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Gewerbegebiet Verden: 40-Tonner rammt Firmengebäude

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Von: Markus Wienken

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Feuerwehrmänner vor einem Lkw.
Die Fahrt des Lkw endete am Vordach. Der Container des Aufliegers wurde aufgerissen, die Dachkonstruktion beschädigt. Der Eingang ist gesperrt. © Markus Wienken

Mit dem Lkw die Kurve nicht richtig gekriegt und dann das Gebäude der Firma Emigholz gerammt. Verletzt wurde zwar niemand, aber die Sirene heulte und es war ordentlich was los.....

Verden – Sirenenalarm, Feuerwehr, THW und Rettungswagen mit Blaulicht, mehrere Polizeikräfte, so sah es am Dienstagabend im Gewerbegebiet in der Max-Planck-Straße, auf dem Gelände von Reifen Emigholz in Verden, aus. „Lkw in ein Gebäude gefahren, Einsturzgefahr“, war der Auslöser des Großalarms gegen 18.10 Uhr. Vor Ort entspannte sich die Lage. Verletzt wurde niemand, das Unglück entpuppte sich im Nachhinein als dann doch vergleichsweise harmlos. Der Schaden ist allerdings beträchtlich. „Das Gebäude kann aber nach wie vor betreten werden“, gab Firmenchef Christian Emigholz gestern Entwarnung.

Kleine Ursache, große Wirkung: Mit seinem Sattelzug wollte offensichtlich ein Lkw-Fahrer auf dem Gelände der Firma einen großen Bogen schlagen, um dann vermutlich an eine nahe gelegene Tanksäule auf dem Nachbargrundstück zu kommen. Das Manöver ging komplett schief. Der Fahrer verschätzte sich, rammte mit seinem mächtigen 40-Tonner das Vordach aus Stahl und Glas vor dem Bürogebäude der Reifenfirma. Durch die Wucht des Aufpralls riss der Lkw-Container im oberen Bereich auf. Das Vordach des Gebäudes schien standgehalten zu haben.

Die Einsatzkräfte trafen, auch alarmiert durch die Sirene, unmittelbar nach der Meldung auf dem Gelände ein. Personen, so wurde schnell deutlich, waren nicht mehr im Gebäude. Unabhängig davon war das Personal der Rettungskräfte zunächst deutlich aufgestockt worden. „Aufgrund der Lage und einer nicht auszuschließenden Einsturzgefahr“, erklärte Feuerwehrsprecher Dennis Köhler. Ein Großteil der Mannschaft konnte allerdings wieder abrücken, die zurückbleibenden Kräfte kümmerten sich um Absperrmaßnahmen, nachdem Spezialkräfte des THW das Gebäude auf strukturelle Schäden begutachtet hatten.

Zeitweise waren rund 60 Einsatzkräfte unter anderem der Ortsfeuerwehr Verden, der Gemeindefeuerwehr Kirchlinteln mit dem AB Rüst der Kreisfeuerwehr Verden sowie vom THW-Ortsverband Verden und der Polizeiinspektion Verden/Osterholz an der Einsatzstelle.

Rettungskräfte in einem Gebäude.
Das Mauerwerk musste zur Prüfung der Statik und weiterer Schäden teilweise geöffnet werden. © Emigholz

Dass es im Gebäude bei dem Aufprall des Aufliegers auf das Vordach ganz schön gerumst haben muss, zeigen Risse in den Wänden und abgeplatzter Putz. „Glücklicherweise waren alle acht Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Unfalls im Feierabend“, erklärte Firmenchef Emigholz gestern auf Anfrage. Der Gebäudeschaden hingegen durfte nicht unerheblich sein. Zwar ist die Statik offensichtlich nicht betroffen, so die Einschätzung eines THW-Bauberaters. Er hatte dazu sicherheitshalber mehrere Stellen im Umfeld des Eingangs öffnen und prüfen lassen müssen. Rotes Flatterband sperrt das Umfeld nun ab. So kann der Servicebereich derzeit durch den Haupteingang nicht betreten werden. Der Geschäftsbetrieb ist davon aber nicht betroffen. „Wir haben zu den üblichen Zeiten weiterhin regulär geöffnet. Die Kunden erreichen uns über die Werkstatt, alles kein Problem“, so Christian Emigholz. Schwerpunktmäßig werden von dem Unternehmen auf dem Gelände Reifenservice für Fahrzeuge aller Art, aber auch Serviceleistungen wie Ölwechsel und Inspektionen angeboten.

Die Feuerwehr  mit einem Großaufgebot .
Die Feuerwehr war zunächst mit einem Großaufgebot auf dem Gelände angerückt. © Markus Wienken

Der Betrieb geht weiter, zum Schaden selbst konnte sich der Firmenchef allerdings noch nicht näher äußern. „Wir werden jetzt sehr zügig unseren Architekten einschalten, der dann genauer klären muss, inwieweit Mauerwerk und vor allem das Vordach durch den Aufprall in Mitleidenschaft gezogen wurden und was dann getan werden kann“, sagte Emigholz.

Von Markus Wienken

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