Ausflügler halten sich an Corona-Regeln / Polizei meldet kaum Verstöße

Abgespeckter Vatertag

Rückläufig: die Sieben-Tage-Bilanz im Landkreis Verden.

Landkreis – Keine Open-air-Party im Daverdener Holz, kein groß angelegter Frühschoppen in Bierden, kein Rock am Deich in Hutbergen. Die klassischen Himmelfahrt-Veranstaltungen, gestern mussten sie coronabedingt ausfallen. Dennoch schwangen sich einige Ausflügler auf ihre Räder, um den Vatertag, wenn auch in abgespeckter Form, zu feiern.

Zum Beispiel auf dem Desma-Gelände, wo die Firmen Solight, Artischock und die Eventagentur Im Orbit zum Familientag eingeladen hatten. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, damit man uns weiterhin wahrnimmt“, erklärt Kevin Marks das gesellige Beisammensein unter freiem Himmel. Als den „Reiz des Neuen“ beschreibt Ulrik Borcherdt das Zustandekommen lapidar: „Wir wollten sehen, was man unter den aktuellen Auflagen alles realisieren kann.“ Besucher mussten ihre Kontaktdaten mit Adresse und Telefonnummer hinterlegen, nur zwei Haushalte durften an einem Tisch sitzen und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz war Pflicht im Innenbereich.

Zahlreiche Gäste nahmen das Angebot dankend an. Bis 13 Uhr hatten sich bereits 41 Haushalte in die Liste eingetragen. „Die Gäste kommen, essen was und gehen wieder“, kommentierte Stefanie Gebers von Solight, die für die Begrüßung am Seiteneingang verantwortlich zeichnete.

Auch die Beamten der Polizeiinspektion Verden/Osterholz hatten sich auf den Tag eingestellt und verstärkt Präsenz gezeigt. „Die Polizei wird schon zu sehen sein“, sagte Sarah Humbach im Vorfeld. Und das auch „anlassunabhängig“, wie sie betonte. Sollte heißen: Es bedurfte gestern nicht unbedingt des Hinweises eines aufmerksamen Nachbarn oder Passanten, um die Beamten auf den Plan zu rufen.

Größere Zwischenfälle befürchtete die Polizeisprecherin dabei nicht und griff dabei auf die Erfahrungen der vergangenen Wochen zurück. „Erfreulicherweise ist es so, dass die meisten sich an die Regeln halten“, so Humbach.

Die erste Bilanz des Vatertages gegen 16 Uhr gab ihr Recht. „Bei den flächendeckenden Kontrollen wurde festgestellt, dass sich der weit überwiegende Großteil der Personen an die bestehenden Abstandsregelungen und die Kontaktbeschränkungen hält“, teilte die Pressesprecherin mit. Bis zu diesem Zeitpunkt seien nur in Einzelfällen Hinweise von Bürgern auf mögliche Verstöße eingegangen. Beispielsweise seien in Achim-Bollen am Deich mehrere Personen auf die bestehenden Abstandsregelungen hingewiesen worden. Grundsätzlich, so Humbach im Vorgespräch, reagierten die Angesprochenen meist verständnisvoll.

Manch Verstoß geschieht so schlichtweg aus Unwissenheit, zumal sich die geltenden Regeln zurzeit häufig ändern und/oder sie unterschiedlich ausgelegt werden. „Grundsätzlich sind nach Paragraf eins Kontakte zu anderen Menschen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, weiter auf ein Minimum zu reduzieren und für den privaten Raum gibt es keine klaren Aussagen“, kommentierte Landrat Peter Bohlmann die jetzt geltende Verordnung. „Von daher ist es wie im öffentlichen Raum und in Restaurants gestattet, dass sich auch privat Gruppen, die aus zwei Haushaltsgemeinschaften kommen, in Privathaushalten oder -gärten treffen können.“

Die Lage des Kreises in direkter Nachbarschaft zum Land Bremen macht die Situation nicht einfacher. Hier habe der Landkreis in den letzten Wochen nur reparieren können, so Bohlmann. Dabei erinnerte er an unterschiedliche Bestimmungen, beispielsweise, was die Öffnung von Baumärkten oder gastronomische Betriebe angehe.

Immerhin: Gestern war man sich einig. Touren mit dem Bollerwagen waren weder im Kreis Verden noch in der Hansestadt erlaubt. sch/kp

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