Experten empfehlen Neubau

Allerstrombrücke ist nicht mehr zu retten

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Muss einiges aushalten: Mit vier Tonnen darf die Allerstrombrücke belastet werden. Mittlerweile steht fest, dass das Bauwerk nicht mehr zu retten ist.

Verden - Der Countdown läuft: Die Allerstrombrücke, die Verbindung von Verdens Innenstadt über den Fluss in Richtung Hönisch, ist marode. „Langfristig brauchen wir einen Neubau, kurzfristig muss saniert werden“, berichtete Volker Buschhoff vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün im gleichnamigen Ausschuss.

Die Planungen sind angelaufen. Circa sieben Jahre geben die Experten dem Beton noch. Wer den Lebenslauf des Bauwerks studieren will, der muss weit zurückblättern. Die Wiederlager und Pfeiler haben 110 Jahre auf dem Buckel, der Überbau, eine zweifeldrige Spannbetonbrücke, stammt aus dem Jahr 1962. Die Liste der Schäden an Stahl und Beton ist lang. Immer wieder tauchen in dem Zeugnis Begriffe wie „Korrosion“ und „erhöhter Gehalt an Chloriden“ auf. Bereits bei der Hauptprüfung im Jahr 2015 seien die Mängel festgestellt worden.

Die Experten wollten es genauer wissen, und gingen in die Tiefe. „In Zusammenarbeit mit der Amtlichen Materialprüfungsanstalt (MPA) Bremen wurde ein Spannglied freigelegt. Das Hüllrohr und darin befindliche zwölf Spannstähle zeigen zwar nur geringe Anzeichen von Korrosion, aber der Verpressmörtel einen erhöhten Gehalt an Chloriden“, so Buschhoff. Die Chirurgen gingen noch tiefer, öffneten an mehreren Stellen der Brücke Fahrbahn und Übergangsbereiche der Kappen im Bereich von Bord und Gehweg. Überall Korrosion.

Feuchtigkeit dringt weiterhin ein

„Eine Abdichtung der Fahrbahn ist nicht vorhanden, weiterhin dringt Feuchtigkeit ein und sorgt für noch mehr Schäden“, notierten die Prüfer. Betroffen sind davon auch Bereiche der Haupt- und Querträger. Zudem hat sich der Bewehrungsstahl im Beton der Platten offensichtlich im Verlauf der Jahre, bedingt durch Nässe, Frost und Korrosion einfach aufgelöst. „Wir haben bei der Untersuchung in dem Bereich nichts mehr gefunden“, so Buschhoff. Und die Zerstörung geht ihren weiteren Gang: „Durch Volumenvergrößerung des Stahls an anderer Stelle kommt es zu Absprengungen und Abplatzungen des Betons.“

Die Note drei haben die Experten dem Bauwerk gegeben. In der Schule ein Befriedigend, weiß der Brückenbauer, dass es damit schlecht um den Patienten bestellt ist. Er spricht von einem „nicht ausreichenden Zustand“. Der Auftrag an die Stadt: Eine neue Brücke muss her. Buschhoff: „Wir haben dafür 60.000 Euro Planungskosten im Haushalt 2018 bereit gestellt.“ Angedacht ist ein zweispuriger Neubau, Fertigstellung in den nächsten Jahren. Bis dahin kommen die Verantwortlichen allerdings um eine minimale Sanierung nicht herum. „Die Kosten dafür belaufen sich auf circa 80.000 Euro“, so Buschhoff.

Wird neu gebaut, sollen Autofahrer, so eine Idee, über ein Provisorium zwischen Verden und Hönisch pendeln. Angedacht ist eine aufgeständerte verschwenkte Ersatzbrücke, über die der Verkehr vom Pfadfinderheim am Klusdamm über die Aller zum Bollwerk fährt.

mw

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