Insekten plagen im Sommer Menschen und Tiere

Zecken: Angriff der Blutsauger

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Tierärztin Bianca Seifert-Simentschitsch hilft Hundebesitzern gern, wenn der Vierbeiner von Zecken geplagt wird.

Verden - Sie sind lästig, hartnäckig und vor allem nicht ungefährlich. Richtig – es geht um das altbekannte Thema im Sommer: Zecken. Schlimm genug, dass sie es auf Blut abgesehen haben, aber dann gibt es diese Viecher ja auch noch in verschiedenen Farben und Formen. Möchte man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Doch wieso haben wir eigentlich jedes Jahr immer mehr Zecken?

Bianca Seifert-Simentschitsch ist Tierärztin am Finkenberg und kennt die Antwort: „Es gibt keine Zeit, wo wir keine Zecken mehr haben. Durch die warmen Winter hat die Population der Zeckenüberdies stark zugenommen.“ Und gerade Hunde- und Katzenbesitzer können ein Lied von den kleinen Blutsaugern singen. Wie kann man seine Fellnase vor Zecken und ihren Folgen schützen?

Dieser Anblick sorgt bei vielen Bürgern für Angst und Schrecken: Ein Zeckenweibchen sucht einen Nistplatz.

„Es gibt verschiedene Mittel, zum Beispiel so genannte Spot-on-Präparate. Dabei gibt man seinem Tier Tropfen in den Nacken, in der Regel halten diese bis zu vier Wochen. Außerdem gibt es Halsbänder, wobei diese nur für Hunde empfehlenswert sind. Bei Katzen rate ich davon ab, da es hier häufig zu Unfällen durch Strangulation oder Verschlucken kommt. Für die Hunde gibt es auch eine Tablette, die drei Monate lang schützt“, erzählt Seifert-Simentschitsch. Sie empfiehlt zudem, bei den Präparaten auf eine Arzneimittelzulassung zu achten. Allerdings ist das Entfernen einer Zecke mit der berühmt-berüchtigten Zeckenzange nicht immer so einfach und manch ein Tierbesitzer bricht in Panik aus, wenn der Körper der Zecke zwar entfernt wurde, aber der Kopf stecken bleibt. In dem Fall ist ein Besuch beim Tierarzt kein Muss, aber die Stelle sollte beobachtet werden: „Nicht jede Zecke ist gefährlich, aber bei Unsicherheit einfach einen Termin vereinbaren und vorbeikommen“, erklärt die Tierärztin.

Sprays und lange Hosen helfen

Aber nicht nur bei Tieren sind Zecken ein Problem: Die kleinen Biester setzen sich auch gerne auf menschlicher Haut fest und saugen Blut.

Apothekerin Birgit Laudzim von der Nordertor-Apotheke weiß, wie man lästigen Zeckenbissen vorbeugt: „Es gibt Sprays von diversen Herstellern, mit denen man zwischen vier und acht Stunden vor Zecken geschützt ist. Vor allem, wenn man sich draußen, im Wald oder Garten, aufhält, sollte man an ausreichend Schutz denken. Lange Hosen und geschlossene Schuhe sind ebenfalls hilfreich, um sich gar nicht erst beißen zu lassen.“

Die Anti-Zeckensprays gibt es beispielweise von Autan oder Mosquito, preislich liegen sie zwischen acht und 18 Euro. Einige sind auch für Kleinkinder geeignet.

Mittlerweile sei die Häufigkeit von Zecken nicht nur in Süddeutschland besonders hoch, auch im Norden vermehren sich die kleinen Plagegeister zunehmend, so Laudzim. Um ganz sicherzugehen, empfiehlt die Apothekerin die sogegannte Dreifach-Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der FSME-Virus löst Erkrankungen aus, bei denen grippeähnliche Symptome auftreten. Gut zu wissen: Die Kosten für die Impfung trägt die Krankenkasse.

Keine Experimente beim Entfernen

Und was tut der Mensch, wenn er eine Zecke am Körper entdeckt, die sich bereits mit Blut vollgesogen hat? „Zecken kann jeder normalerweise problemlos selbst entfernen. Doch dabei sollte man auf Hausmittel verzichten und nicht experimentieren. Eine Zeckenzange oder Zeckenkarte sind am besten für das Entfernen geeignet. Es sollte beachtet werden, dass der Betroffene den gesamten Zeckenkörper erwischt und ihn nicht zerquetscht. Sonst besteht die Gefahr, dass Krankeheitserreger ins eigene Blut gelangen, und das Risiko steigt, sich mit Borreliose zu infizieren. Die Krankheit kann ernste Spätfolgen haben. Schnelles Handeln ist ebenso wichtig: Wer eine Zecke entdeckt, sollte diese sofort entfernen. Bei Problemen sollte ein Arzt aufgesucht werden“, erklärt Birgit Laudzim. 

wll/mas

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