Ähnlichkeiten mit der Verdenerin Anita Augspurg

Gulnara Shahinian erhält Preis „Rebellinnen gegen den Krieg“

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Preisverleihung im Rathaus: Gulnara Shahinian (mit goldenem Schal), IFFF-Vertreterin Heidi Meinzolt (l. von ihr), Lutz Brockmann, Verleihungsgäste von der Frauenliga und aus der Region.

Verden - Darauf aus, als Rebellin zu wirken, war Gulnara Shahinian eigentlich nicht. Jetzt ist die für Demokratie und Frauenrechte engagierte Armenierin dennoch eine. Gestern Abend erhielt sie im Verdener Rathaus den Anita-Augspurg-Preis „Rebellinnen gegen den Krieg“. Die internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) vergab die Auszeichnung gemeinsam mit der Stadt Verden zum zweiten Mal, in einer festlichen Feier mit einem Eintrag ins Goldene Buch.

„Ich fühle mich sehr geehrt“, bekannte die engagierte Armenierin im Pressegespräch. Sie sehe einige Ähnlichkeiten mit der Namensgeberin der Auszeichnung, der in Verden geborenen Anita Augspurg. Die Ziele, die Anerkennung der Frau in der Gesellschaft und, die demokratischen Werte und der Pazifismus.

Eine Ehre sei es aber auch für die Stadt, mit der Frauenorganisation, deren Mitbegründerin Augspurg einst war, die Ehrung vornehmen zu können, gab Bürgermeister Lutz Brockmann zurück. Für die Frauenliga, die als deutsche Sektion von „Women's International League for Peace and Freedom“ (WILPF) auch in Beraterfunktionen bei den Vereinten Nationen eingebunden ist, sei der Aufwand groß.

Im Gespräch mit der Preisträgerin wurde die Unerschrockenheit und Kraft deutlich, mit der sie sich mittlerweile seit vielen Jahren in ihrer armenischen Heimat, aber auch auf internationalem Parkett einsetzt. Dass das ausstrahlt, wurde nicht nur in dem Gespräch deutlich, in dem Frauen aus der Kaukasus-Region, Italien, Schweden und der Ukraine von der ermutigenden Wirkung ihrer Zusammenarbeit berichteten.

Die beeindruckende Persönlichkeit und das große Engagement von Gulnara Shahinian sei der Grund gewesen, sie als Preisträgerin für den gestrigen Abend auszuwählen, berichtete Heidi Meinzolt vom IFFF. Die Region habe man zu selten im Blick, bekannte sie. Die Laudatorin erinnerte an den Putschversuch im Frühjahr dieses Jahres in Armenien. der durch friedliche Demonstrationen vor allem auch von Frauen scheiterte. Viele von ihnen seien Mitglieder der von Gulnara Shahinian gegründeten Organisation „Democracy today“ gewesen.

Das habe die Gesellschaft verändert, stellte Shahinian fest, Frauen könnten jetzt in der Männergesellschaft ihres Landes ganz neue Verantwortungen übernehmen. Diese Stärkung der Position von Frauen in der Gesellschaft ist für sie von großer Bedeutung. Ebenso aber auch die Solidarität der Demonstranten aus den verschiedensten sozialen Bereichen. „Letztlich müssen wir es doch zusammen lösen“, war so etwas wie ihr Bekenntnis. Der Einsatz für diese Lösung sei aber nicht immer ungefährlich, machten die Gäste aus der IFFF-Abordnung deutlich. 

kle

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