Abschiedsfeiern unter Vorbehalt

So viele Schüler auf einem Haufen wird es bei der diesjährigen Abschiedsfeier des Domgymnasiums nicht geben. Gefeiert werden kann trotzdem.  
Foto: antje haubrock/Archiv
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So viele Schüler auf einem Haufen wird es bei der diesjährigen Abschiedsfeier des Domgymnasiums nicht geben. Gefeiert werden kann trotzdem. Foto: antje haubrock/Archiv

Verdens Schüler sind gerade erst zurück aus der Corona-Pause, da stehen bereits die Sommerferien vor der Tür. Dieses Schuljahr ist alles andere als gewöhnlich. Auch die Abschlussfeier – eine lange Tradition – ist davon betroffen. Wie gehen die Schulen damit um?

Verden – Es ist der Moment, auf den der ein oder andere Schüler sehnsüchtig wartet: Der letzte Tag vor den Sommerferien. Eine gemeinsame Feier mit der gesamten Lehrer- und Schülerschaft galt bisher als ganz normal. Corona zwingt die Schulen, kreativ zu werden, denn seit dem 22. Juni sind Schulabschiedsfeiern wieder vom Niedersächsischen Kultusministerium erlaubt – unter strengen Regeln.

Das Domgymnasium versucht zumindest für seinen Abiturjahrgang die bekannten Zustände so aufrechtzuerhalten, wie es in Coronazeiten nur möglich sei: „Unsere Schüler haben sich einen Abschied im Rahmen des Möglichen gewünscht, der den vergangenen Abschlussfeiern ebenbürtig ist“, verrät Schulleiterin Dr. Dorothea Blume.

Dafür gebe es in diesem Jahr einen passenden Zufall: „Wir haben einen sehr kleinen Jahrgang mit nur 47 Abiturientinnen und Abiturienten.“ Grund dafür sei die Umstellung von G8 auf G9 – also Abitur nach dreizehn statt zwölf Jahren: „Das ermöglicht uns, wie die Jahre zuvor, mit den Absolventen und ihren Familien im Dom feiern zu dürfen“, freut sich Blume und ergänzt: „Wir bekommen keine Platzprobleme, die Abstände können eingehalten und die Maßnahmen umgesetzt werden“.

Auf den ersten Blick scheint die Tagesordnung ganz normal: Zeugnisübergabe mit Redebeiträgen und musikalischer Begleitung im Beisammen der Lehrer, Schüler und deren Familien. Der Unterschied: zwei Meter Abstand, das Eintragen in eine Corona-Liste, eine fest geregelte Sitzordnung, deutlich weniger Teilnehmer und auch die Musik unterliegt den Beschränkungen: „Ein Chor oder Orchester ist nicht erlaubt, die Musik wird dieses Mal von höchstens zwei Personen pro Stück gespielt“, so Blume: „Aber ich freue mich sehr, dass wir dennoch musikalische Begleitung haben.“

Eine Feier mit der gesamten Schule sei am letzten Schultag nicht möglich: „Dann hätten alle gemeinsam Schulschluss und das würde überfüllte Verkehrsmittel bedeuten. Das wäre für uns untragbar in dieser Situation“, so Blume.

Die Berufsbildenden Schulen haben mehr Abiturienten dieses Jahr: „Bei uns ist eine große gemeinsame Feier platztechnisch leider nicht möglich“, verrät Interimschulleiter Norbert Mäteling. 100 Abiturienten warten auf ihre Verabschiedung, die Lösung: „Wir teilen die Verabschiedung in vier mit jeweils 25 Schüler auf, so können wir die Regeln vollständig umsetzen“, erklärt Mäteling. Er ergänzt: „Uns ist es sehr wichtig, dass die Leistung unserer Schülerinnen und Schüler viel Wertschätzung erhält. Dafür ist auch eine gemeinsame Abschlussveranstaltung elementar.“

Gleiches gelte für die ebenfalls rund 100 Fachhochschulabsolventen der BBS, an einem anderen Tag als die Abiturienten, wieder in vier Gruppen geteilt.

Die Grundschule am Lönsweg hat zwar keinen Abiturjahrgang, jedoch eine kreative Lösung für die Verabschiedung ihrer vierten Klassen. Auch hier ist eine große Abschiedsveranstaltung aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht möglich: „Die Verabschiedung wird in den jeweiligen Klassen unter Beachtung der Corona-Maßnahmen gefeiert. Dennoch werden unsere Drittklässler etwas für unsere Viertklässler zum Abschied vorbereiten“, verrät Schulleiter Sven Ommen: „Zum Beispiel kleine Videobotschaften und künstlerische Beiträge, die an die Zeit hier erinnern.“

Die Schüler der Grundschule sollen laut Schulleiter trotz Krise gestärkt und zuversichtlich ihren nächsten Lebensabschnitt beschreiten: „Dafür ist eine angemessene Verabschiedung eine gute Grundlage“, so der Schulleiter.

Von Bjarne Kommnick

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