegs, um sogenannte Schleichwege vom Verkehr freizuhalten.“ Der Pressesprecher macht zudem deutlich, dass mit der Aufstellung des Schilds – eigentlich – alles geregelt ist. „Wer dennoch durchfährt, dem droht ein Bußgeld von 20 Euro.“

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