Türkisch-Islamische Gemeinde Verden öffnet Türen / Vorurteile abgebaut

Alt-Herren-Fußballer als Gäste

Die Alt-Herren-Fußballer der SG Wahnebergen sowie deren Ehefrauen und Lebenspartnerinnen beim Besuch des Gemeindezentrums an der Grünen Straße. - Foto: Röttjer

VERDEN - Einen offenen und kooperativen Umgang und Dialog mit allen Institutionen und Religionen pflegt die Türkisch-Islamische Gemeinde Verden, deren Tür im Gemeindezentrum an der Grünen Straße nicht nur türkischen, türkischstämmigen oder muslimischen Menschen, sondern allen offensteht. Das wurde in der Vergangenheit schon beim Kermesfest, dem internationalen Kinderfest sowie dem Tag der offenen Moschee deutlich.

Diese Gastfreundschaft erfuhr jetzt eine Gruppe von etwa 30 deutschen Mitbürgern, Alt-Herren-Fußballer der SG Wahnebergen sowie deren Ehefrauen und Lebenspartnerinnen, beim Besuch des Gemeindezentrums an der Grünen Straße. Organisiert wurde der Besuch von Wulf-Dieter Liegmann, der mit der Anfrage bei Hüseyin Gülalan, dem Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins, sofort ein positives Echo gefunden hatte.

„Selbst hatte ich in meinem langjährigen Berufsleben sehr viele und immer positive Kontakte mit den türkischen Mitbürgern“, erläuterte Liegmann. Diese Erfahrungen und Kenntnisse der türkischen Kultur hätten etliche der Mannschaftskameraden aber nicht und daraus habe sich bei ihm der Gedanke entwickelt, dieses Halbwissen durch einen Besuch zu beseitigen. Außerdem habe die Gruppe bereits bei einer Führung im Dom sowie in der katholischen Kirche interessante Details erfahren.

Den Ausschlag habe aber der Tag der offenen Moschee gegeben, und nachdem damals aus terminlichen Gründen die Besichtigung des Gemeindezentrums nicht stattfinden konnte, war dieser Termin vereinbart worden. Begrüßt wurde die Gruppe vom Vorsitzenden Hüseyin Gülalan, der in seinen einführenden Worten sowie auch später bei der Führung durch das Gebäude stets offen und humorvoll über das Leben innerhalb der türkisch-islamischen Gemeinde und deren Entstehung sprach.

In diesem Gemeindezentrum praktizierten die Muslime ihre Religion. Außerdem biete der Verein in erster Linie seinen Mitgliedern eine Vielzahl an Bildungs-, Sport- und Kulturangeboten und engagiere sich in der Jugend-, Senioren- und Integrationsarbeit. Der Förderung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen komme dabei eine wichtige Rolle zu, ebenso Völkerverständigung und Toleranz. Zudem engagiere sich der Verein beim deutschen Sprachunterricht für Migranten.

In Verden habe man immer versucht, den Glaubenspflichten nachzukommen, aber auch Wert auf die sozialen und kulturellen Arbeiten gelegt, so Gülalan. In den siebziger Jahren sei die erste Generation einer kleinen Gemeinde gegründet worden, um zumindest Kindern den muslimischen Glauben näher zu bringen. Anfang der Achtziger-Jahre habe es eine Moschee in einem Kellerraum gegeben und ab 1991 eine Holzhütte den religiösen Zwecken gedient. Nach der Vereinsgründung sei es 1997 gelungen, das jetzige Gebäude zu erwerben und als Gemeindezentrum mit Gebetsräumen einzurichten. In naher Zukunft stehe eine Sanierung des Gebäudes an.

Bei der Führung durch die Räume, an dem auch der Iman teilnahm, wurde die Gruppe auch Zeuge, wie dieser die Muslime zu einem der täglichen fünf Gebete aufrief. Auch hier erläuterte Gülalan mit einer Prise Humor die Tradition des muslimischen Glaubens. Zum Schluss wurde die Gruppe noch in die Teestube eingeladen und auch hier gab es auf viele Fragen immer eine Antwort. „Ich habe dabei schon den Eindruck gewonnen, dass durch diesen Besuch eventuelle Vorbehalte meiner Sportkameraden beseitigt wurden“, so Liegmann abschließend. - rö

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