Ausstellung am Montag

Vom Sandquader zur 90-Kilo-Skulptur: Aktion auf dem Verdener Rathausplatz erfährt große Resonanz

Katrin Koball und Söhnchen Erik verwandelten ihren Sandquader in eine Rakete.
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Katrin Koball und Söhnchen Erik verwandelten ihren Sandquader in eine Rakete.

Verden – Das Verdener Kunst- und Kulturleben ist endlich wieder in Bewegung geraten und es werden die unterschiedlichsten Aktivitäten durchgeführt. So fand am vergangenen Sonnabend auf dem Verdener Rathausplatz eine Mitmach-Veranstaltung statt, die kreative Menschen beim Bau von Sandskulpturen forderte.An insgesamt 15 Plätzen wurde gesägt, gefeilt und geschnitzt – die Teilnehmer konnten ihren Ideen freien Lauf lassen.

Wer hat es als Kind nicht genossen in der Sonne im Sand am Meer oder an der See zu sitzen, Sand mit Wasser zu vermischen und aus dem Matsch kleine Kunstwerke oder große Sandburgen zu bauen? Zugegeben, der Rathausplatz hat weder Meer noch See zu bieten, doch es gab blauen Himmel, zwei Tonnen Sand und viele Menschen, die überwiegend in kleinen Gruppen mit Schnitzwerkzeugen in den Händen die vorbereiteten Sandquader bearbeiteten.

Das Verdener Kunstlabor, eine Kooperation von Tintenklecks und Stadt Verden, hatte in der zweiten Projektrunde zum Sandskulpturenbau aufgerufen, und als federführende Initiatorin war Susanne Reinhardt, Kulturförderin der Stadt Verden, von der Resonanz selbst ein bisschen überrascht. „Es hatten sich vorab für den Vormittag vier und den Nachmittag acht Personen angemeldet und jetzt schauen Sie sich das an“, freute sie sich angesichts der spontanen Teilnahme etlicher Familien, sodass vom schmucklosen Grau, das gewöhnlich den Boden des Rathausplatzes schmückt, nur wenig zu sehen war. Stattdessen zierten Baumstämme, Sandquader und Sonnenschirme die große Fläche und Menschen, die die Sandskulpturen aus den Sandquadern bauten, die das Kunstlabor gemeinsam mit der Agentur „Wiesel Events“ aus Hessen zur Verfügung gestellt hatte.

Die Resonanz der Allerstädter sprach nämlich Bände und war so groß, dass Wießing und sein Mitarbeiter Moritz Rotté mehrmals für Nachschub sorgen und mit Muskelkraft neue Quader aus Sand, Ton und Wasser formen mussten. „Im Vorfeld der Aktion hatte ich vor allem Erwachsene im Blick. Spontan ist heute ein Familien-Event daraus geworden, was mich aber ganz besonders freut“, äußerte sich Susanne Reinhardt, die rundum zufrieden beobachtete, mit wieviel Spaß kleine wie große Kreative sich an dem Naturmaterial zu schaffen machten und die Sandklötze teils mit Muskelkraft bearbeiteten.

Von der großen Resonanz waren selbst die Veranstalter am Ende überrascht.

Die Besucher sind begeistert: „Ich kenne nur Schnitzen mit Holz. Das Arbeiten mit Sand wollte ich unbedingt mal ausprobieren“, sagt Jaks Paquelin, der gemeinsam mit dem vierjährgen Augusto und dem fünfjährigen Alessandro einen Quader bearbeitet. „Was genau daraus werden soll, wissen die Drei jedoch nicht. „Das wird sich zeigen“, sagt Paquelin und grinst.

Auch Berit Härthe arbeitet gemeinsam mit ihrer Tochter Beke an einer Skulptur. „Es ist ein Haus, ein Haus, das vielleicht ein Unwetter oder sonst ein Ereignis zerstört hat“, lächelt sie angesichts der etwas schiefen Gebäudeform. Am Platz daneben arbeiten Katrin Koball und Söhnchen Erik. „Das ist eine Rakete“, sagt der Steppke über die Skulptur, die eindeutig als solche zu erkennen ist.

Um den Sandquader zu bearbeiten, und ihn in die gewünschte Form zu bringen, braucht es teilweise richtig Muskelkraft und die Kreativen mussten sich wortwörtlich ins Zeug legen.

Die kreativen Ergebnisse der Teilnehmer, die ihre 90-Kilo-Skulpturen nicht mit nachhause nehmen konnten (oder wollten), werden am heutigen Montag auf dem Podest auf dem Rathausplatz ausgestellt. Am Abend werden sie jedoch bereits wieder entfernt, um den Aufbau des Wochenmarktes nicht zu behindern.

„Wer an einer bestimmten Skulptur Interesse hat, kann sich am besten unter der E-Mail-Adresse kunstlabor@verden.de bei mir melden“, sagt Reinhardt. Übrigens: Regen und Hagel stellen für die Kunstwerke in der Regel keine Gefahr dar. „Das gibt höchstens ein paar Schlieren“, so Wießing.

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