Kindergarten lässt Blumen sprechen

An der Dom-Kita grünt die Hoffnung

Nicht nur die Hoffnung, dass die Pandemie bald zuende geht, ist in den zurückliegenden Monaten in der Dom-Kita gewachsen. Gleiches gilt für die Kinder, das Team und Kita-Leiterin Vanessa Baden, die viele Herausforderungen meistern mussten. Und natürlich für die Blumen, die gemeinsam gesät worden sind und den Hoffnungen aller Ausdruck verleihen sollen.
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Nicht nur die Hoffnung, dass die Pandemie bald zuende geht, ist in den zurückliegenden Monaten in der Dom-Kita gewachsen. Gleiches gilt für die Kinder, das Team und Kita-Leiterin Vanessa Baden, die viele Herausforderungen meistern mussten. Und natürlich für die Blumen, die gemeinsam gesät worden sind und den Hoffnungen aller Ausdruck verleihen sollen.

Verden – „Bei uns wächst Hoffnung“, steht in kunterbunten Lettern auf der Tafel an der Dom-Kita. Gleich daneben reiht sich Blumentopf an Blumentopf. Gemeinsam mit den Betreuungskräften haben die Kinder Sommerblumen in kleinen Töpfen gesät, diese mit selbstgestalteten Banderolen versehen und auf die Fensterbänke vor die Kita und ihre Außenstelle in der Carl-Hesse-Straße gestellt.

„Das soll bildlich darstellen, wie die Blumen und damit unsere Hoffnung wächst, dass wir Corona alle bald überstanden haben, gesund bleiben und wir die Kinder wieder ,normal’ betreuen und fördern können“, erklärt Kita-Leiterin Vanessa Baden, was hinter der Aktion steckt.

77 Mädchen und Jungen besuchen die Einrichtung und ihre Nebenstelle im Stephanus-Haus. Normalerweise und wenn keine Pandemie zu einer Notbetreuung oder gar zur kompletten Schließung von Krippe und Kindergarten zwingt.

Hinter allen, den Kindern, ihren Familien und dem 18-köpfigen Kita-Team, liege eine schwere Zeit, berichtet Baden von Erfahrungen, die sicher auch andere Betreuungseinrichtungen machten. Es waren Monate, in denen die Kleinen ihre Freunde nicht sehen durften, viele von ihnen zu Hause saßen, oftmals in kleinen Wohnungen ohne Garten, weil die Spielplätze gesperrt waren, in denen Sprachbarrieren wieder wuchsen bei den Kindern, deren Eltern nicht Deutsch als Muttersprache haben.

Vanessa Baden und ihr Team versuchten, dem auf ihre Weise zu begegnen und Kontakt zu halten zu den Familien. „Während der Notbetreuung haben wir fast wöchentlich Telefonate geführt“, berichtet die Kita-Leiterin. Manche Kinder hätten darauf sehr schüchtern reagiert, andere ihren Eltern das Telefon fast aus der Hand gerissen, erzählt Vanessa Baden und lacht über so viel Überschwang. Aber nicht nur die Kleinen, auch manch Großer hatte Redebedarf. „Viele hatten Probleme, die Kinder zu beschäftigen“, so Baden.

Um den Eltern zu helfen, den nicht ausgelasteten Nachwuchs bei Laune zu halten, bereitete das Erzieher-Team Material vor, das dann abgeholt werden konnte und manches Mal sogar zu den Familien gebracht wurde. So konnten sich die Mädchen und Jungen, die nicht in der Notbetreuung waren, zu Hause mit der Herstellung von Knete beschäftigen, mit Salzkristallen experimentieren, malen und natürlich auch Blumen der Hoffnung säen.

Parallel dazu musste der Betrieb in der Kita weiterlaufen. Und auch die christlichen Feste, Weihnachten, Ostern und Pfingsten, sollten in der Einrichtung der Domgemeinde trotz Corona nicht unter den Tisch fallen. Kein leichtes Unterfangen, zumal in Zeiten, da Dienstpläne, kaum geschrieben, schnell wieder Makulatur waren.

„Wir haben unser Bestes gegeben“, sagt Vanessa Baden. Rückblickend kann sie den Herausforderungen der zurückliegenden Monate viel Positives abgewinnen. „Wir sind kreativer, ein Stück offener geworden.“ Die oft nötige Flexibilität habe gezeigt, dass das Team eben auch in der Lage dazu sei, diese zu leisten. Und „wir haben viel Wertschätzung für unsere Arbeit und viel Verständnis erfahren“, sagt Vanessa Baden.

Es scheint, als seien die Kita, die dort Tätigen und ihre Nutzer trotz Monaten der Trennung, trotz mancher Enttäuschung über ausgefallene Aktivitäten ein Stück mehr zusammen- und miteinander gewachsen. So wie die Sommerblumen auf den Fensterbänken.

Von Katrin Preuss

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