Das Impfzentrum am Verdener Kreishaus schließt zum Monatsende: Eine Bilanz

95 000 Impfungen gegen Corona in neun Monaten

Das Team des Verdener Impfzentrums: Viele Leute stehen zwischen den Container-Bauten, in denen das Impfzentrum untergebracht ist.
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Das Team des Verdener Impfzentrums verabschiedet sich nach neun Monaten.

Landkreis – Die Laufzeit der Impfzentren hatte das Bundesgesundheitsministerium von Anfang an begrenzt. So schließt auch das Verdener Impfzentrum wie alle anderen am 30. September seine Türen. Für das Impfteam gehen damit neun anstrengende, aber auch aufregende Monate zu Ende. 52 200 Menschen haben in den Containern eine Corona-Erstimpfung erhalten. Insgesamt 43 150 Menschen bekamen auch die zweite Gabe.

„Für das, was hier für die Menschen im Landkreis durch das Impfzentrum geleistet wurde, bin ich sehr dankbar“, so Landrat Peter Bohlmann. „Hier hat ein hoch motiviertes Team über viele Monate an einem Strang gezogen: kompetent, flexibel, effektiv, voller Teamgeist und Einsatzbereitschaft und mit einer außergewöhnlichen Portion Enthusiasmus in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.“ Dem kann die organisatorische Leiterin Andrea Schröder nur zustimmen: „Unser aller Motivation war es, dass wir durch unsere Arbeit einen Beitrag leisten können, das Coronavirus zu besiegen.“ Alle hätten diesen Job gern gemacht. Das zeige sich auch in vielen positiven Rückmeldungen geimpfter Personen.

Kurze Wege: Entscheidung für die Containerbauten erwies sich als besser

Mit Blick auf die Schließung mache sich jetzt im Team auch ein wenig Wehmut breit. Begonnen hatte alles mit dem Auftrag des Landes, bis zum 15. Dezember ein Impfzentrum einzurichten. „Wir haben uns mit Blick auf die langfristige Verfügbarkeit des Standortes, die Kosten und die enge Anbindung an die Kreisverwaltung für die Nutzung unserer eigenen Containerbauten in unmittelbarer Nachbarschaft entschieden“, berichtet der verantwortliche Fachdienstleiter Christian Groth. Die Entscheidung habe sich trotz des begrenzten Raums wegen der kurzen Abstimmungswege als gut herausgestellt.

70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Anfang Januar starteten zwei mobile Teams mit der Impfung der gefährdeten Menschen in den Pflegeheimen. Mitte Februar begann der Betrieb im Impfzentrum. Auch hier waren die Über-80-Jährigen die Ersten in der vom Bund vorgegebenen Impfreihenfolge. Bis zu 800 Impfungen konnten nach Öffnung einer zweiten Impfstrecke täglich im Zentrum durchgeführt werden. 60 bis 70 eigene Kräfte, vom impfbefähigten Personal bis zu den Verwaltungskräften für Registrierung, Datendokumentation, Ablaufplanung und Impfstoffhandling, waren im Impfzentrum tätig. Die meisten von ihnen waren befristet eingestellt, einige aus dem Kreishaus abgeordnet. Hinzu kamen Sanitätskräfte des DRK für die Nachüberwachung nach der Impfung sowie Security-Kräfte.

Keine ernsten Vorfälle

35 Ärztinnen und Ärzte standen in einem Pool bereit. Sie führten die Arztgespräche vor der Impfung und betreuten Personen mit einem erhöhten Risiko für starke Impfreaktionen. „Wir hatten zum Glück keine ernsten Zwischenfälle“, berichten der Ärztliche Leiter des Impfzentrums Dr. Henning Hovorka und sein Stellvertreter Hans-Peter Mnich.

Ein dickes Lob hat der Landkreis für die Bundeswehr, die das Zentrum Tag für Tag mit sechs Kräften unterstützte. „Die Soldatinnen und Soldaten“, so Schröder, „haben nicht nur den Impflingen den Weg gewiesen, sondern sich auch einfühlsam um Ältere und hilfebedürftige gekümmert“.

Über Monate schwierige Arbeitsbedingungen

„Unsere Arbeitsbedingungen waren oft nicht leicht“, resümiert Schröder. Über Monate sei der Impfstoff knapp gewesen, die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen musste berücksichtigt werden, die Startschwierigkeiten der Landes-Hotline zur Terminvergabe, die Verunsicherung in Bezug auf Nebenwirkungen des Impfstoffs von AstraZeneca sowie immer wieder wechselnde Vorgaben zu Impfintervallen und Kreuzimpfungen hätten für viele Anfragen ans Impfzentrum gesorgt.

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