Kran hebt die letzten tonnenschweren Stahlteile von den Pfeilern

Alte Brücke über die Aller ist fast verschwunden

Die beiden Arbeiter legen den tonnenschweren Stahlträger an die Kette.

Verden - Rund 160 Jahre lang überquerten Züge auf der historische Gewölbebrücke die Aller. Noch Anfang des Jahres überraschte sie bei einem Belastungstest kurz vor ihrem Lebensende mit enormer Standfestigkeit. Doch am Abriss führte trotzdem kein Weg vorbei.

Seit Herbst letzten Jahres ersetzt ein Neubau, eine schlanke freitragende Stahlkonstruktion, die alte Brücke. Schon seit April sind die Abrissarbeiten an dem Verdener Wahrzeichen in vollem Gange. Doch nun ist die alte Eisenbahnbrücke bald wirklich nur noch Geschichte, denn der Rückbau ist in der Endphase angekommen.

Werner Ohlrogge, Geschäftsführer der für den Abriss verantwortlichen Firma Regrata, berichtete gestern, dass insgesamt 400 Tonnen Stahl von der alten Brücke abgebaut wurden. Dieser wird der Wiederverwertung zugeführt. Des weiteren seien über 20 000 Tonnen Bauschutt angefallen.

Abrissarbeiten an der alten Eisenbahnbrücke 

Gestern wurden die beiden letzten Stahlteile mit einem Gewicht von jeweils 60 Tonnen von den Brückenpfeilern gehoben. Um diese enorme Last zu heben, musste ein 500-Tonnen-Autokran am Ufer positioniert werden. Bevor die Stahlträger aber einer nach dem anderen elegant in die Tiefe schweben konnten, dauerte es doch noch eine ganze Weile. Ein weiterer Kran musste an der Baustelle ausgerichtet und für bessere Standfestigkeit mit Gewichten beschwert werden. Mit diesem zweiten Gerät fuhren zwei Arbeiter mit einer Plattform in die Höhe.

Sie hatten die verantwortungsvolle Aufgabe, die Stahlträger für die kurze Reise durch die Luft fest an die Kette zu legen. Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, mussten sie darauf achten, dass das Element möglichst gerade an den Ketten hängt. Das klappte perfekt. Der Stahlträger löste sich ohne Probleme vom Brückenpfeiler und konnte bereits kurze Zeit später von den Kollegen am Ufer in Empfang genommen werden.

Nachdem auch der zweite Stahlträger sicher am Ufer gelandet war, weisen nun nur noch die Brückenpfeiler auf die alte Eisenbahnbrücke hin. Doch auch sie werden bald verschwunden sein. Dann erinnern nur noch Fotos an das historische Bauwerk.   ahk

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