Amüsanter Abend mit Meike Winnemuth

Vom großen Glück behaarter Arme

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Meike Winnemuth begeisterte das Publikum.

Hönisch - Ein amüsanter Abend wurde dem Publikum in Hönisch beschert, bei dem es auch irgendwie noch „auf den Hund gekommen“ ist.

Natürlich nur im übertragenen Sinne. Die Hamburger Autorin, Journalistin und Kolumnistin, Meike Winnemuth, hatte ihren Foxterrier Fiete auf das Rittergut mitgebracht. Auf Einladung der Verdener Buchhandlung Vielseitig las sie aus ihrem zweiten Buch „Um es kurz zu machen...“ vor. Fiete avancierte schnell zum heimlichen Star des Abends. Der zweijährige Rüde streifte während der Lesung frei umher, freundete sich mit einigen Besuchern an und holte sich neben Streicheleinheiten auch noch das ein oder andere Leckerli ab.

Hirn funktioniert wie ein Münzföhn

Und das Frauchen? Kein bisschen abgehoben, hatte auch sie schnell den direkten Draht zum mehrheitlich weiblichen Publikum gefunden, indem sie offen von den kleinen Stolperfallen und Widrigkeiten des Alltäglichen berichtete.

Die Veröffentlichungen und spitzfindigen Kolumnen Winnemuths, die sie für den Stern, für Myself oder für das Magazin der SZ geschrieben hat, haben zig Tausende gelesen. Für die Veranstalterinnen hieß das daher zunächst: Stühle schleppen, damit auch der letzte Gast noch einen Sitzplatz fand. „Ich bin selbst überrascht, dass so viele Menschen gekommen sind“, freute sich Winnemuth, die vor zwei Jahren in Verden eine Lesung aus ihrem Bestseller „Das große Los – Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ gegeben hatte.

Als sie nun auf der Bühne Platz nahm, begann sie mit der Erklärung, was eine Kolumne überhaupt sei. „Für einen Autor sind sie so etwas wie ein Königs-Körnchen. Es wird gedruckt, selbst wenn man Mist schreibt“, sagte Winnemuth.

Das Hirn eines Kolumnisten funktioniere dabei wie der Münzföhn in einem Schwimmbad. „Es läuft eine Weile heiß und geht dann urplötzlich aus. Das sagt jedenfalls mein Kollege Axel Hacke“, so Meike Winnemuth.

Ihr selbst scheinen die Geschichten jedenfalls nicht auszugehen. Ist irgendwie ja auch logisch, wenn man täglich durch Erlebnisse und den Drang, selbst Kleinigkeiten zu beobachten, immer wieder aufs Neue angeschubst wird.

In ihrem neuen Buch hat die Journalistin daher Kolumnen aus den vergangenen Jahren zusammen getragen, die vom großen Glück erzählen, am Leben zu sein, aber auch gleichsam selbstironisch auf die Tücken desselben blickt. Und so las und erzählte sie von den kleinen Stolperfallen des Alltags, vom Lieben und Hassen, vom Sekunden-Schaf, von Abspecken oder Genießen, von ihrer persönlichen Faszination für behaarte Männerunterarme oder was sie nächtens zuweilen in Hotelzimmern tut.

Das Publikum reagierte begeistert, schließlich waren sämtliche Kommentare ebenso punktgenau wie witzig. In „Das Loben der Anderen“ etwa mahnte sie an, doch nicht nur über die Schlange an der Supermarktkasse zu lamentieren, sondern vielleicht die Kassiererin stattdessen zu loben. Sie gab Tipps, wie man glaubwürdig einen Termin absagt oder suchte die Antwort auf die Frage, warum topgesunde Menschen an Stöcken durch die Gegend laufen.

Begeisterter Applaus und eine rege Fragerunde gegen Ende mit anschließender Signierstunde zeigten, dass Meike Winnemuth es geschafft hat, ihr Publikum rundum zu begeistern.

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