Die andere Seite des Nobelpreisträgers: Herbstkunsttage der Kreissparkasse eröffnet

Grass als Grafiker und Bildhauer

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Allgegenwärtig: Dr. Kai Schlüter zeigte Grass auf der Leinwand.

Verden - Sonst ein Marktplatz für handfeste Finanzgeschäfte, wird die Kreissparkasse zu ihren Herbstkunsttagen zum anerkannter Veranstaltungsort für kulturelle Objekte. Mit „Günter Grass Grafiken und Plastiken“ wurde wiederum ein großer Name mit überregionaler Strahlkraft nach Verden geholt.

Chagall, Hundertwasser, Wilhelm Busch oder Christo: Seit 27 Jahren bringt die Kreissparkasse Verden mit ihrer Veranstaltung die Kunst zu den Menschen. In diesem Jahr stehen Grafiken und Plastiken des im Frühjahr verstorbenen Nobelpreisträgers für Literatur, Malers, Grafikers und Bildhauers im Fokus der Kunsttage und fügen der Veranstaltungsreihe eine weitere Perle hinzu.

Die Vorstandsvorsitzende, Silke Korthals, begrüßte eine Halle voller Besucher zur Vernissage am Montagabend. Sie berichtete von Zweifeln, die nach dem Tod des Künstlers im Organisationsteam aufkamen, ob die Ausstellung überhaupt noch angebracht sei. „Mein besonderer Dank gilt daher den beiden Gastrednern. Der Tochter von Günter Grass, der Schauspielerin Helene Grass und Dr. Kai Schlüter, Redakteur bei Radio Bremen und Nordwestradio sowie Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über Grass, mit dem er persönlich bekannt war.“

Die Günter-und-Ute-Grass-Stiftung sowie das Günter-Grass-Haus Lübeck hätten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Ausstellung geleistet. „Ihnen allen danke ich für die hervorragende und unkomplizierte Zusammenarbeit gerade in diesem schwierigen Jahr“, so Korthals weiter. Dass Grass nicht allein mit Schreibmaschine und Worten unterwegs war, sei vielen gar nicht bekannt. Dabei habe sich ein wesentlicher Teil seines künstlerischen Wirkens mit Grafiken und Skulpturen beschäftigt.

Beispielhaft wurden diverse Lithografien zu Märchen oder Themen und Figuren aus dem „Butt“, die „Rättin“, die Schnecke und die Radierungen aus dem kompletten Zyklus „Hundstage“ genannt, die ein wichtiger Teil der Verdener Präsentation sind. Als Festredner der vom Trio „Sax & Schmalz“ musikalisch umrahmten Veranstaltung ging Dr. Kai Schlüter in seinem Vortrag mit Videoprojektion auf den beruflich/kreativen Werdegang und auf die frühe Schaffensperiode dieses vielfältigen und beeindruckenden Künstlers ein, der mit „Blechtrommel“ vielleicht den wichtigsten Roman der Nachkriegsgeschichte geschrieben und auch in seinem bildnerischen und plastischen Werk auf hintergründig-scharfe Weise Menschen erkundet hat.

Danach kam Helene Grass zu Wort, die in einer Kurzlesung aus dem letzten Werk ihres Vaters „Vonne Endlichkeit“ las. Die Ausstellung in der Kundenhalle der KSK in der Ostertorstraße wird bis zum 27. November gezeigt.

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