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Gespräche auf Augenhöhe

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Martin Schacht, Kinder- und Jugendarzt, spricht zum Thema „Umgang mit Konflikten“.

Verden - Wenn Nachwuchs erwartet wird, herrscht im Normalfall große Vorfreude. Doch wenn das Baby da ist, kann das junge Glück schnell den einen oder anderen Dämpfer erhalten. „Völlig normal, wichtig dabei ist nur, dass die Eltern die Probleme erkennen und darüber reden“, so Kinderarzt Martin Schacht. Der Mediziner empfiehlt einen „gleichwürdigen Dialog“.

Schacht, Kinder- und Jugendarzt mit eigener Praxis in Bremen, weiß aus seiner beruflichen Tätigkeit, wovon er spricht. In der kommenden Woche ist er zu Gast in der Familienwerkstatt auf der Stadtwaldfarm in Verden. Sein Thema: „Umgang mit Konflikten“.

Ist der Nachwuchs auf der Welt, sind es zu Beginn vornehmlich die Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, die die bislang gewohnte Harmonie im Alltag stören (können). „Beim ersten Kind kommen viele Fragen und Situationen auf, die es dann gemeinsam zu meistern gilt“, so der Kinderarzt in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Stillen, Schreien, Schlafen, in der Nacht aufstehen, Wickeln, das Kind braucht die volle Fürsorge von Mutter und Vater. „Da gilt es dann, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen“, betont Schacht.

Wer selbst Vater oder Mutter ist, der weiß, dass da unverweigerlich Spannungen auftreten. „Die Aufgaben können Eltern überfordern, Erschöpfung führt zu Gereiztheit und Streit“, so der Experte. „Kein Problem, wenn die Beteiligten sich darauf einstellen und die Signale richtig deuten.“ Dabei gehe es nicht darum, Konflikte klein zu reden. „Unterschiedliche Meinungen müssen sein, doch sollten sich die Betroffenen an eine Streitkultur halten“, erklärt Schacht. Dazu gehört das Gespräch auf Augenhöhe, der „gleichwürdige Dialog“ von Mutter und Vater. „Wichtig für beide Seiten ist, dass niemand den anderen verletzt und sich alle danach noch in die Augen schauen können. Es darf sich keiner als Sieger oder Besiegter fühlen“, lautet eine Vorgabe des Experten. Und: Was die Eltern vorleben, ist eine Investition in die Zukunft. „Gesprächskultur ist keine Technik, sondern vielmehr eine Haltung, die sich auf die Kinder überträgt“, so die Erfahrungen von Schacht.

Wer mehr wissen will, der sollte sich umgehend bei der Familienwerkstatt für die Seminare anmelden (siehe Kasten). Die Angebote sind auch unabhängig voneinander buchbar. Freuen würden sich die Initiatoren, wenn sich Eltern gemeinsam anmelden würden. Denn ihnen obliege zu gleichen Teilen die Verantwortung für die Familie. „Aber auch Alleinerziehende sind natürlich willkommen“, ergänzt Schacht.

Seit Mitte April arbeitet die Familienwerkstatt im Landkreis Verden auf dem Gelände der Stadtwaldfarm. Die Einrichtung wird von Fokus als freier Träger der Jugendhilfe in Kooperation mit dem Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden durchgeführt. Die Reihe umfasst 18 Themenmodule, verteilt auf zehn Seminare, die fortlaufend von neuem starten.

Die Termine: In der kommenden Woche bietet die Familienwerkstatt drei Seminare an, jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr. Gedacht ist das Angebot für Eltern von Kindern bis zu drei Jahren.

Montag, 2. November: „Umgang mit Konflikten“.

Dienstag, 3. November: „Schwierige Kinder (?)“.

Mittwoch, 4. November: „Umgang mit Medien“.

Veranstaltungsort ist jeweils die Stadtwaldfarm in Verden, Am Bürgerpark 3.

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten unter E-Mail info@fokus-verden.de.

Eltern, die im Landkreis Verden wohnen, erhalten einen Babysitterbonus von 20 Euro.

mw

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