Wenn Fundtiere im Heim bleiben

Stadt Verden: 60.000 Euro für Hund, Katze und Co.

Drei Katzen im Tierheim
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Nachwuchs im Tierheim: Wenn die Fundkatze auch noch Kätzchen in die Welt setzt, dann geht der Aufenthalt richtig ins Geld.

Die Reihe der Namen ist bunt wie vielfältig: „Izzy“, „Shorty“, „Lakritz“ und dann kommt auch noch „Arwen“ um die Ecke. Ordentlich Trubel, der aber nicht billig ist...

Verden - Nein, es handelt sich dabei nicht um eine neue Reihe der TV-Serie „Freunde fürs Leben“. Es ist eine Schar Katzen, die sich zur Pflege im Tierheim aufhalten, „gefunden“ in freier Wildbahn. Zahlen muss für den Aufenthalt die Stadt Verden. Egal, was da in freier Wildbahn unbeaufsichtigt rumrennt, ob Hund, Katze, Maus oder sogar Degu, circa 60. 000 Euro macht die Verwaltung dafür pro Jahr locker.

Läuft ein Hund durch Verden, keiner weiß wem er gehört, dann hilft nur der Anruf beim Tierheim

Ein ganz schönes Sümmchen, was da mittlerweile zusammenkommt, weiß auch Philipp Rohlfing, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Über seinen Tisch laufen die Rechnungen für die Unterbringung. „Läuft ein Hund durch Verden, keiner weiß wem er gehört, dann hilft nur der Anruf beim Tierheim. Dort wissen die Pflegerinnen, was zu tun ist“, so Rohlfing. Wird der Hund auf städtischem Grund erwischt, muss die Kommune für den Aufwand geradestehen. 15 Euro kostet die Nacht im Asyl. Teurer kann es werden, wenn dann noch der Tierarzt gerufen werden muss. „Wenn wir Glück haben, dann meldet sich der Besitzer am Tag darauf und holt sein Tier ab“, so Rohlfing. Beim Auschecken muss der Eigentümer die fällige Rechnung übernehmen. Die Regelung gilt für alle Tierarten, die im Heim Unterschlupf finden, ist allerdings gestaffelt: „Hunde sind teuer, weil pflegeintensiver“, weiß Rohlfing. „Katzen zahlen zwölf, Kaninchen nur sechs Euro pro Nacht“, bestätigt Heike Rauch, Pflegerin im Tierheim Verden, das Preisgefälle.

Beim Auschecken muss der Eigentümer die fällige Rechnung übernehmen

Nur einen Tag Aufenthalt, dann ist es für die Stadt gut gelaufen, erst recht, wenn der Eigentümer umgehend zahlt. „Aufwändiger wird es, wenn wir streunende Hunde oder Katzen finden, weder registriert noch kastriert“, so Rohlfing. Nach der medizinischen Versorgung machen sich die Verantwortlichen in der Regel auf die Suche, wohin denn das Tier gehört. Bleibt der Erfolg aus, bleibt das Tier im Heim. Dann tickt die Uhr, will heißen, die Unterbringung kann für die Stadt teuer werden. Insbesondere dann, wenn, wie vielfach bei streunenden Katzen, noch Nachwuchs dazukommt. Oder, wie in einem anderen Fall, bei einer Haushaltsauflösung, gleich ein ganzes Rudel von Katzen in einer Wohnung auftauchte. Alle Vierbeiner kommen, auf städtische Kosten, zur Pflege ins Heim nach Walle. Der Aufenthalt kann für die Stadt dann richtig ins Geld gehen – es sei denn, es finden sich zügig Abnehmer, die Katz und Co. ein neues Zuhause bieten. Landkreisweit machen bei dem System alle Kommunen mit: „Wir sind mit der Regelung und dem Ablauf hochzufrieden, ich wüsste organisatorisch keine bessere Lösung“, sagt Rohlfing.

Stadt Verden: Wir sind mit der Regelung und dem Ablauf hochzufrieden

Die hohe Zahl der Pfleglinge ohne Frauchen oder Herrchen, die da eingefangen werden und irgendwo hin müssen, gibt Rohlfing recht. Landkreisweit waren es im Jahr 2020 insgesamt 535 Tiere, davon 48 Hunde, 454 Katzen sowie 51 kleinere Lebewesen, darunter Kaninchen, Schildkröten oder Vögel. In Verden waren es in dem Zeitraum 16 Hunde, 114 Katzen und 20 „Sonstige“, schlüsselt Rohlfing auf. Das Jahr 2021 ist noch nicht vorbei, das vierte Quartal nicht eingerechnet, die Zahlen dürften sich aber auf ähnlichem Niveau bewegen: Derzeit sind es kreisweit 307 Tiere, davon 27 Hunde, 231 Katzen und 49 Kleintiere. In Verden waren es bislang 16 Hunde, 114 Katzen und 20 Kleintiere, darunter auch mancher Exot.

Verdener Tierheim: Auch ein Degu ist unter den Gästen

Apropos exotisch: Egal ob einheimisch oder eingereist, das Tierheim nimmt alle auf, auch einen Degu. Der kommt übrigens ursprünglich aus Chile und zählt zur Gattung der Strauchratten. Zwei dieser Nager sind derzeit im Tierheim untergebracht.

Von Markus Wienken

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