Wertstoffhöfe und andere Veränderungen: Ausschuss stimmt Gebührenerhöhung zu

Abfall ist nicht nur für die Tonne

Die Abfallmengen aus den Haushalten im Landkreis steigen stetig an. Die Abfuhr wird nach dem Jahreswechsel teurer.
+
Die Abfallmengen aus den Haushalten im Landkreis steigen stetig an. Die Abfuhr wird nach dem Jahreswechsel teurer.

Verden – Es war ja schon abzusehen: Die Müllabfuhr wird teurer. Zumindest war das die einstimmige Empfehlung des Fachausschusses für die Entscheidung im Kreistag. Mit einer Erhöhung um etwa 20 Prozent steigen die Gebühren auf ein Niveau, das sie schon 2013 hatten. „Dann bleibt die Restmülltonne aber für Jahre stabil“, konnte Fachdienstleiterin Silke Brünn in der Sitzung zusagen. Die Anhebung wird nicht die einzige Veränderung sein, die das neue Jahr im Müllbereich mit sich bringen wird. Die Fachpolitiker beschäftigte auch das Abfallwirtschaftskonzept und der verbesserungsfähige Zustand der Abfallhöfe im Kreis.

418 Kilogramm Müll hat jeder einzelne im Kreisgebiet im Jahr 2017 produziert, alles in allem, von Altpapier bis Sondermüll. Das liegt immer noch klar unter dem Landesdurchschnitt mit 492 Abfall-Kilos. Weniger ist es seitdem nicht geworden. Das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises, über das die Abgeordneten ebenfalls befinden sollten, zeigt einen stetigen Wachstum an. „Aufgabe für jeden ist mehr Vermeidung von Abfällen“, forderte der Grünen-Kreistagsabgeordnete Erich von Hofe im Ausschuss. Ihm war es wichtig, dass sorgsamer mit dem Müll umgegangen wird. Auch Dörte Liebetruth (SPD) plädierte für die Vermeidung, zu der jeder seinen Beitrag leisten könne. Wie Wilhelm Hogrefe (CDU) konnten sie aber dem Konzept im Großen und Ganzen zustimmen. „Es zeigt doch, dass abgesehen vom Gelben Sack alles verwertet wird“, stellte er zufrieden fest.

Auch wenn die Verbrennung des Restmülls nicht mit dem Recycling von Wertstoffen konkurrieren kann, ist sie zumindest eine thermische Verwertung. Mit dem neuen Jahr geht diese Aufgabe von der Anlage in Bremerhaven zur EVI Abfallverwertung in Laar über. Der Transport wird über die Müllumladestation Langwedel per Bahn verlaufen. Diese Lösung begrüßte der Abgeordnete Gerard-Otto Dyck (SPD). Allerdings hatte das nach sich gezogen, dass der Landkreis die Umladestation übernimmt. Auch dieser Wechsel wird mit dem 1. Januar vollzogen.

Dass bei den diversen Neuerungen sich die Kalkulationen verändern, lässt sich denken. Zumal die Abfallverwaltung sämtliche Abfuhraufträge neu ausgeschrieben und vergeben hat. Mit der Laufzeit der neuen Verträge werde auch der Preis für die Leerung der Müllgefäße über Jahre stabil bleiben, erklärte Silke Brünn den Ausschussmitgliedern. Mit der neuen Gebührensatzung steigt etwa der Preis für das Müllgefäß mit 60 Litern Füllraum bei 14-tägiger Leerung von 81 Euro im Jahr auf 97,20 Euro.

Die Leiterin des Fachdienstes Wasser, Abfall und Naturschutz musste die Preisstabilität für die Biotonne allerdings einschränken. Da sei in zwei Jahren eine Erhöhung zu erwarten. Das hänge nicht zuletzt mit dem Projekt zur Bioabfallverwertung zusammen, das der Landkreis mit einer Reihe weiterer Kommunen verfolgt. Silke Brünn kündigte an, dass die gemeinsam errichtete Anlage voraussichtlich 2023 in Betrieb gehen könne. Allerdings reiche der Beitrag nicht, den der Landkreis bislang geleistet hat. Die knapp 60 000 Euro müssten um knapp 13 000 Euro ergänzt werden.

Ab dem kommenden Jahr soll sich auch auf den acht Abfallhöfen im Landkreis einiges tun. Mit ihrem Beschluss sprachen sich die Abgeordneten einstimmig dafür aus, dass sie schrittweise zu drei Wertstoffzentren und drei Annahmestellen umgebaut werden sollen. Das mehrjährige Projekt soll die Einrichtungen nach und nach mit jährlich 400 000 Euro modernisieren und funktioneller gestalten. „Die Mängel sind offensichtlich“, kommentierte Erich von Hofe. Toiletten würden fehlen und häufig sei zu wenig Personal vor Ort. Deshalb hofft die Verwaltung auch, dass sich die Wirtschaftlichkeit mit einem angepassten Konzept erhöhen könnte. „Wir suchen vor allem Standorte, sodass die Erreichbarkeit für alle Bürger gut ist“, erklärte Silke Brünn eine der Bedingungen für die Umgestaltung.

Eine Absenkung der Gebühren oder gar die von verschiedenen Seiten im Ausschuss gewünschte Befreiung konnte sie allerdings nicht versprechen. „Wir müssen kostendeckend arbeiten“, erklärte die Fachdienstleiterin. Der Abfallhaushalt müsste ansonsten aus dem Kreishaushalt subventioniert werden.

Von Ronald Klee

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Marie-Anne Raue: «Weihnachten wird bei mir gegrillt»

Marie-Anne Raue: «Weihnachten wird bei mir gegrillt»

Vom Exoten zum Mainstream-Stromer: Der BMW iX3 im Test

Vom Exoten zum Mainstream-Stromer: Der BMW iX3 im Test

Gute Hygiene schützt uns vor Salmonellen

Gute Hygiene schützt uns vor Salmonellen

Neymar trifft - RB Leipzig verpasst Coup bei PSG

Neymar trifft - RB Leipzig verpasst Coup bei PSG

Meistgelesene Artikel

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen

Amazon in Achim: Pakete sollen ab Sommer das Logistikzentrum verlassen
Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen

Stoßseufzer über Corona-Belastungen
Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Viele Unfälle: Ab Verden Tempo 70 bis Langwedel

Ein Impfzentrum für den Landkreis

Ein Impfzentrum für den Landkreis

Kommentare