Opfer zwischen fünf und acht Jahren alt

Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen 80-Jährigen: Der Dackel als Lockmittel

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Der 80-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Klaus Rudolph.

Verden/Schwarmstedt – Ein 80-Jähriger aus der Samtgemeinde Schwarmstedt muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Verden wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. Die Opfer: vier Mädchen im Alter zwischen fünf und acht Jahren. Die elf Fälle der Anklageschrift soll der Mann in einem nicht öffentlichen Teil des Prozesses gestanden haben. Seit März 2019 sitzt der ehemalige Finanzbeamte in Untersuchungshaft.

In acht Fällen soll es sich bei dem Opfer um ein Kind aus seiner damaligen Nachbarschaft handeln. Dieses Mädchen und ein weiteres Opfer soll er in seinem Haus beziehungsweise seinem Wohnmobil missbraucht haben.

Zwei weitere Taten soll der 80-Jährige im Juli 2017 und Juli 2018 während Reisen in seinem Wohnmobil begangen haben: auf einem FKK-Campingplatz in Grube (Holstein), wo der Mann früher gelebt haben soll, und auf einem Campingplatz am Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern, wobei ein Opfer aus dem Kreis Verden kommt. Das andere Mädchen konnte die Polizei nicht ausfindig machen.

Vorwurf: Taten auf Fotos und Videos festgehalten

Die Opfer sollen erst nach dem Sichten von Bildern ermittelt worden sein, denn der 80-Jährige hielt der Anklage zufolge seine Taten auf Fotos und Videos fest. Er veranlasste die Kinder, sich auszuziehen. Sie guckten Kinderfernsehen und bekamen Eis. Auch seinen Dackel nutzte der Pensionär als Lockmittel.

Der Angeklagte soll währenddessen sexuelle Handlungen vor und an den Kindern vorgenommen haben und auch sich dabei fotografiert haben. Bevorzugt trug er dabei Hosen, die im Genitalbereich ausgeschnitten waren. Mehrere dieser speziellen Modelle wurden bei Hausdurchsuchungen sichergestellt.

Unter Verdacht war der Angeklagte bereits 2017 geraten. Damals hatte er sich bei der Polizei als Geschädigter eines Betrugs gemeldet. Eine unbekannte Person fordere Geld von ihm, weil er sich kinderpornografische Bilder verschafft habe. Bei einer Durchsuchung Ende 2017 soll aber nur ein Bild gefunden worden sein.

Putzfrau bringt Stein ins Rollen

Den Stein ins Rollen brachte im Februar 2019 eine Zeugin aus Schwarmstedt, die das Angebot, bei ihm zu putzen, angenommen hatte. „Er hat mir gezeigt, wo ich sauber machen soll. Als er wiederkam, war er nackt“, sagte die 32-Jährige Dienstag im Zeugenstand. Als er später bei ihr zu Hause auftauchte und ihrer Tochter nachzustellen schien, informierte sie die Polizei.

Laut einem Ermittler wurden rund 17.000 Euro Bargeld, Waffen und Speichermedien in speziellen Verstecken gefunden, die der Angeklagte offenbart hatte. Im März 2019, nach einer weiteren Durchsuchung, kam der Angeklagte in Untersuchungshaft und soll dort bereits im April die Taten gestanden haben. Zur Beurteilung der Schuldfähigkeit begleitet ein psychiatrischer Sachverständiger den Prozess. Die Vorstellung seines Gutachtens ist bereits für den nächsten Verhandlungstag, 30. September, geplant.

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