Allersymphonie ein wahres Geschenk

Dieser Abend schreit nach weiteren

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Rund 1000 Besucher lauschten den Klängen auf dem Gelände des Wassersportvereins Verden.

Verden - Von Ilse Walther. Hätte eine solche Premiere besser sein können als die Allersymphonie am Samstag am Allerufer? Nach Tagen mit fast immer schlechtem Wetter war dieser hochsommerliche Tag mit absoluter Windstille ein wahres Geschenk des Himmels für die Initiatoren, einem Open-Air-Konzert auf einem Schiff mit einem wunderbaren, hier bereits bekannten Orchester und Verdener Solisten.

Die Domfestspiele hatten dieses große Projekt organisiert und verwirklicht. Und der Zuspruch war gewaltig, bereits schnell waren die 1000 Karten im Vorverkauf weggegangen.

Es war ein Erlebnis der ganz besonderen Art, nicht nur für die Ausführenden, dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen, geleitet von dem Dirigenten Georg Köhler, und den Solisten Christiane Artisi, Alt, und zwei ihrer Schüler, der Sopranistin Henrike Henken, die bereits im Studium ist, und dem inzwischen zum Tenor herangewachsenen Samuel Franco, der mit dem Gesangsstudium beginnen wird.

Das Orchester erwies sich auch in der diesmal kleineren Besetzung als ein mitreißendes Ensemble. Was diese jungen Menschen wieder boten, begeisterte total. An allen Pulten wird engagiert, tonschön und farbig musiziert. Die häufigen Dialoge zwischen Streichern und Bläsern wurden wunderbar umgesetzt, Soli klangbetont ausgespielt und alles unter dem mitgehenden Dirigat Georg Köhlers in großer dynamischer Bandbreite ausmusiziert.

Große dynamische

Bandbreite

Hier muss man auch dem Tontechnikerteam ein ganz großes Lob aussprechen, die Musik klang nie zu laut und war fein austariert, und das ist schon ein Kunststück für ein klassisches Open-Air-Konzert. Christiane Artisi hatte ein wirklich farbiges Programm zusammengestellt, welches bestens für dieses Konzert geeignet war. Von Mozart bis Moderne, aber sehr geschickt zusammen „komponiert“, war es für das Orchester wieder ein Beweis für seine Vielseitigkeit, Mozartisch leicht, und auch voller Witz in den modernen Werken, es beherrscht alles mit seiner jugendlichen Frische und Begeisterungsfähigkeit, die sich schnell auf die Zuhörerinnen und Zuhörer übertrug.

Und je dunkler es wurde, umso konzentrierter hörte man zu, und die im ersten Teil doch oft störenden Gespräche an Nachbartischen waren verstummt. Eine opulente Einleitung bot der Kreisfeuerwehrverband Verden zu Beginn mit einem Teil aus Richard Strauss' „Also sprach Zarathustra“, perfekt tanzten die Strahlen der Wasserorgel nach der Musik, hier vom Band. Hinreißend schön, schwungvoll mit subtilen Oboen- und Fagottsoli brachte das Orchester dann die Ouvertüre zu „Die Fledermaus“ von Johann Strauß und war Christiane Artisi ein feinfühliger Begleiter in der berühmten Arie „Ich lade gern mir Gäste ein“, die sie mit Temperament und auch süffisant, intensiv und mit Geist gestaltete. Ihre dichte und warme Stimme kann sie herrlich modulieren, was später auch zu erleben war.

Duftig leicht, fast mozartisch musizierte das Orchester den herrlichen ersten Satz der Symphonie Nr. B-Dur von Franz Schubert und begleitete feinsinnig Samuel Franco bei Schuberts späten Lied „An Sivia“, welches der junge Sänger bemerkenswert klangschön ausgestaltete, sprachlich und stimmlich. Aus seinem Knabensopran ist ein substanzreicher, auch italienisch gefärbter Tenor geworden. Ganz zauberhaft war zudem „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus Mozarts Zauberflöte, von Henrike Henken und Samuel Franco gesungen.

Auch für die Musik von Sergej Prokofiev, dessen Ritterballet aus der Suite Nr. 2, 1. Satz, hatte man sich eine schöne Inszenierung ausgedacht, ebenso für den Walzer von Dmitri Shostakovich, der schon sehr farbig tanzte. Samuel Franco sang „Caro, mio ben“ von Giuseppe Giordani mit viel Schmelz, sehr schön vom Orchester begleitet. „Solveigs Lied“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg bot Henrike Henken ausgereift schön und intensiv, duftig und gläsern begleitet.

Die Sätze „ Amitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Suite musizierte das Orchester warm und differenziert, schön hier die edle Cellokantilene, und köstlich die Schilderung, wie die Zwerge in die Halle einmarschieren. Die Slawischen Tänze Nr. 2, op. 72 e-Moll, und Nr. 3, op. 46 As-Dur, von Antonin Dvorák gelangen schwelgerisch schön und warm wiegend.

Gemeinsam sangen die Solisten und das ganze Publikum dann „Guter Mond, du gehst so stille“, vom Orchester ungemein stimmungsvoll mit dem opulenten Satz von Engelbert Humperdinck begleitet. Da konnten einem schon Schauer über den Rücken laufen. Welch herrliche Stimmung, bei der sich nur noch der Mond zierte, ehe er dann in Wolken erschien. Die „Bremen“ war festlich beleuchtet und machte den Weg frei für alle Gäste, denn jetzt hatten die Feuerwerker ihre Meisterstücke am anderen Ufer aufgebaut und zauberten herrliche Wasserfontänen dazu, Tänze, bunte Kreise und wiegende Fächer und Schleier in bunten Farben zu der Musik „Alla Hornpipe“ von Händel und Pomp and Circumstance, March Nr. 1 in D, von Edward Elgar. Da fehlten dann nur noch die berühmten englischen Fähnchen.

Alle Ausführenden wurden lange und berechtigt gefeiert und umjubelt. Ein grandioses Erlebnis, für das man nur Dank an alle Initiatoren, Künstler, den Wassersportverein und auch die Sponsoren sagen kann. .

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