Marktbeschicker und Schausteller ziehen Domweih-Fazit zur Halbzeit

Alles ruhig, außer die Musik

Der Marktausschuss-Vorsitzende, Horst-Heiner Pabst, will ab sofort kürzer treten. - Foto: Schumacher

verden - Halbzeit auf der Domweih: Schausteller und Marktbeschicker haben sich gestern in Renoldis Almhütte getroffen, um die ersten Tage zu resümieren. Fazit: Ruhige Gäste, aber zu laute Musik.

Horst-Heiner Pabst, Vorsitzender des Marktausschusses, dankte allen Beteiligten: Dem Bauhof, der dafür sorgte, dass pünktlich zur Domweih alles abgebaut wird, was im Weg steht, der Polizei, der Johanniter Unfallhilfe und den Stadtwerken Verden, die möglich machten, dass die Domweih „unter Strom steht“. Ein besonderes Dankeschön ging an Schaustellerin Trudi Renoldi: Die Chefin der Almhütte stellte den Platz und belegte Brötchen für die Versammlung zur Verfügung. Zudem feierte sie gestern auch noch ihren Geburtstag. „Für mich ist es immer wieder eine große Ehre, meinen Geburstag in Verden feiern zu können“, so Renoldi. Pabst überreichte ihr einen Blumenstrauß.

Bürgermeister Lutz Brockmann freute sich insbesondere über das tolle Wetter und den Domweih-Umzug am Samstag: „Da steckt unheimlich viel Aufwand und Vorbereitung hinter.“

Ulrich Winter, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Verden, zeigte sich zufrieden. Vier Körperverletzungen, drei Taschendiebstähle, sieben Platzverweise und fünf „Übernachtungen ohne Frühstück für 70 Euro“, wie er den Aufenthalt in der Ausnüchterungszelle nennt, sind zu verzeichnen. Das sei laut Winter absolut in Ordnung, wenn man die Viezahl der Gäste bedenkt.

Angelika Revermann, Leiterin der Verdener Tourist-Info, freute sich über den riesigen Andrang beim Domweih-Umzug. Erstmals sei die komplette Umzugsstrecke von Besuchern umlagert gewesen, circa 2 200 Menschen haben den Umzug miterlebt. Auch der Bummelpass sei wie in den vergangenen Jahren sehr beliebt gewesen. „Für die Domweih 2017 wollen wir uns noch aktiver mit den Social-Media-Kanälen beschäftigen. Auch über Preissteigerungen müssen wir nachdenken“, so Revermann.

Trotz der allgemeinen Zufriedenheit gab es zwei wesentliche Kritikpunkte beziehungsweise Anregungen seitens der Schausteller.

Rudolf „Rudi“ Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbandes des Landes Bremen, betonte, dass sich das Publikumsverhalten geändert habe: „Die Domweih wird immer mehr zu einer reinen Partyveranstaltung. Das Programm wird monotoner und das Niveau fällt immer weiter ab.“ Mehrere Schausteller zeigten sich zudem verärgert: Manche Ausschankbetriebe drehen die Musik so laut auf, dass es für andere kaum möglich sei, Gäste beim Bestellen zu verstehen. Es sei unangenehm und rücksichtslos und nicht im Sinne einer friedlichen und respektvollen Veranstaltung. Alle müssen in einem Boot sitzen und in die gleiche Richtung rudern.

Brockmann gab passend dazu zu bedenken, dass die Domweih mehr als nur ein Geschäft sei. „Die Stadt wird bunter. Wir müssen lernen, miteinander zu feiern und Rücksicht auf unsere Mitmenschen und auch Mitbewerber zu nehmen.“

Am Ende verabschiedete Rudi Robrahn Horst-Heiner Pabst mit dankenden Worten und einem Geschenk. Der 73-Jährige tritt ab sofort kürzer und legt sein Amt als Vorsitzender nieder. Pabst stand den Schaustellern und allen weiteren Domweih--Beteiligten jahrelang bei allen Sorgen und Problemen zur Seite. - mas

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