Landkreis-Bevölkerung offenbar zu jung / Landesstatistiker legen erste Zahlen vor

Achim/Verden droht Minus bei Impfstoff-Zuteilung

Balkengrafik
+
Überdurchschnittlich jung: die Bevölkerung im Landkreis Verden. Das kann der Region jetzt zum Verhängnis werden.

Die Bevölkerung im Landkreis Verden gilt als überdurchschnittlich jung in Niedersachsen. Das kann dem Landkreis jetzt zum Verhängnis bei der Zuteilung des Corona-Impfstoffs werden.

Würden hier tatsächlich die ursprünglich festgelegten Ziele verfolgt, droht der Region zwischen Ottersberg und Dörverden ein empfindlicher Verlust bei der Versorgung mit Impfstoff. Das Landesamt für Statistik prognostiziert dem Landkreis Verden für die nächsten Wochen ein Minus bei der Lieferung von Biontech, Moderna oder AstraZeneca in Höhe von 4,3 Prozent.

Ursache ist ein niedriger Altersdurchschnitt in der Gesamtbevölkerung. Der Raum Verden/Achim gilt als ausgesprochen jung. Was eigentlich Musik in den Ohren von Verwaltung und Politik ist, gerät der Region jetzt offenbar zum Nachteil. Die Landesstatistiker lassen in ihrem jüngsten Monatsheft Zahlen sprechen. Demzufolge macht der Landkreis Verden mit 137 000 Einwohnern rund 1,7 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung aus. Der Altersgruppe der Über-80-Jährigen gehören aber nur 9100 Menschen an. Und das sind 1,6 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung in dieser Altersschicht. Klartext also: Der Raum Verden liegt um 0,1 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Würde nun der Impfstoff nach der Zahl der tatsächlich in Frage kommenden Menschen verteilt, müsste Verden ein Minus von wöchentlich knapp 50 Impfdosen hinnehmen. Bisher waren es nach Behörden-Angaben 1081 Impfdosen, die in Verden ankamen, wenn sie denn ankamen, künftig wären es 1035.

Ob das Kontingent wirklich reduziert wird, ist noch unklar. Bei der Lieferung vergangener Chargen jedenfalls befand sich die Region im Glück. Wäre schon Anfang Januar die Alterskomponente herangezogen worden, hätte sich niemand beklagen können. Es ging um die Serum-Verteilung für pflegebedürftige Menschen in vollstationärer Pflege. Auch hier liegt der Raum Verden/Achim unter dem landesweiten Durchschnitt. Zwar nur um 0,01 Prozentpunkte, sagen die Landesstatistiker, aber auch das könne noch beziffert werden. Statt 1081 Impfdosen wären 1073 fällig gewesen.

Von Heinrich Kracke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet

Wenn helfen gar nicht so leicht ist: Langwedeler im Katastrophengebiet
Elterntaxis voraus: Schranken umkurven wird zum Volkssport

Elterntaxis voraus: Schranken umkurven wird zum Volkssport

Elterntaxis voraus: Schranken umkurven wird zum Volkssport
Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus

Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus

Ferienpark am Landwehrsee: Erster Spatenstich für Musterhaus
Geimpft und dennoch infiziert: Erste Fälle im Raum Verden/Achim

Geimpft und dennoch infiziert: Erste Fälle im Raum Verden/Achim

Geimpft und dennoch infiziert: Erste Fälle im Raum Verden/Achim

Kommentare