Amtsarzt und Fachdienstleiter Dr. Bernhard Krüger vom Dienst suspendiert

„Zur Zeit nicht im Amt“

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Fachdienstleiter Dr. Bernhard Krüger übt zur Zeit sein Amt im Kreishaus nicht aus.

Landkreis - Der Amtsarzt und Leiter des Fachdienstes Gesundheit und Umweltmedizin beim Landkreis, Dr. med. Bernhard Krüger, ist zur Zeit nicht im Amt. Gestern bestätigte Gunnar Keller, Personalchef im Kreishaus, die Suspendierung. Die Amtsgeschäfte habe Krügers Stellvertreterin Jutta Dreyer übernommen.

Die Spatzen hatten es bereits von den Dächern gepfiffen, jetzt kam die Bestätigung aus dem Kreishaus. Eine Erklärung über die näheren Umstände und die Hintergründe für diese eher unerwartete Personalie wurde allerdings nicht mitgeliefert. „Die wird es auch nicht geben“, stellte Keller unmissverständlich klar. Landrat Bohlmann äußert sich ebenfalls nicht, und auch Dr. Krüger selbst war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Aus verlässlichen Quellen erfuhr unsere Zeitung dennoch, dass es schon lange Auseinandersetzungen gegeben hatte zwischen dem Chef für Gesundheit und Arbeitsmedizin und dem Kreis über Abläufe und Zuständigkeiten bei Notfall- und Katastrophenszenarien und andere Fragen. Zuletzt soll es zur Eskalation gekommen sein bei der ersten Aufnahme von Flüchtlingen in der Halle der Berufsbildenden Schulen in Verden, als Dr. Krüger im Gegensatz zur Kreisspitze auf sofortigen Röntgenuntersuchungen zur Feststellung möglicher offener und ansteckender Tuberkulose bestanden habe. Der hier entbrannte Konflikt soll jedoch nur der Endpunkt längerer Auseinandersetzungen und nicht der einzige Grund der Suspendierung gewesen sein.

Seit 1993, also seit knapp 23 Jahren, ist Dr. med. Bernhard Krüger Leiter des Fachdienstes innerhalb der Verdener Kreisverwaltung. Sein Ressort ist traditionell für die Aufsicht über die Einrichtungen des Gesundheitswesens im Kreisgebiet, Arztpraxen, Pflegeheime und die Krankenhäuser der Aller-Weser-Klinik (AWK) zuständig.

Zu den angestammten Aufgabengebieten des Amtsarztes gehören die Bekämpfung übertragbarer Erkrankungen wie die Tuberkulose und die Salmonellose sowie der medizinische Katastrophenschutz. Vor gut einem Jahr hatte Krüger umfassend über die Vorbereitungen auf mögliche Ebola-Falle im Verdener Kreisgebiet informiert. Darüber hinaus nimmt der Fachdienst Gesundheit und Umweltmedizin Begutachtungsaufgaben für Angehörige des öffentlichen Dienstes wahr.

Knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Fachbereich Gesundheit und Umweltmedizin. Neben Verwaltungsfachkräften sind sie medizinisch-technische Assistenten, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, Gesundheitsaufseher, ein Gesundheitsingenieur und mehrere Ärzte verschiedener Fachrichtungen.

Mit ihnen war Krüger wegen der Einbindung in den Katastrophenschutzstab in der zurückliegenden Wochen stark gefordert. Vor allem nachdem das Amtshilfeersuchen vom Land Niedersachsen dazu geführt hatte, dass in diversen Turnhallen im Kreisgebiet Erstaufnahmelager für 500 Flüchtlinge eingerichtet werden mussten. Krügers Fachbereich war intensiv eingebunden, weil zur Registrierung der Zuwanderer auch Eingangsuntersuchungen gehören.

kle/mb

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