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25 Jahre Freundschaft aus der Flaschenpost

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Ein altes Foto zeigt zwei Mädchen im Grundschulalter.
Verena und Carina hatten als Kinder die Flaschenpost „abgeschickt“. © -

Tostedt/Verden – Weit mehr als 25 Jahre ist es her, da haben Verena und Carina Brehm aus Dohren in der Samtgemeinde Tostedt eine Flaschenpost ins Wasser geworfen. Sie vermuten, es war die Wümme. Gefunden wurde das Schreiben dann an der Weser. Nicht weit vom Biolandhof Cordes in Neddernhude bei Hutbergen hat Gerhard Reschke aus Nedden-averbergen die Flasche aus dem Wasser gefischt.

Seitdem unterhält er zu den Schwestern, die längst den Kinderschuhen entwachsen sind und zu deren Eltern freundschaftliche Kontakte.

„Wir telefonieren regelmäßig und besucht habe ich die Familie im Lauf der Jahre auch bereits annähernd zehnmal“ , erzählt Reschke. Der Kontakt bedeute ihm sehr viel. „Ich mag es, wenn sie mir Briefe oder Karten schicken“, sagt er. Ihre Freundschaft sei in dieser Form unerschütterlich.

Zeitungsartikel wird eine Überraschung

Mit einem Schmunzeln hält er eine Fotografie von sich in der Hand, die ihn in jüngeren Jahren zeigt. „Die Mädels wollen gerne ein Foto von mir. Sie haben es sich zu unserem 25-jährigen Jubiläum gewünscht und ich habe dieses ausgewählt“, erzählt der Neddener. Außerdem möchte er die Schwestern mit einem Artikel in dieser Zeitung überraschen, der davon berichtet, wie er die Flaschenpost gefunden und zu den Mädchen Kontakt aufgenommen hat.

„Ich bin ein großer Angler vor dem Herrn und schon seit Jahrzehnten im Verein der Verdener Sportfischer aktiv“, plaudert er. Im Winter 1997 sei es geschehen, da habe er sich an einer vereinsinternen Gewässerreinigungsaktion beteiligt und die Flaschenpost entdeckt, die umgeben von Wohlstandsmüll in der Weser schwamm. „Ich habe sie rausgefischt, mit einem Anglerkollegen geöffnet und nicht wenig gestaunt, dass sich darin ein Zettel befand, auf dem in kindlicher Schrift eine Adresse nebst einer Telefonnummer stand“, erinnert sich Reschke.

Noch am gleichen Abend habe er dort angerufen. Er habe aber niemanden erreicht, und so habe er tags darauf einen Brief geschrieben. „Eine Antwort kam prompt und seitdem hält der Kontakt“, lächelt er.

28 und 30 Jahre seien Carina und Verena heute bereits alt, und er verfolge mit Interesse ihre Entwicklung. „Verena ist inzwischen verheiratet und selbst bereits zweifache Mutter. Die Zeit vergeht.“

Gerhard Reschke hofft jetzt, dass ihm die Überraschung zum silbernen Freundschaftsjubiläum mithilfe dieser Zeitung glückt. „Es ist natürlich schöner, sich persönlich zu treffen, doch für mich wird es inzwischen zu beschwerlich.“ Gerhard Reschke besitzt nämlich kein Auto und hat für seine Besuche bei Familie Brehm stets eine Kombination aus Anfahrt mit dem Fahrrad und der Bahn genutzt. Der Rentner hofft, dass diese Freundschaft trotzdem noch lange währt und dass schon bald wieder eines der Kuverts von einer der Schwestern oder ihren Eltern eintrifft.  nie

Ein Mann hält ein Foto vor sich in die Kamera.
Dieses Foto hat Gerhard Reschke für die Mädchen ausgewählt. © -
Felder in einer Flusslandschaft. Im Hintergrund ist ein Bauernhof erkennbar.
In Neddernhude hat Gerhard Reschke vor 25 Jahren nahe dem Hof Cordes die Flaschenpost aus der Weser gefischt. © -
Das Ufer der Weser mit angrenzenden Zonen.
Flaschenpost Neddernhude.jpg © -

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