Lebensfreude statt Mitleid

Brigitte Bode und Dieter Eggert leiten die Kontaktgruppe für Multiple-Sklerose-Kranke

Engagieren sich in der MS-Kontaktgruppe: Brigitte Bode und Dieter Eggert. Foto: Bischoff
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Engagieren sich in der MS-Kontaktgruppe: Brigitte Bode und Dieter Eggert.

Achim - Von Sandra Bischoff. Vor etwa 20 Jahren, so erinnert sich Brigitte Bode, ging sie das erste Mal zu einem Treffen der Kontaktgruppe Verden/Achim der Deutschen Multiple-Sklerose- Gesellschaft. „Ich dachte, entweder fühlst du dich da wohl, oder eben nicht.“ Mittlerweile ist die 66-Jährige fast genauso lange Leiterin der Gruppe. Jahrelang übte sie die Tätigkeit gemeinsam mit ihrem Mann Günther aus. „Eigentlich wollten wir 2020 aufhören“, sagt Bode.

Aus diesem Grund arbeitete das Ehepaar seinen Nachfolger ein: Dieter Eggert, der in Verden auch das Amt des Behindertenbeauftragten innehat. Dann starb Bodes Ehemann vor gut zweieinhalb Jahren, und Eggert sprang ein. Mittlerweile organisiert er mit Brigitte Bode nicht nur die Aktivitäten der Gruppe im Landkreis, sondern die beiden sind auch privat ein Paar. „Wir bemitleiden uns nicht gegenseitig, aber wir fangen einander auf“, sagt Brigitte Bode über die Gruppe. Das ist ihr wichtig. Zwar nehme auch der Austausch über Medikamente Raum bei den Treffen ein, „aber es gibt bei uns keine medizinischen Ratschläge, dafür ist der Arzt zuständig“.

Die regelmäßigen Treffen in Verden und Achim sind laut Bode und Eggert zwanglos. Los geht es mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Danach stehen Planungen für Aktivitäten auf dem Programm und wer mag, erzählt, was ihn beschäftigt. „Wir sind keine Selbsthilfe-, sondern eine Kontaktgruppe. Jeder muss sich selbst helfen. Aber unser Ziel ist es, die Lebensfreude zu erhalten, das ist wichtig“, sagt Bode. „Als ich die Diagnose MS bekam, dachte ich zuerst auch nur an den Rollstuhl. Das kann auch passieren, muss aber nicht.“ Um düsteren Gedanken keine Chance zu geben, bietet die Gruppe ein vielfältiges Programm vom Kohlessen am 23. Februar in Thedinghausen über den Spielenachmittag bei der Lebenshilfe in Verden bis zum Seminarwochenende in Cuxhaven. „Auf Rügen waren wir jetzt auch schon dreimal“, berichten Bode und Eggert. Einige Ideen ließen sich jedoch nicht so einfach umsetzen, denn oftmals scheiterten sie an der Barrierefreiheit. „Wir stellen oft fest, dass viele Ausflugsziele nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sind.“

Etliche Menschen seien in dieser Hinsicht gedankenlos. „Die meisten wissen einfach nicht, was es bedeutet, im Rollstuhl zu sitzen. Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren“, sagt der 60-Jährige, der seit 13 Jahren an MS leidet und immer häufiger auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Weitere Informationen

Die MS-Kontaktgruppe trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat, 15 Uhr, in den Räumen der Lebenshilfe in Verden, Am Allerufer 6, sowie jeden letzten Samstag im Monat um 15 Uhr im Clüverhaus an der Großen Kirchenstraße 1 in Achim.

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