Stadt sorgt am Bollwerk für eine Übergangslösung

Anleger auf Lupolem-Kunststoff

Robert Duwe von der gleichnamigen Fachfirma aus Waldeck legt letzte Hand an den von der Stadt angemieteten Kunststoff-Anleger. - Foto: Koy

Verden - Motorbootfahrer kennen das Problem: da anlegen, wo es mitunter am schönsten ist. Und wer das Verdener Bollwerk in den vergangenen Jahren angesteuert hatte, der konnte davon ein Liedchen singen. Nun ist der alte Anleger so ziemlich Holzschrott. Für dieses Jahr (bis einschließlich Ende Oktober) wurde jetzt Ersatz geschaffen. Die Stadt hat einen Kunststoff-Anleger angemietet, der gestern an alter Anleger-Stelle seine Schwimmprobe bestand.

Rainer Kamermann bestätigte vor Ort, das es vornehmlich übers Internet immer wieder Anfragen gebe, den städtischen Anleger zu nutzen. Dem habe die Stadt nun Rechnung tragen wollen.

Für 3.500 Euro wurde nun von der Fachfirma Duwe & Partner aus Waldeck (bei Kassel) ein Kunststoff-Teil angemietet. Richtigerweise muss in diesem Fall von 75 Einzelelementen gesprochen werden, die zusammengefügt und jetzt am Bollwerk zu Wasser gelassen wurden. Firmenchef Robert Duwe erklärt das Prinzip des Anlegers. Das Material heiße Lupolem, ist ein hochwertiger Kunststoff, der auch härtesten Belastungsproben standhält. Duwe holte einen Hammer und schlug auf die Kunststoffplatten ein. Nich einmal ein Kratzer war zu sehen. „Das Ding schwimmt wie Lego auf dem Wasser“, förderte Duwe einen besonderen Vergleich zutage. Der jetzt installierte Anleger ist 15 mal 2,50 Meter groß, was einer Fläche von 37,5 Quadratmetern entspricht und hat eine Tragfähigkeit von 13,125 Tonnen.

Der Kunststoff Lupolem wird auch in ähnlichen Fällen vom THV und der Bundeswehr genutzt. Gesichert ist der Anleger über zwei Stahlseile. Die Nachjustierung bei Hochwasser erfolgt über Mitarbeiter des Betriebshofs. Zumindest bis Ende Oktober. Was dann passiert, wird wohl vom neuen Rat entschieden, zumal es noch einen Antrag des CDU-Ratsherrn Jürgen Moje in Sachen Anleger zur Förderung des Fremdenverkehrs gibt.

Die Übergangslösung ist allerdings im Vergleich zur endgültigen Version eher zum Schnäppchenpreis zu haben. Wie Kamermann bestätigte, seien bei einem Kauf des Kunststoff-Anlegers zwischen 25.000 und 40.000 Euro zu berappen. Wenn der Rat zustimme, müssten auch entsprechende Mittel angemeldet werden.

Bis dahin fließt noch eine Menge Wasser die Aller hinunter. Wer als Motor- oder Sportbootfahrer einmal Verden nicht nur vom Wasser aus begutachten möchte, sollte am Bollwerk anlegen. Bis zur Innenstadt sind es gerade mal fünf Minuten. 

koy

Mehr zum Thema:

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Zittern bis zur letzten Sekunde

Zittern bis zur letzten Sekunde

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Meistgelesene Artikel

„Einer hat da wohl nicht mitgedacht“

„Einer hat da wohl nicht mitgedacht“

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

Bernhard Böden „Achimer Unternehmer des Jahres 2017“

25-Jährige im Bus der Linie 711 belästigt

25-Jährige im Bus der Linie 711 belästigt

Kein Bettenhaus ohne B-Plan

Kein Bettenhaus ohne B-Plan

Kommentare