2020 WM der jungen Dressurpferde

Alles neu auf dem Verdener Rennbahngelände

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Das Rennbahngelände wird umgebaut. Im August 2020 soll dort die WM der jungen Dressurpferde eröffnet werden. 

Fleißig gebuddelt wird auf dem Rennbahngelände an der Lindhooper Straße. Reitsport und Leichtathletik sollen dort zukünftig in einem Landschaftspark stattfinden. Ein Datum für die Eröffnung gibt es auch schon: Anfang August 2020 muss alles fertig sein, dann steht die WM der jungen Dressurpferde auf dem Programm.

Verden – Viel Grün, ökologisch nachhaltig und eine variable Nutzung, so waren die Verantwortlichen in die Beplanung des Stadion- und Rennbahngeländes gegangen. Das Areal wird komplett umgekrempelt. Der Anspruch: Mit Fertigstellung zum Sommer 2020 sollen dort internationale Reitsportveranstaltungen stattfinden. Im Ausschuss Jugend, Sport und Soziales stellt Architekt Thorsten Müller-Rauschgold vom gleichnamigen Büro am Dienstagabend den Vorentwurf vor und bekam dafür viel Zuspruch. Noch offen bleibt, was die Stadt ausgeben muss.

Die vorgeschlagene Anlage soll demnach aus insgesamt drei Turnier- und vier Abreitesplätzen bestehen. „Die Anordnung erlaubt eine flexible Nutzung für internationale, nationale und regionale Turniere“, so der Architekt.

  • Reitplatz 1 (siehe Foto) – Turnierplatz Springen (Trapez): Der westliche Turnierplatz soll als Springplatz angelegt werden, ist circa 5 000 Quadratmeter groß und erfüllt damit die Mindestanforderung von 4 000 Quadratmetern für Wettkämpfe.
  • Reitplatz 2 – Großer Turnierplatz Dressur und Springen (Rechteck): Der östliche Turnierplatz soll flexibel für Dressur oder Springen nutzbar sein und muss dafür die Maße von 100 mal 80 Meter einhalten. Die Größe, verbunden mit der zentralen Lage, erlaubt eine flexible Nutzung für alle denkbaren Turniere und Veranstaltungen.
  • Reitplatz 4 – Dressurviereck: Der dritte Turnierplatz Dressur soll zwischen dem Kördreieck und der Ovalbahn mit den notwendigen Maßen von 20 mal 60 Meter entstehen. Mit der Gesamtgröße von 40 mal 80 Meter können auf dem Platz internationale Prüfungen im Dressurreiten stattfinden. Schöner Nebeneffekt: Die Verlegung zum Kördreieck erlaubt den Erhalt einer ortsbildprägenden Eiche.
  • Reitplatz 3 – Abreiteplatz: Nördlich der neu hergestellten Passbahn soll zwischen den beiden Turnierplätzen Nummer 2 und Nummer 4 ein neuer Abreiteplatz entstehen. Geplant ist eine Größe von 40 mal 80 Meter.
  • Reitplatz 5 –Abreiteplatz: Im Innenbereich der Ovalbahn kann ein weiterer Arbeiteplatz entstehen, Fläche 20 mal 60 Meter. Die zeitweilige Nutzung als Parkplatz entfällt, alternative Stellflächen soll es auf dem Gelände der Niedersachsenhallen GmbH geben.
  • Reitplatz 6 – Abreiteplatz: Der vorhandene Platz auf Höhe des Eingangs C wurde bereits mit Spezialsand ertüchtigt.
  • Reitplatz 7 – Abreiteplatz: Für den Springplatz soll ein zweiter Abreiteplatz auf Höhe des Eingangs D neue hergestellt werden. Die Baumstruktur bleibt erhalten.

Veranstaltungen können ohne Probleme stattfinden

Feste Tribünen wird es auf dem Gelände nicht geben. Sie werden, je nach Größe der Veranstaltung, flexibel auf- beziehungsweise abgebaut. Die Planer gehen davon aus, dass Veranstaltungen wie die Weltmeisterschaft der Jungpferde, die Europameisterschaft der Dressur oder internationale Turniere auf dem Gelände ohne Probleme stattfinden können. Sollte es gelingen, ein Event wie die Europameisterschaft der Springreiter nach Verden zu holen, stünde das benachbarte Stadion (8) zur Verfügung.

Abgesehen davon, werden sich Reiter und Sportler künftig nicht mehr in die Quere kommen. Eine Wallanlage trennt die Sportarten räumlich voneinander. „Der Wall bietet zudem Zuschauern die Möglichkeit, Veranstaltungen im Stadion sowie auf dem Reitgelände zu verfolgen“, so Architekt Müller-Rauschgold.

Verwaltungsausschuss und Stadtrat werden im weiteren Verlauf über den Vorentwurf entscheiden. Anschließend sollen, je nach Änderungen, die Kosten dafür vorliegen. Im Haushalt 2020 stehen 1,8 Millionen Euro dafür zur Verfügung.

Mit der Fertigstellung des Geländes erhoffen sich Stadt und Hannoveraner Verband einen Zuschlag für die Austragung der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in den Jahren 2021 bis 2023. Entschieden wird über die Bewerbung am 16. November.

Kommentar des Autors

Ambitioniertes Projekt: Beginn einer Erfolgsgeschichte

Von Markus Wienken

Nicht kleckern, sondern klotzen. Mit ambitionierten Zielen sind die Verantwortlichen in das Projekt „Reiterwaldstadion“ gestartet. Ob es gelingt?

Wer in der Sitzung den Ausführungen der Planer lauschte, der durfte schon beeindruckt sein. Das Büro legte einen strukturierten Ideenkatalog vor, wie das Gelände für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt werden kann. Wo früher sich Wege von Reitern und Zuschauern kreuzten, da werden klare Richtungen vorgegeben, wer wo laufen beziehungsweise reiten kann. Und noch besser: Das Gelände lässt sich künftig beliebig für große und kleinere Veranstaltungen hoch- und runterfahren.

Egal ob sich Weltmeister im Dressur-Viereck bewegen oder der Nachwuchs des Reitvereins Aller-Weser über die Hindernisse springt, jeder findet sein – auch von der Größe her – angemessenes Umfeld. Auch die Leichtatlethen dürften zufrieden sein, bleibt doch das Stadion künftig weitgehend unangetastet. Nur falls Verden den Zuschlag für eine internationale Großveranstaltung wie die Weltmeisterschaft der Springreiter bekommen würde, müsste aus Platzgründen auch das Stadion herhalten. Angesichts des damit verbundenen Renommees und der damit verbundenen Einnahmen eine zu verschmerzende Belastung.

Gibt es einen Pferdefuß bei all der Euphorie? Die Planer haben noch nichts über den tatsächlichen Kostenrahmen des Millionenprojektes sagen können. Zahlen sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Bleiben sie im Rahmen, kann gebaut werden. Muss es auch!

Das Zeitfenster ist eng, bis Ende Juli nächsten Jahres muss die Anlage komplett sein, dann ist die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde auf dem Gelände an der Lindhooper Straße zu Gast.

Ist die Anlage zur WM-Eröffnung fertig, läuft die Veranstaltung zudem reibungslos, könnte das der Beginn für eine ganz neue Erfolgsgeschichte der Reiterstadt sein.

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