Alternativen-Check ohne konkrete Zahlen

Informationsveranstaltung zur Bremer Trinkwasserversorgung

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Großes Interesse: Landwirte, Vertreter von Naturschutzverbänden, Behörden und Politik waren nach Dauelsen gekommen, um zu hören, welche Alternativen es zu einer Bremer Wasserversorgung aus Verden gibt.

Verden - Von Wiebke Bruns. Gibt es Alternativen für die Trinkwasserversorgung Bremens oder ist die Hansestadt zwingend auf die Lieferung aus dem Verdener Wasserwerk Panzenberg angewiesen? Das ist die Kernfrage im Genehmigungsverfahren für die künftige Wasserförderung. Diese Woche wurden die Ergebnisse der Alternativenprüfung auf Einladung des Trinkwasserverbandes im Alten Schulhaus in Dauelsen einem auserwählten Kreis vorgestellt.

Verschiedene Behörden waren an der Alternativenprüfung beteiligt, allerdings nicht die Naturschutzverbände. Diese beklagen seit vielen Jahren, dass die Förderung im Wasserwerk Panzenberg hauptverantwortlich für das Austrocknen der Halse ist. Dies wird mittlerweile von den Verantwortlichen auch nicht mehr bestritten.

Grundwasserförderung ist beschränkt

Bei der Veranstaltung in Dauelsen bekamen die Naturschützer sowie Landwirte und Vertreter des Landkreises die Ergebnisse präsentiert. Vielmehr aber auch nicht.

Geprüft wurden unter anderem Grundwasserressourcen innerhalb Bremens und die Chancen einer Aufbereitung von Weserwasser. Die Möglichkeiten der Grundwasserförderung seien innerhalb Bremens beschränkt. Und bei der Aufbereitung von Weserwasser könne nicht die derzeitige Trinkwasserqualität erreicht werden, hieß es nun in Verden. „Der hohe Mehraufwand erfordert erhöhte Aufbereitungskosten und auch Aufwände für Energie und Zusatzstoffe“, erläuterte ein Mitarbeiter der SWB-Wesernetz. „Der Wasserpreis wäre für den Endkunden damit unverhältnismäßig hoch im Vergleich zur Aufbereitung von Grundwasser“, so die pauschale Erklärung.

Aussagen werden durch nichts belegt

Konkrete Kosten wurden nicht genannt, und nicht nur deshalb waren die gelieferten Daten wenig überzeugend. „Ich finde es unglücklich, wenn sie Berechnungen vorstellen, die 20 Jahre alt sind“, kritisiert Michael Otten, Ratsherr in Verden, völlig zutreffend. Unterlagen, anhand derer sich die Zahlen überprüfen und nachvollziehen lassen, gab es nicht für die Teilnehmer. Als „zu pauschal“ beurteilte auch Silke Brünn, Leiterin des Fachdienstes Wasser, Abfall, Naturschutz beim Landkreis Verden, die präsentierten Ergebnisse.

Verbandsvorsteher Harald Hesse (Mitte) begrüßte die Zuhörer, links Vorstandsmitglied Rainer Ditzfeld, rechts Geschäftsführer Stefan Hamann.

Bei der Alternativenprüfung wurde auch nach Bremerhaven geschaut. Dort würden statt zuvor vier nur noch zwei Wasserwerke betrieben. Berücksichtigt man den Transport nach Bremen über eine zu erstellende Leitung, würden die Kosten pro Kubikmeter dann höher liegen als die Kosten für die Grundwasseraufbereitung. Allerdings wurde auch dies mit keinerlei Zahlen untermauert.

„Diese Informationen reichen mir nicht“

„Diese Informationen reichen mir nicht. Meine Erwartungen waren andere“, sagte im Anschluss an den Termin Udo Paepke, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Verden, auf Nachfrage. Die Aussagen seien durch nichts belegt. Er hätte dazu gerne Zahlen, Fakten, Nachweise.

Der Trinkwasserverband will weitere Unterlagen dazu aber erst öffentlich machen, wenn er die Unterlagen dem Landkreis nachreicht. Geplant ist dies zumindest für den kommenden Februar.

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