Stadt verkauft bebautes Grundstück am Allerhang

Ab heute: Wer bietet am meisten?

Die Hanglage bietet einen bezaubernden Blick auf die Allerwiesen, ist aber auch schwer zu bebauen.
+
Die Hanglage bietet einen bezaubernden Blick auf die Allerwiesen, ist aber auch schwer zu bebauen.

Verden – Es darf geboten werden. Von heute an können sich knapp 400 Kaufinteressenten gegenseitig überbieten, wobei nicht bekannt ist, wer wie viel für ein kleines, eher baufälliges Haus in bester Lage tatsächlich ausgeben möchte. Klar ist nur: Das Kaufgebot muss in der ersten Bieterrunde über dem Mindestgebot von 390 000 Euro liegen. Das Grundstück liegt am Burgberg, gehört der Stadt Verden und hat die Hausnummer 62. Bis auf die Äste der Bäume, die in Hanglage in die Höhe gewachsen sind, stört nichts den weiten Blick auf die Wiesen vor und hinter der Aller. Das macht am Ende den Mindestpreis aus, der gutachterlich festgestellt worden ist. Berücksichtigt man die Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis entstehen werden, dürfte dies das Budget vieler Bauwilliger sprengen.

Dafür kann vom Wohnen in exklusiver Lage gesprochen werden. Das Bieterverfahren ist jeweils zeitlich begrenzt. Innerhalb einer Frist von jeweils einer Woche kann ein Angebot abgegeben werden. Es soll an die E-Mail-Adresse burgberg62@verden.de abgegeben werden.

Die Stadt hat auf ihrer Homepage ein Exposé veröffentlicht, das bis ins Detail beschreibt, was den Käufer erwartet. Vielen wird anhand der Fotos klar werden, dass eine Sanierung des Gebäudes kaum Sinn macht. So sieht es auch Jasmin Schroer von der Stadtverwaltung, die deshalb auch davon ausgeht, dass nicht jeder der knapp 400 Interessierten auch tatsächlich ein Angebot abgeben wird. „Zu den mehr als 390 000 Euro Mindestgebot kämen ja noch Abriss und Neubau hinzu“, sagt Schroer. Das müsse man sich erst einmal leisten können.

Das Grundstück hat eine Größe von circa 1 350 Quadratmetern. Es ist mit einem Einfamilienhaus sowie einer Garage bebaut. Das Haus mit Grundstück war bis Ende 2019 über Jahrzehnte lang vermietet. Da es mietfrei geworden ist und nicht wieder vermietet werden soll, hat sich die Stadt zu dem Verkauf im Rahmen eines geschlossenen Gebotsverfahrens entschieden. Bieter werden laufend über den jeweiligen Höchststand informiert. Somit soll sichergestellt werden, dass bei weiterem Interesse ein neues Höchstgebot abgegeben werden kann.

Neben dem Einfamilienhaus und einer Garage befindet sich ein Schuppen auf dem Grundstück in Hanglage. Der gesamte Gebäudebestand wird als sanierungsbedürftig beziehungsweise abgängig bezeichnet.

Die Möglichkeiten der Neubebauung dürften Kaufinteressenten vermutlich besonders interessieren. Dazu heißt es im Exposé: Zum Maß der baulichen Nutzung setzt der Bebauungsplan eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,2 und eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,3 fest. Es ist maximal ein Geschoss, bezogen auf die Straßenebene, zulässig. Aufgrund der Lage am Hang wird im Bebauungsplan für die Grundstücke südwestlich der Straße Burgberg die Möglichkeit für ein weiteres Geschoss zur Talseite unterhalb der Straßenebene eröffnet. Die durch eine Baugrenze festgesetzte überbaubare Grundstücksfläche hat eine Tiefe von 15 Metern und eine Breite von etwa 30 Metern.

Wer für wie viel den Zuschlag bekommt, wird für die Öffentlichkeit tabu bleiben. Auch für die Mitbieter, sollten sie kein Kaufangebot mehr abgeben, erlischt die Einsichtnahme der Kaufangebote. Das sei aus datenschutzrechtlichen Gründen selbstverständlich, sagt Schroer. Das Verfahren endet, wie bei jeder Versteigerung, wenn kein weiteres Höchstgebot mehr erfolgt.

Eine Woche lang darf geboten werden. Dann wird sich abzeichnen, was auf dem Grundstück passieren wird. In der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass jeder ernsthaft Interessierte genügend Zeit hatte, sich über die Möglichkeiten der Bebauung beziehungsweise einer Sanierung Gedanken zu machen. Der Verkaufswunsch war schließlich bereits Mitte November des vergangenen Jahres bekannt gemacht worden. Verschiedene Grundstücksbesichtigungen habe es auch schon gegeben. Schroer: „Ich gehe davon aus, dass sich noch viel mehr Interessierte das Grundstück angesehen haben. Es ist ja frei zugänglich.“

Wer das meiste Geld zur Verfügung hat, wird den Zuschlag bekommen, nicht, wer die besten Ideen hat. Die Nachbarn werden folgende Bautätigkeiten sicher mit Interesse verfolgen. Denn: Am Ende des Straßenzuges wird sich etwas verändern.

Von Erika Wennhold

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Fußball-Bundesliga am Samstag: Sechs Spiele, sechs Köpfe

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Meistgelesene Artikel

28-Jähriger widersetzt sich Blutprobe und verletzt drei Polizisten

28-Jähriger widersetzt sich Blutprobe und verletzt drei Polizisten

28-Jähriger widersetzt sich Blutprobe und verletzt drei Polizisten
„Das wird stumpf durchgezogen“

„Das wird stumpf durchgezogen“

„Das wird stumpf durchgezogen“
Kreuzung B215:  Immer wieder kracht es

Kreuzung B215:  Immer wieder kracht es

Kreuzung B215:  Immer wieder kracht es
Abriss in Dauelsen schafft Platz für Burger King

Abriss in Dauelsen schafft Platz für Burger King

Abriss in Dauelsen schafft Platz für Burger King

Kommentare