Am Allerufer haben sich die Krähen die falschen Bäume zum Nisten ausgesucht

Spielplatz ohne Kinder

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Erst, wenn die Jungen flügge sind, lohnt sich eine Reinigung des „Stangenwaldes“.

Verden - Von Erika Wennhold. Es ist schade, aber nicht zu ändern. Der „Stangenwald“ an der Aller ist zurzeit nicht bespielbar, denn die schmalen Holzbalken, die sich in einem kleinen Hain an Bäumen und Büschen vorbeischlängeln, sind voller Krähenkot. Bei einem Blick nach oben kann man auf Anhieb drei, vier Krähennester erkennen. Ordnungsamtsleiter Rüdiger Nodorp weiß aber, dass es noch einige mehr sind.

Das erklärt auch den Lärm, der immer dann aufbraust, wenn Kräheneltern mit Futter im Anflug sind und die Jungen im Nest auf sich aufmerksam machen, um den größten Happen abzubekommen. Ein schönes Schaustück der Natur, das sich, könnte die Stadt Verden Einfluss nehmen, lieber an anderer Stelle abspielen sollte.

Bettina Hesse, Fachbereichsleiterin Straßen und Stadtgrün, kennt das Problem: „Wir haben bereits im Fachausschuss darüber diskutiert und zur Kenntnis genommen, dass wegen des Artenschutzes im Augenblick gar nichts zu machen ist.“ Im vergangenen Jahr sei alles aber noch schlimmer gewesen. Durch die Vergrämung, im Frühjahr vor der Brutzeit, seien es nun einige Nester weniger.

Was keineswegs so bleiben muss. „Krähen sind schlau. Die lassen sich nicht so leicht vertreiben“, ist Rüdiger Nodorps Kommentar dazu. „Als wir im Frühjahr alle Nester mit dem Wasserstrahl entfernt hatten, wurde gleich wieder neu gebaut.“

In anderen Gegenden im Landkreis Verden ist sogar beobachtet worden, dass die Vergrämung einer Kolonie zur Folge hatte, dass sich zwei oder drei neue Kolonien an gleicher Stelle ansiedelten.

Landrat Peter Bohlmann bestätigt, dass die Untere Naturschutzbehörde für den Bereich am Allerufer eine Ausnahmegenehmigung erteilt und das Vergrämen erlaubt hat. „Weil da ein Spielplatz drunter ist.“ Er hat gleichzeitig Zweifel am Gelingen. „Es ist sehr schwer, die Krähen wirklich los zu werden.“

Dennoch will Rüdiger Nodorp am Ball bleiben. Wenn er nach der Brutzeit erneut die Feuerwehr um Hilfe bitten möchte, muss er zuvor die Erlaubnis dafür bei der Unteren Naturschutzbehörde einholen. Da in Verden die Amtswege kurz sind, dürfte dies das geringere Problem sein. In der Zwischenzeit wird den Eltern geraten, ihre Kinder nicht im Stangenwald spielen zu lassen.

Dr. Bernhard Krüger, Leiter des Gesundheitsamtes, beruhigt aber auch, sollte es doch einmal vorkommen, dass ein Kind auf den Stangen balanciert und sich die Hände schmutzig macht. „Aus hygienischen Gründen ist natürlich Händewaschen geboten.“ Krähenkot sei aber nicht bedenklicher als anderer Vogel- oder Tierkot. Und wenn er eingetrocknet sei, verliere er seine Infektionsgefährdung.

Vielleicht lohnt sich schon bald eine Grundreinigung, wenn die Jungen flügge sind und sich die Situation in den Baumkronen über dem Spielplatz beruhigt hat. Solange können Kinder und alle, die Spaß am Klettern haben, das große Naturholzgerüst ein paar Meter weiter ohne Einschränkungen und nach Herzenslust benutzen.

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