Ackerbohne eingetütet

Bingo-Umweltstiftung spendiert dem Verein „Aktion Agrar“ 10.000 Euro

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Linda Fröhlich, Jutta Sundermann und Lisa Jockusch (v.l.) tüten Ackerbohnen ein. Im Hintergrund arbeitet Alexandra Müller an einem Plakat. 

Verden - Von Erika Wennhold. „Kalorien müssen nicht den Umweg über die Tiermägen machen.“ Jutta Sundermann, Mitbegründerin des Vereins „Aktion Agrar – Landwende jetzt“, hat lange zugesehen, wie sich die Situation der Landwirte in Deutschland, aber auch in Südamerika entwickelt und schließlich gehandelt.

Zusammen mit vier anderen Frauen, verstreut im Bundesgebiet, und zwei jungen Menschen, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Verein absolvieren, plant sie seit 2014 Aktionen, die die Kehrseite moderner Landwirtschaft beschreiben.

Tierhaltung und Tierfütterung jenseits der ökologischen Landwirtschaft hat Jutta Sundermann bei ihrer Arbeit in einem kleinen Büro im Verdener Ökozentrum stets im Visier. „Die Politik fördert den Export und damit die Ausfuhr von billigem Fleisch auf Kosten des Regenwaldes und der Klimabilanz.“ Was der Regenwald in Südamerika mit der Fleischproduktion in Deutschland zu tun hat, kann sie leicht erklären: „Deutschland importiert millionentonnenweise Soja als Futtermittel – hauptsächlich aus Südamerika. Für den Soja-Anbau wird dort Regenwald abgeholzt.“

Alternativen für die Soja-Fütterung

Mit der aktuellen Aktion, dem Verteilen von 5.000 Saatguttütchen, gefüllt mit Ackerbohnen, sollen Alternativen für die Soja-Fütterung aufgezeigt werden. Sundermann: „In billigem Fleisch und in der Milch steckt mehr Soja als in einer Sojawurst.“ Natürlich möchte der Verein noch mehr erreichen, als nur den Anbau von Leguminosen wie Ackerbohne, Lupine oder Erbse als Tierfutter. „Wir wollen, dass Tiere ein erträgliches Leben haben, weniger Fleisch konsumiert wird und sich Landwirte auf die flächengebundene Tierhaltung besinnen.“

Bei allem, was der Verein tut, ist er auf Spenden, Förderer und Zuschüsse angewiesen. Die Tüten mit den Ackerbohnen können von Jutta Sundermann und den FÖJlern Linda Fröhlich, Alexandra Müller und Lisa Jockusch nur deshalb gefüllt werden, weil die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) mit 10 000 Euro die Aufklärung des Vereins über ökologische und soziale Folgen der Fütterung europäischer Nutztiere mit Sojaschrot fördert. Weitere 10.000 Euro steuert das Förderprogramm „Engagement Global“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und Entwicklung bei.

Ackerbohnentütchen werden bei Demo in Berlin verteilt

Zusammen mit einem Aktionsheft sollen die Ackerbohnentütchen unter anderem auf der Demonstration „Wir haben es satt“ am 21. Januar in Berlin verteilt werden. Dort findet in der Zeit vom 19. bis 28. Januar die Internationale Grüne Woche statt.

„Das Vorhaben von „Aktion Agrar“, die Möglichkeiten heimischer Leguminosen als Ersatz für Soja zu beleuchten, ist grundsätzlich sinnvoll“, begründet NBU-Geschäftsführer Karsten Behr die Förderung des Projektes. Vielen Menschen sei mittlerweile bewusst, dass die industrielle Intensivtierhaltung eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich bringt. Unklarheit bestehe aber auch über Alternativen.

Die Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte. Sie finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Das vom Bundesministerium getragene Programm „Engagement Global“ hat zum Ziel, entwicklungspolitische Bildungsarbeit zu fördern.

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