„Sichere Stadt durch Schnelltests“: Bewerbung für Modellversuch des Landes

Achim und Verden wollen lockern

Die Verdener Fußgängerzone mit ein paar Leuten. Einige tragen Maske.
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Wieder Leben in die Innenstadt: Mit dem Modellversuch könnte das möglich werden.

Verdern/Achim – Offene Geschäfte und Gastronomie. Als Modellregion soll für drei Wochen möglich werden, wovon unter vielen Dächern in Niedersachsen geträumt wird, auch in Verden und Achim. Wie Landrat Peter Bohlmann gestern bestätigte, haben sich die beiden Städte im Kreisgebiet für den Modellversuch des Landes Niedersachsen beworben. Am Karsamstag soll die Entscheidung in Hannover fallen, welche Kommunen mitmachen und ein Teilgebiet zur Projektregion erklären können.

25 Kommunen im Lande sollen die Chance erhalten, mit der wieder Leben in ihre Innenstädte einkehren soll. Für seine Versuchsreihe will das Land einen Querschnitt mit allen Größen und über das Bundesland verteilt aus den Bewerbern auswählen. Auch Nachbarstädte wie Nienburg und Rotenburg haben sich beworben.

Kontrollierte Lockerungen

Der Versuch soll zeigen, ob mit den Schnelltests in einem überschaubaren Bereich kontrollierte Lockerungen möglich sind. „Das ist eine Chance, zu lernen, wie man den Schutz und den Alltag zumindest ein Stück weit zusammenbringen kann“, sagte Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann. Ob Verden mit seiner Bewerbung eine Chance hat, werde man sehen. Nicht zuletzt solle der aktuelle Inzidenzwert bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Und da gebe es Regionen in Niedersachsen, die ganz andere Zahlen haben.

„Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings, dass es den Kommunen gelingt, Vereinbarungen mit den Einzelhändlern zu schließen“, erklärte Bohlmann das Verfahren. Dabei gehe es darum, dass die zuvor vom Gesundheitsamt genehmigten Hygienekonzepte von den Betreibern der Läden, Außengastronomie, Konzerthäuser, Fitness-Studios, Kinos oder Kulturzentren akzeptiert und umgesetzt werden. Für die Städte Achim und Verden habe die Gesundheitsbehörde die Genehmigungen erteilt.

Viele Tests und digitale Verarbeitung

Ein weiteres Element der Versuchsanordnung ist, dass ein klar abgegrenzter Bereich innerhalb der Stadt festgelegt sein muss. „Wichtig ist auch, dass das Gebiet analysiert werden kann, denn das ganze wird wissenschaftlich begleitet“, erläuterte der Landrat. Wie im Corona-Musterstädtchen Tübingen sind die Schnelltests ein zentrales Element dieses Versuchs. Ohne diese wiederholte Auswertung von Abstrichen mit Wattestäbchen sei die Teilnahme gar nicht möglich und natürlich müssen sie negativ sein. „Alle teilnehmenden Geschäfte und Dienstleister müssen sich ebenfalls verpflichten, bei diesem digitalen Verfahren mitzumachen“, hatte Claudia Schröder, zweite Vorsitzende des Krisenstabes Niedersachsen am Dienstag in Hannover deutlich gemacht. Deshalb hänge der Erfolg des Versuchs auch von den Einzelhändlern und Gastronomen ab.

Gesundheitsamt kann auf Daten zugreifen

Das dritte wichtige Element ist deswegen auch die elektronische Erhebung der Daten von Kunden in den Geschäften. Mit der „Luca-App“ hinterlassen die Kunden bei jedem Besuch ihre persönlichen Kontaktdaten. Zugleich erklären sie sich damit einverstanden, dass diese dann ans Gesundheitsamt weitergegeben werden können. Anders als bei der gescheiterten Corona-App sind die Angaben personenbezogen und ermöglichen der Behörde die Nachverfolgung der Kontakte, wenn es trotz Test doch zu Infektionen kommt.

Für die Nutzung der Luca-App habe das Land mit dem Hersteller über die Lizenzen verhandelt und geregelt, wusste Bohlmann. Darüber hinaus lägen allerdings für diese technische Seite des Modellversuchs in seinem Haus keine Informationen vor. Das Gesundheitsamt sei lediglich in die Lage versetzt worden, auf die Daten zuzugreifen.

Von Ronald Klee

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