Anders leben: Wohnprojekt in der Cluventalstraße stellt sich vor / Vortrag

Mit aktiver Nachbarschaft

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Zeit zum Anstoßen. Nach Umbau und Bildung der Hausgemeinschaft kann das Wohnprojekt Allerhaus starten. ·

Verden - Auf modernstem Stand ist das AllerHaus in der Cluventalstraße nicht nur baulich, sondern auch zwischenmenschlich. Es ist ein Mehrgenerationenwohnprojekt, in dem 16 Personen im Alter von 10 bis 73 Jahre leben.

Getrennt in elf Wohnungen, aber doch gemeinsam. Im Oktober 2012 wurde die erste Wohnung bezogen, inzwischen sind alle belegt und der Garten weitestgehend fertig angelegt. Zeit, um mit denen anzustoßen, die maßgeblich an der Verwirklichung dieser Wohnform beteiligt waren.

Dazu trafen sich Bewohner und Gäste am späten Montagnachmittag im Gemeinschaftsgarten. Der Dank der Bewohner galt dabei insbesondere Rosemarie Guhl, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Verden. Sie sei von Anfang an dabei gewesen und habe einen unermüdlichen Einsatz gezeigt. „Rosemarie Guhl vermittelte, brachte die richtigen Menschen zusammen, stellte die Verbindung zur Genossenschaft her“, sagte Claudia Bernsmann im Namen der Bewohner.

Auch Bürgermeister Lutz Brockmann stand immer hinter der Idee. „Viele Menschen leben allein und es tut ihnen nicht gut. Hier kann man auch alleine sein, aber in einer aktiven Nachbarschaft“, so Brockmann. Die Stadt hat das mit einem alten Mehrfamilienhaus bebaute Grundstück in zentraler Lage als Erbbaugrundstück mit einem ermäßigten Zins zur Verfügung gestellt.

Den Anstoß zu dem selbstverwalteten Wohnprojekt gab laut Bernsmann im Jahr 2006 ein Vortrag zum Thema „Anders leben als gewohnt“. Weil man bezahlbaren Wohnraum schaffen wollte, wurde die Idee mit der AllerWohnen eG umgesetzt. Die Baugenossenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, selbstbestimmtes, ökologisches und preisgünstiges Wohnen zu ermöglichen.

1,4 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, durch den der Altbau fast Passivhausstandard erreicht hat. Eine Million wurde über zinsvergünstigte KfW-Darlehen finanziert, mit denen energetische und barrierefreie Wohnräume gefördert werden, erklärte Architekt Thomas Isselhard. Der Rest über Genossenschaftsanteile.

„Das Allerhaus hat Vorbildcharakter landesweit“, berichtete Ulrich Steinmeyer von der AllerWohnen eG. Viele wollen wissen, wie man es in Verden geschafft hat und kommen von weither angereist, denn der Wunsch nach einer solchen Wohnform ist weit verbreitet. Es umzusetzen, jedoch manchmal schwierig. „Das AllerHaus soll anderen auch Mut machen“, sagt Rosemarie Guhl. Die Bewohner macht es auf jeden Fall glücklich, das war deutlich zu spüren.

Einen Vortrag zur Förderung gemeinschaftlicher Wohnprojekte hält Ulrich Steinmeyer am Donnerstagabend von 19 bis 21.45 Uhr. im Verdener Ökozentrum. Mehr Informationen zum AllerHaus gibt es im Internet unter http://www.allerhaus.de. · wb

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