Kolumne … an diesem Mittwoch

Was denn: Allerniederung

Ein Beitrag von Rolf Zepp - Wir kennen das alle: wir lesen eine Verordnung oder Richtlinie und sind tief beeindruckt von der kompakten und auf Genauigkeit bedachten Formulierung.

Manchmal erstarren wir förmlich vor der Objektivität und Unantastbarkeit der getroffenen Wortwahl. Oder wir spüren gar eine gewisse Ohnmacht vor den verschachtelten Sätzen, gespickt mit Abkürzungen, die nicht viel schlimmer sein können als NAGBNatSchG.

Schlimmer noch, derartige, von unserer Alltagssprache weit abgerückten Soziolekte (nicht zu verwechseln mit Dialekte!) machen uns bisweilen handlungsunfähig. Was nicht gut ist. „Was denn nun?“ liegt einem förmlich auf der Zunge, wenn durchaus schutzwürdige Landschaftsteile im Uferrandbereich der Aller von halbschlächtigen Hinweistafeln umsäumt sind, die den Erholungssuchenden alle naselang neu instruieren: was eben noch ausdrücklich erlaubt ist, wird nach wenigen Schritten zwar nicht verboten, doch wortwörtlich nicht erlaubt.

Im Bermudadreieck zwischen ‚öffentlichen Wegen, ‚Wirtschaftswegen‘ und ‚gekennzeichneten Wegen‘ riskiert so mancher verortete Naherholer sich mit samt seinem Fifi nicht nur in der eigenen, selbstverständlich angelegten, Hundeleine zu verheddern – und dies auch außerhalb der Brut- und Setzzeit.

Um genau das zu vermeiden und damit wir uns einvernehmlich im Bewusstsein des Schutzzwecks mit gefestigtem Tritt durch die behördlich definierten Erholungszonen des Alleruferweges (mit und ohne Hund) bewegen, sei uns hier und heute das Studium der Verordnungstextes nebst Karten zur Verordnung als naherholungsvorbereitende Maßnahme dringendst anzuraten.

Wenn es uns dann auch noch gelingt, unaufgeregt in die Stille der Uferböschungen zu treten, tief durchzuatmen, ohne dabei die Lebensräume der Pflanzen- und Tierarten zu beeinträchtigen, haben wir bestimmt schon ganz viel richtig gemacht.

Und das nicht nur …

… an diesem Mittwoch.

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