Lebenswertes Umfeld wichtig

Dritte Integrationskonferenz „Wohnen und Leben“ in Verden

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Beschäftigten sich bei der Integrationskonferenz mit dem Thema „Wohnen und Leben“: Rolf Sauer, Jutta Schiecke und Bürgermeister Lutz Brockmann (v.l.).

Verden - Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Armut geflüchtet und deshalb zu uns gekommen sind, wollen hier nicht nur überleben, sondern auch leben. Unter der Überschrift „Wohnen und Leben“ fand gestern in Verden die dritte regionale Veranstaltung der Landesbeauftragten Jutta Schiecke zum Thema Flüchtlinge und Integration statt.

Nach Konferenzen zu den Themen „Sprache“ und „Arbeit“ ist „Wohnen und Leben“ ein weiterer wichtiger Schritt zur Integration. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) mit dem Bündnis „Niedersachsen packt an!“. Die Referenten beleuchteten die aktuelle Wohnraumsituation, erläuterten Fördermöglichkeiten und präsentierten Beispiele für eine gelungene Umsetzung.

„Es gibt viele Möglichkeiten, Dinge zu gestalten, zum Beispiel Jugend- und Seniorenzentren oder Multifunktionsgebäude. Wir sind das Scharnier zwischen Land und Kommunen, Wünsche können bei uns eingebracht werden. Sie werden bei uns erfasst und gebündelt“, so Schiecke. Man müsse bei den Planungen berücksichtigen, dass die Themen „Wohnen und „Leben“ zusammengehören. „Damit die Geflüchteten wirklich in der deutschen Gesellschaft ankommen, brauchen sie ein lebenswertes Wohnumfeld.“

„Integration in Verden bedeutet Begegnung und sich kennenlernen“, sagte Bürgermeister Lutz Brockmann. In Verden gebe es viele engagierte Menschen. Durch die Spätaussiedler habe man Erfahrungen, auf die man aufbauen könne. Nun gelte es, diese auf jüngere Menschen und andere Kulturen zu übertragen. 

Die Stadt sei die Koordinierungsstelle von Integration und Prävention. Brockmann wies auf den Wohnungsmangel in Verden hin. Er hofft, dass durch die Wohnraumförderung mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. „Wir schaffen Strukturen, die allen Menschen zu Gute kommen.“

Jutta Schiecke benannte das Problem, dass es viele Flüchtlinge in die Städte zieht. „Dort ist die Wohnungsnot am Größten. Wenn es uns gelingt, die Menschen von den Vorzügen des Landlebens zu überzeugen, kann darin für ländliche Regionen in Zeiten des demografischen Wandels eine Chance liegen.“

Rolf Sauer, Geschäftsführer Gesundheitsholding Lüneburg, berichtete schließlich von einem Best-Practice-Beispiel. Ein Unternehmen der Gesundheitsholding Lüneburg ist die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL). Bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für Flüchtlinge habe die Stadt Lüneburg auch die PKL um Hilfe gebeten. 

Dass dort 70 Flüchtlinge einziehen konnten, sei nur durch mehrere interne Umzüge möglich geworden. Sauer zeigte sich begeistert, dass trotz des enormen zusätzlichen Aufwands alle Mitarbeiter der PKL dem Vorhaben positiv gegenüberstanden.

ahk

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