„20er-Jahre nach Corona gestalten“

Dörte Liebetruth und Tobias Koch kandidieren auf SPD-Liste zur Landtagswahl

Meistens mit dem roten Rucksack unterwegs: Dr. Dörte Liebetruth, die für den Wahlkreis Verden-Achim kandidiert. Daneben Tobias Koch, Kandidat für den Wahlkreis Rotenburg mit Ottersberg und Oyten.
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Meistens mit dem roten Rucksack unterwegs: Dr. Dörte Liebetruth, die für den Wahlkreis Verden-Achim kandidiert. Daneben Tobias Koch, Kandidat für den Wahlkreis Rotenburg mit Ottersberg und Oyten.

Zwei Wahlkreise, zwei Kandidaten: Mit Dr. Dörte Liebetruth für Achim/Verden und Tobias Koch für den Wahlkreis Rotenburg mit Oyten und Ottersberg geht die SPD im Landkreis Verden an den Start. Am 9. Oktober wird der neue niedersächsische Landtag gewählt.

Achim – Jetzt gelte es, „die 20er-Jahre nach Corona zu gestalten“, macht Dörte Liebetruth deutlich. Die 42-jährige Kirchlintlerin und der 37-jährige Tobias Koch aus Vahlde in der Samtgemeinde Fintel wollen dazu im neuen niedersächsischen Landtag ihren Beitrag leisten.

SPD-Landtagsmitglied Liebetruth tritt daher erneut als Kandidatin des Wahlkreises Verden/Achim an. Tobias Koch bewirbt sich als SPD-Mann für den Wahlkreis Rotenburg, zu dem neuerdings die Gemeinden Oyten und Ottersberg mit gehören. Nur knapp 700 Stimmen fehlten Koch bei der letzten Landtagswahl zum direkten Einzug ins niedersächsische Parlament.

Dörte Liebetruth zeigte sich im gemeinsamen Pressegespräch zuversichtlich, dass das neue Jahr insgesamt weniger von Corona geprägt sein werde. Die Bewältigung der Klimakrise durch Fördern von Innovationen in der Wirtschaft einschließlich neuer Start-Up-Firmen und „entschiedenere Schritte zur Mobilitätswende“ müssten daher in den Vordergrund rücken. „45 statt 50“ sei als Jahreszahl für rundum klimaneutrales Wirtschaften anzupeilen. Solardachpflicht für Neubauten zähle mit zu den erforderlichen Maßnahmen.

Das Thema Innere Sicherheit liege ihm schon berufsbedingt sehr am Herzen, machte Tobias Koch deutlich. Der gelernte Tischler qualifizierte sich über ein Fachstudium für den Polizeiberuf und wechselte nach einigen Jahren Streifendienst zur Kripo Rotenburg, wo er heute für die Bereiche Betrug, Landwirtschaft und Umwelt zuständig ist.

Seit 2006 sitzt er im Rat Vahlde und im Samtgemeinderat Fintel, ist auch Bürgermeister seiner Heimatgemeinde sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Darüber hinaus pflegt er seine Hobbys Fußball und Tennis und engagiert sich im Schützenverein und bei der Feuerwehr.

Bei der Polizei vervielfältigten sich anfallende Aufgaben weiter, während gleichzeitig eine Pensionswelle bevorstehe, weist Koch auf ein anstehendes Problem hin, das „abgefedert“ werden müsse.

Sich ausbreitende „Montagsspaziergänge“ erforderten verstärkt Polizeibegleitung, und Internetbetrüger trieben zunehmend „von zu Hause aus“ ihr Unwesen. Es sei heute gar nicht mehr nötig, sich für einen Überfall nach draußen zu wagen, fügt Koch mit Galgenhumor an.

In seiner Heimatregion spielten zudem Landwirtschaft im Wandel – Stichwort Massentierhaltung und deren Zukunft – eine erhebliche Rolle. Das Gleiche gelte für die erneuerbaren Energien. Konkret macht sich der Sozialdemokrat zudem für vom Arbeitgeber bereitgestellte Job-Bikes stark und legt selber die rund 20 Kilometer zur Arbeitsstelle per E-Bike zurück.

Dörte Liebetruth verweist als landtagserfahrene Politikerin naturgemäß darauf hin, „einiges geschafft zu haben“. Fördergelder zur Innenstadtgestaltung in Achim, Verden und im Thedinghauser Ortskern nennt sie ebenso wie das dortige Coworking-Space Angebot (zeitlich flexible Zusammenarbeit im gemeinsamen Büroraum) sowie die Landesförderung für den Radschnellweg Achim-Bremen, der später über Langwedel und Verden bis Dörverden führen soll. Beim Radwegelückenschluss an der Landesstraße 171 zwischen Kirchlinteln-Brunsbrock und Jeddingen auf Visselhöveder Seite hätten endlich die konkreten Planungen begonnen. Azubi- und Schülerticket, Aktionsprogramm für Kinder- und Jugendarbeit, Abschaffung der Kindergartengebühren sowie Einsatz für mehr Medizin-Studienplätze und für eine Landarztquote lauteten weitere Stichworte.

Von ihren SPD-Kreisverbänden sind Kandidatin und Kandidat einstimmig nominiert worden. Beide würden gleichermaßen eine künftige rot-gelb-grüne Koalition auch in Niedersachsen begrüßen, obwohl sie in ihrer Partei verschiedene Richtungen repräsentieren.

Einigkeit gibt es aber sogar in Sachen Cannabis-Freigabe. „Das erspart uns gerade bei Kleinstmengen viel Arbeit und Papierkram. Die Polizei kann sich so stärker auf wirkliche Problemfälle konzentrieren“, meint Tobias Koch als „Ordnungshüter“.

Gewählt wird der neue Landtag in Niedersachsen am 9. Oktober.

Von Heinrich Laue

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