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Totholz übernimmt Aufgaben im Bachlauf

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Von: Erika Wennhold

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Bach mit dichtem Bewuchs am Ufer.
Nur noch ein paar Meter, dann fließt der Gohbach in die Aller. Vorher darf er gerne mal ausgebremst werden. © Wennhold, Erika

Am Eitzer Gohbach hat sich zu viel Totholz angesammelt. Bei Starkregen kann das Flüsschen sogar über die Ufer treten. Jetzt wird behutsam aufgeräumt.

Verden-Eitze – Ein paar Äste im Wasser, die sich im Uferbereich verfangen haben, ein Baumstamm, der beim Sturm abgeknickt wurde und sich quer gelegt hat, Bewuchs, der einen großen Bogen bildet, um mit der Triebspitze im Wasser zu spielen – das alles ist natürlicher Lebensraum für Insekten, unterschiedliches Kleingetier bis hin zu größeren Nagern. Die sind ihrerseits nicht selten verantwortlich für Totholz, das ins Gewässer ragt. Natürlicher Lebensraum, den es zu schützen gilt, der manchmal aber auch Ausmaße annimmt, die ein Eingreifen des Menschen notwendig machen. Zum Beispiel im Eitzer Gohbach, und zwar dort, wo er nur einige Meter weiter in die Aller fließt.

Doch, was sich hier angesammelt hat, ist zum Teil wohl auch den heftigen Stürmen der Vergangenheit anzulasten. Verantwortlich für den Zustand des Gewässers ist der Unterhaltungsverband Gohbach mit Sitz in Walsrode unter dem Dachverband Aller-Böhme. Dessen Geschäftsführer Thomas Lukas bestätigt die Verantwortlichkeit des Verbandes für den Wasserabfluss. Ist der behindert, wird ein Unternehmen beauftragt, sich der Sache anzunehmen. Das sei im Falle Eitzer Gohbach bereits geschehen. „Ist der Wasserabfluss komplett behindert, dann müssen wir etwas unternehmen.“ Diese Behinderung könne zu einem höheren Wasserstand führen und bei Starkregen sogar zum Übertreten des Bachlaufs.

Davon abgesehen sei der Gohbach ein Naturraum, in dem das Totholz seine Aufgabe hätte. „Das Gewässer hat dort bereits eine hohe Abflussleistung, Totholz verlangsamt sie.“ Dadurch sei ein gewisser Wasserstand gewährleistet, der durch die regenarme Zeit in den vergangenen Wochen schon gesunken sei. „Der Grundwasserspiegel ist durch die trockenen Sommer der Vergangenheit immer noch zu niedrig. Wenn also ein Baumstamm, der quer zur Fließrichtung liegt, den Wasserfluss ausbremst, dann lassen wir den drin.“

Grundsätzlich seien die angrenzenden Grundstückseigentümer verantwortlich für den Uferbereich. Wenn sich abzeichne, dass ein Baum abgängig ist, müssten sie etwas unternehmen. Alles andere werde nach dem Solidaritätsprinzip gehandhabt. Wobei immer sehr vorsichtig vorgegangen werden müsse. „Wenn sich zum Beispiel Tiere angesiedelt haben, die auf der Roten Liste stehen, müssen wir sehr sensibel sein.“ Ansonsten riskiere man eine Anzeige. Dennoch habe der Hochwasserschutz Vorrang. „Aber wir müssen mit Fingerspitzengefühl vorgehen, und das tun wir auch.“

In Eitze müssten tatsächlich ein paar Äste herausgenommen werden, dafür sei eine Firma beauftragt worden, mit dem der Verband einen Hausmeisterrahmenvertrag habe. Diese Firma werde sich kurzfristig an die Arbeit machen. Hinweise für den notwendigen Eingriff habe der Verband von Eitzes Ortsbürgermeisterin Anja König erhalten.

Die zurückhaltenden Aufräumarbeiten begründet Verbandschef Lukas damit, dass man keine Wasserautobahn bauen wolle. „Nur, was unbedingt raus muss, wird auch entfernt.“ Zum Beispiel Rasenschnitt, der in der Größenordnung eines Mähkorbs dort aufgefunden worden sei. Das sei nicht in Ordnung und könne dafür sorgen, dass es im Bereich des Bachlaufes auch mal zu stinken anfange. Zu unangenehmen Gerüchen könne auch totes Wild führen, das im Wasser treibe.

Äste und Zweige im Wasser.
Zuviel Gehölz schadet, wenn das Wasser gar nicht mehr fließen kann. © Wennhold

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