Fotografin Maresa Mader zeigt besondere Technik

Ästhetik zwischen Pferd und Mensch

Besondere Momente in schwarz-weiß eingefangen: Fotografin Maresa Mader (Mitte) mit Museumsleiterin Ina Rohlfing (l.) und Museumsmitarbeiterin Christine Rüppell halten das Bild, das zunächst nur als ein Zufallsprodukt galt. Foto: niemann

Verden – Pferde hat Diplom-Designerin Maresa Mader mit ihrer Kamera zu Kunstwerken geadelt. Unter dem Titel „Lichttritte – Fotografien von Maresa Mader“ sind die Bilder für die Dauer von sechs Wochen im Deutschen Pferdemuseum am Holzmarkt zu sehen. „Es ist die erste Kabinettausstellung in unserem Haus überhaupt“, so Museumsleiterin Ina Rohlfing beim Pressegespräch im Beisein der Fotokünstlerin Maresa Mader und Museumsmitarbeiterin Christine Rüppell.

Gezeigt werden schöne, zarte und ruhige Bilder. Motive, die in der aufmerksamen Arbeit der Fotografin nicht nur die perfekte Anmut und die Eleganz eines Pferdes zum Ausdruck bringen, sondern zugleich auch die teils fast intime Symbiose von Pferd und Reiterin – die bekannte bayerische Dressurreiterin Anja Beran beziehungsweise die Erste Bereiterin Vera Mundloh – zeigen.

Zu sehen sind insgesamt 15 Fotografien, die acht verschiedene Pferderassen in klassischen Dressur- und Arbeitslektionen in einer einzigartigen lichtdurchflutenden Kulisse zeigen. „Ein Zufallsprodukt“, wie Mader lächelnd verrät. „Ursprünglich hatte ich eine gänzlich andere Fotosession mit Licht und Nebelmaschine vor weißem Stoffhintergrund geplant.“ Doch das Ergebnis habe sie enttäuscht. Durch das große Glasdach sei zu viel Sonnenlicht in die Halle gelangt und habe – so die erste Einschätzung – die Ursprungsidee zunichte gemacht. Allerdings hatte die Nebelmaschine bereits ganze Arbeit geleistet und die Halle in dichten Dunst getaucht. „Wir haben uns daher entschlossen, weiterzumachen und die Ergebnisse waren in der Tat großartig. Die Sonnenstrahlen ragten als lichtene Bahnen in der Reithalle empor, während die Umgebung nahezu gänzlich verschwunden war.“ Sie habe sich daher entschieden, Pferd und Reiter in den Mittelpunkt ihrer Fotografien zu stellen und zugleich die Lichtbahnen als prägendes stilistisches Element zu nutzen. Und weil die Versuche vor dem weißen Hintergrund der Ursprung der Fotoserie waren, entschied sie sich, eine der Fotografien auch in der Serie zu zeigen.

Im Gespräch betont Mader, die als freiberufliche Fotografin arbeitet und am liebsten Pferde fotografiert, dass Gelingen und Wirkung der Fotoserie ganz wesentlich dem Können der abgebildeten Reiterinnen und deren harmonisches Verhältnis zu den Pferden geschuldet sei. „Anja und Vera sind perfekt, zwei ganz Große, die in der Lage sind, die gewünschten Lektionen komplett umzusetzen.“

Mit Anja Beran, die auf ihrem Ausbildungsstall Gut Rosenhof in Bayern die klassische Reitkunst pflegt und dort Pferde verschiedenster Rassen behutsam ausbildet und bis in die höchsten Lektionen fördert, verbindet die Fotografin bereits eine langjährige Zusammenarbeit.

Zur Technik erzählt Mader, dass sie sich für die Fotoserie für eine weitwinklige Optik entschieden habe. Die ursprünglich farbigen Aufnahmen – insgesamt habe sie rund 2 000 Fotos „geschossen“ – habe sie in Graustufen umgewandelt. Auch störende Elemente in der Halle habe sie entfernt, es sollte schließlich eine möglichst klare Bildsprache erreicht und der Blick auf das Wesentliche reduziert werden.

Die außergewöhnliche Gabe der national wie international tätigen Fotografin, deren Bilder auch in vielen Fachbüchern und Magazinen zu finden sind, ist, mit der Kamera das eigentlich Unscheinbare einzufangen: im Fall von „Lichtritte“ auch das, was die Harmonie und Ästhetik zwischen Pferd und Mensch ausmacht; auch das poetisch träumerische.

Mader ist es auf beeindruckende Art gelungen, verschiedene Moment auf geradezu unspektakuläre Weise in ihren Bildern einzufangen und Fotografien zu schaffen, die sicher nicht nur Pferdeliebhaber berühren.

Die Ausstellung ist noch bis 15. März während der Öffnungszeiten des Pferdemuseums (Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 17 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist im Museumspreis von fünf Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder und Jugendliche (4 bis 17 Jahre) enthalten.  nie

Infos

über die Fotografin finden sich unter fotografie@maresamader.de.

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