Stadtpolitik will Schule an der Trift aufwerten

Mehr als 10 Millionen für Umbau der alten Verdener Realschule

Älteres Schulgebäude
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Erst Berufsschule, dann Hauptschule, später Campus und jetzt vor dem Aus: die Unterrichtsräume am Meldauer Berg.

Verden – Der neue Verdener Campus gewinnt Konturen. Auf einstimmigen Beschluss des Schulausschusses läuft alles auf einen Komplettumbau der ehemaligen Realschule an der Trift zu. Ein Neubau auf der Sportanlage neben der Aller-Weser-Halle ist demzufolge vom Tisch. Darüber hinaus zeichnet sich für die Unterrichtsräume am Meldauer Berg ein Ende als Schulstandort ab. Gleichzeitig sickerten erste Schätzungen zu den Kosten der Umstrukturierung durch. Bürgermeister Lutz Brockmann bezifferte sie auf „10 Millionen, vielleicht 20 Millionen Euro“.

Konkret brachte der Schulausschuss zunächst eine Gebäude-Analyse der rund 60 Jahre alten und immer wieder modernisierten ehemaligen Realschule auf den Weg. Welche Zukunftschancen hat die mehrfach erweiterte Heizungsanlage, was passiert mit den Lamellen-Anlagen vor den Fenstern, in welchem Zustand präsentieren sich die Altbau-Substanz und die zwischenzeitlich errichteten Anbauten? Aus diesem Holz sind die Fragen geschnitzt, auf die Antworten gesucht werden. Anschließend soll in einem Wettbewerb ein passendes Architektenbüro für den Um- und Ausbau des mächtigen Gebäudes gefunden werden. Dafür stellte der Schulausschuss 150 000 Euro für 2022 in Aussicht. Rund 900 Schüler sollen hier künftig individuell von knapp 100 Pädagogen auf den Weg ins Leben vorbereitet werden.

Ein Neubau hinter der ehemaligen Realschule war schon in einem Workshop Ende Mai verworfen worden, wie Brockmann eingangs der Debatte erklärte. „Der Platz ist zu klein, außerdem stünde das Gebäude nur in zweiter Reihe, was einen Zugang erschwert.“ Man habe sich für den künftigen Standort lediglich noch zwischen den Gebäuden am Meldauer Berg und an der Trift entscheiden müssen, und das sein ein Leichtes gewesen. „Das Ensemble an der Trift ist qualitativ hochwertiger, gleichzeitig ist hier deutlich mehr Fläche und damit Ausbaureserve vorhanden.“

In den 50er-Jahren diente sie als Berufsschule, anschließend gingen hier Hauptschüler ein und aus, jetzt ist sie Nebenstelle des Verdener Campus, und ein nächster Schritt ist auch nicht mehr weit: ihr Ende. Für die Schule am Meldauer Berg brachte der Schulausschuss ein Nachnutzungskonzept auf den Weg. Erste Ideen machten bereits die Runde: Ein idealer Platz für neue Wohnbebauung in einem bestehenden Wohngebiet.

Verdens Politik begleitet die Vorhaben wohlwollend bis kritisch, folgte den Plänen aber einstimmig mit einer Enthaltung. „Die Maßnahme ist immer mit fachkundigem Rat auch von außen entwickelt worden, sie wird es auch in Zukunft sein. Ein Vorhaben, das alle begeistert“, sagte Gunda Schmidtke (SPD). „Wir stehen hinter dem Verdener Weg und sehen dessen Notwendigkeit, aber von entscheidender Bedeutung ist auch, die gesamten Fraktionen mitzunehmen“, erklärte Jens Richter (CDU). „Wichtig ist , dass wir zunächst mal eine verlässliche Bestandsaufnahme bei den Altgebäuden auf den Weg bringen“, meinte Anja König (CDU). „Mir bereiten die Ruhezonen Sorgen. Bei 450 Schülern ist es schon schwierig, Flüsterecken leise zu gestalten, wie unsere Schulbesuche zeigten. Im Verdener Campus sind es doppelt so viele junge Leute“, wandte Sonja Toaspern (Linke) ein. Sie enthielt sich der Stimme. Campus-Schulleiter Christian Piechot erklärte sein uneingeschränktes Einverständnis für die Umbaupläne an der Trift. „Wenn das Gebäude so stehen bleibt, macht ein Neubau keinen Sinn. Dann ist die Sanierung und Anpassung der Innen- und Außenraumflächen der richtige Weg. Dabei muss allen klar sein, es werden nicht nur ein, zwei Wände durchbrochen, es wird zu einer umfassenden Umgestaltung kommen.“

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