ALFA bereitet Landesverband Niedersachen in Verden vor

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Arbeiten am Projekt ALFA in Verden (v. l.): Bernd Vogel, Jens Paulsen und Peter Drewes.

Verden - Für Jens Paulsen war der Rechtsruck der Alternative für Deutschland (AfD) eine „feindliche Übernahme“. Der Parteitag in Essen, der Anfang Juli Frauke Petry an die Spitze gespült und zum Austritt vieler Mitglieder geführt hatte, steckt dem Harsefelder Juristen noch in den Knochen. Wie für Ex-Chef Bernd Lucke ist die Petry-Partei für ihn Vergangenheit. In Verden machte Paulsen sich mit den Ex-AfD-Kreisvorsitzenden Peter Drewes und Bernd Vogel, Sympathisanten und Wegbegleitern daran, die Strukturen für die Nachfolge-Partei ALFA zu entwickeln.

Die Vorzeichen für die Übernahme habe er früh gesehen, berichtete Jens Paulsen der Schar von Ex-AfD-Mitgliedern, die trotz Grill-Wetter ins Zentrum für nachhaltiges Bauen gefunden hatten. Der Jurist hatte sich schon frühzeitig an den Entwurf für eine neue Parteisatzung gemacht, und so konnte er das Papier einfach aus dem Aktenkoffer ziehen als Bernd Lucke und seine Getreuen sich zur neuen Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch entschlossen hatten.

Jetzt ist das Kind gerade einmal drei Wochen alt, aber die nächsten Landtagswahlen, am 13. März 2016, hat der neue Bundesvorstand schon im Blick.

Die Zeit drängt also, und Landesverbände müssen her. In Baden-Württemberg wird schon im August gegründet und in Niedersachsen soll der Landesverband am 26. September entstehen. In sechs Regionalkonferenzen grast Paulsen mit regionalen Vertretern das Land ab und sammelt Sympathisanten, Betrittserklärungen und Unterstützer.

Als führende Kräfte in einem der künftigen Regionalverbände laufen die örtlichen Mitstreiter Peter Drewes, ehemals AfD-Kreisvorsitzender in Rotenburg und Heidekreis, und Bernd Vogel (Cuxhaven) schon einmal für das Projekt ALFA warm. „Geschockt“ von den Essener Vorgängen gehörten beide zu den Männern der ersten Stunde.

Schon die Satzung von ALFA zeigt die bewusste Abgrenzung gegen Rechts. Eine weitere feindliche Übernahme soll vermieden werden, indem die Mitglieder genau unter die Lupe genommen und auch abgelehnt werden können. Die potentiellen Mitglieder im Saal hatten allerdings so ihre Bedenken, dass ein solches „Screening“ die Parteianhänger abschrecken könnte.

Programmatisch soll Luckes neuer Versuch so etwas wie ein AfD 2.0 werden. Bürgerlich, liberal und konservativ, wie die Alternative für Deutschland einst gedacht war. Eigentlich neu ist nur das ausdrückliche Bekenntnis zur Technik. Die soll die Probleme der Welt lösen, auch die, die sie selbst produziert hat. So ganz überzeugt waren einige Teilnehmer der Versammlung davon allerdings nicht. Einer forderte vehement, dass der ethische Umgang mit Ressourcen und Technologienutzung mehr in den Vordergrund gerückt werde müsste.

kle

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