Aber: Milder Winter senkt Nebenkosten / Mieterverein blickt zurück

Wohnen wird immer teurer

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Neben der Miete belasten vielfach hohe Nebenkosten die privaten Haushalte. „Konstruktive Lösungen“ seien gefordert, so Randolph Fries, Präsidiumsmitglied des Deutschen Mieterbundes (DMB). Dazu gehöre auch eine Mietpreisbindung.

Fries, zugleich Landesgeschäftsführer in Niedersachsen-Bremen der Mieterorganisation, war prominentester Teilnehmer und Akteur auf der Jahreshauptversammlung des Mietervereines für den Landkreis Verden. Vorsitzende Jette Plenge moderierte die Veranstaltung im Verdener Akzent „Hotel-Höltje“. Nicht nur Mitglieder, auch interessierte Gäste waren gekommen.

Das Referat von Fries stand unter der Themenstellung „Die zweite Miete – wohin galoppieren Betriebs- und Heizkosten“. Fries beklagte, dass die Mietpreisgrenze leider nur in angespannten Wohnungsmärkten zum Zuge komme und diese landesweit festgelegt werden sollten. Der Deutsche Mieterbund hätte sich hier eine generelle Regelung gewünscht. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass Ministerpräsident Stefan Weil hierbei für Niedersachsen für eine konstruktive Lösung sorgen werde.

Bei den Heizkostenabrechnungen für 2014 sagte Fries auf Grund des milden Winters eine Entspannung voraus. „Viele Mieterhaushalte werden mit Rückzahlungen rechnen können.“

Fries kritisierte, dass die Berechnung der Betriebskosten immer komplizierter geworden sei. „Da steigen nur noch Profis durch“, rügte er. Jede zweite Abrechnung sei mittlerweile nach Erkenntnissen des Mieterbundes nachweislich falsch. Er empfahl daher, bei Ungereimtheiten in der Abrechnung Rat bei der Mietervereins-Rechtsberatung einzuholen. Dies sollte auch dann gemacht werden, wenn der Vermieter keine Abrechnung vorlege.

Fries wies ferner darauf hin, dass Reparaturen in Betriebskostenabrechnungen nichts zu suchen hätten. Auch Hausmeisterkosten würden oft missbräuchlich angesetzt. „Es darf nur die genau definierte Hausmeistertätigkeit angesetzt werden“, so sein Hinweis.

Rechtsanwältin Jette Plenge stellte der Versammlung den Geschäftsbericht und Monika Wille den Kassenbericht vor. Plenge hob hervor, dass die Beratungsstunden des Mietervereines in den Städten Verden, Achim und Syke immer gut frequentiert sind. Besonderer Beratungsschwerpunkt seien die Heiz- und Betriebskostenabrechnungen. Außerdem würden von Hausbesitzern oft fragwürdige Mängellisten bei Wohnungswechseln erstellt. Mittlerweile habe der Austausch über das Internet enorm zugenommen, berichtete Plenge anschaulich. Sie schätzte, dass der Beratungsanteil schon bei 40 Prozent liege. Über die Berichte von Fries und Plenge wurde breit debattiert.

Monika Wille konnte als Finanzverantwortliche der Mieterorganisation auf steigende Mitgliederzahlen und eine gesunde Kassenlage verweisen. Anschließend erfolgte der Revisionsbericht von Heinz Möller, der prognostizierte, dass auf Grund der soliden Kassenführung zumindest mittelfristig keine Beitragserhöhungen anstünden. Die Entlastung des Vorstandes war danach Formsache und erfolgte einstimmig.

Abschließend wurde es auf der Jahreshauptversammlung etwas wehmütig. Galt es doch die längjährige Rechtsberaterin der Mieterorganisation, Anne-Karen Quillfeldt, zu verabschieden. Die Juristin Quillfeldt musste ihr Engagement für den Mieterverein zugunsten ihrer anderweitigen Aufgabenbereiche anwaltlicher Tätigkeit aufgeben. Herzlichen Beifall der Gäste und viele Dankesworte von Jette Plenge und Randolph Fries bekam Quillfeldt zu hören. Auch ein Abschiedspräsent hatte Plenge für ihre scheidende Kollegin dabei.

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