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Impfpflicht an der Aller-Weser-Klinik: Kündigung für niemand ein Thema

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Von: Heinrich Laue

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Ein Mann mit einem grünen OP-Oberteil, im Hintergrund Krankenhaustechnik an einer Wand.
Über 100 Prozent Impfquote beim ärztlichen und 92 Prozent insgesamt beim Personal freut sich Dr. Peter Ahrens, ärztlicher Leiter der AWK. © AWK

Landkreis – Bei 92 Prozent liegt mittlerweile die Impfquote unter Pflegekräften sowie anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Aller-Weser-Klinik (AWK) an den Standorten Verden und Achim.

Ärzteschaft geimpft

Sogar 100 Prozent der Ärzteschaft seien geimpft, wie Dr. Peter Ahrens, ärztlicher Direktor der AWK, im Gespräch mit dieser Zeitung weiter erläuterte. Zwei medizinische Kollegen waren demnach ungeimpft an Corona erkrankt und haben jetzt nach der Quarantäne Genesenen-Status.

Keine Kündigungen wegen der Impfpflicht

„Wir werden auch niemandem kündigen“, betont Dr. Ahrens im Hinblick auf die bevorstehende Impfpflicht für Personal im Gesundheits- und Pflegebereich. Sie tritt am 15. März in Kraft.

Gesundheitsamt entscheidet über eventuelles Betretungsverbot

Über ein eventuelles Betretungsverbot der Kliniken wegen nicht vorhandener Doppelimpfung entscheide danach im Falle des Falles das Gesundheitsamt des Landkreises nach Einzelfall-Prüfungen und auf Grundlage der in Niedersachsen geltenden Vorgaben, erläutert Dr. Ahrens.

Krankenhäuser personell ausreichend besetzt

Insgesamt sei die Lage in der Aller-Weser-Klinik zwar nicht ganz entspannt, doch seien sie personell ausreichend besetzt, fasst der ärztliche Leiter zusammen. Aktuell liege in Verden auch niemand wegen Corona auf der Intensivstation und in Achim lediglich eine Person.

Es gebe jedoch immer wieder Patienten, die wegen anderer Erkrankungen, etwa am Herzen oder an der Lunge, im Krankenhaus behandelt werden müssten und bei denen dann eine Corona-Infektion festgestellt werde.

Leichtere Verläufe bei der Omikron-Variante

In aller Regel verursache die Omikron-Variante leichtere Verläufe, die grippalen Infekten ähneln. Wegen der neuen Omikron-Unterarten ba.1 oder ba.2 aber könne es sein, dass sich jemand nach einer Infizierung im November oder Dezember schon in wenige Monate später erneut anstecke.

Zweite Infektion kann schwerwiegender verlaufen

Diese zweite Infektion könne dann schwerwiegender verlaufen, warnt Dr. Ahrens und hebt die schützende Impfwirkung gegen solche heftigeren Krankheitsbilder noch einmal hervor.

Zum Sommer hin erwartet er eine weitere Abschwächung des Pandemiegeschehens. Wie sich die Lage danach entwickle, sei nicht klar absehbar.

Einige Ungeimpfte haben mit Novavax „nachgezogen“

Er wisse von keiner einzigen Kündigung im Hause wegen der anstehenden Impfpflicht, bestätigte auf Nachfrage der stellvertretende AWK-Betriebsratsvorsitzende Carsten Külker aus Achim. Die derzeitige Impfquote sei auch so hoch, weil einige Ungeimpfte in jüngster Zeit mit dem neuen Protein-Impfstoff Novavax „nachgezogen haben“.

Nur noch wenige Beschäftigte ohne Impfstatus

Es gebe nun nur noch wenige Beschäftigte ohne Impfstatus, und das sei dann meistens durch langfristige Erkrankungen, also medizinisch bedingt. Mit dem derzeitigen Personalstand „kommen wir zurecht“, urteilt auch der Vertreter der Arbeitnehmerschaft.

Kritik an Beschäftigungsverhältnissen auf Leiharbeitsbasis

Er kritisiert allerdings, dass es zu viele Beschäftigungsverhältnisse auf Leiharbeitsbasis gebe. Fachkräfte im Gesundheits- oder Pflegewesen seien andererseits nicht „mal schnell auf dem Arbeitsmarkt zu finden“, räumt er ein. Bei Nichtgeimpften seien im Übrigen immer Möglichkeiten zu prüfen, die Betreffenden auch auf „patientenfernen“ Stellen innerhalb der AWK einzusetzen.

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