AOK legt Gesundheitsbericht 2015 vor / Krankenstand im Landkreis erneut gestiegen

20,7 Tage arbeitsunfähig

Regionaldirektor Andre Kerber .

landkreis - Der Krankenstand ist im Landkreis Verden gestiegen. Der aktuelle Gesundheitsbericht der AOK Mittelweser weist für das Jahr 2015 eine Quote von 5,7 Prozent aus, im Schnitt war damit ein Beschäftigter 20,7 Kalendertage arbeitsunfähig. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Wert bei 5,5 Prozent.

Innerhalb Niedersachsens spreizt sich der Krankenstand von den Landkreisen Vechta und Wittmund mit jeweils 5,1 Prozent bis zum Landkreis Uelzen als Spitzenreiter mit 6,3 Prozent. Umgerechnet bedeutet dies, dass ein Arbeitnehmer aus Uelzen, verglichen mit einem Arbeitnehmer aus Vechta oder Wittmund, im Schnitt vier zusätzliche Tage krank war. Für den Bericht wurden die ärztlichen Krankschreibungen von 1,2 Millionen AOK-Versicherten Niedersachsen berücksichtigt und verglichen. Fehltage ohne Attest sind in der Auswertung nicht enthalten.

AOK-Regionaldirektor Andre Kerber sieht die Hauptursache für den erneuten Anstieg in einer Erkältungswelle, die im ersten Quartal 2015 ungewöhnlich stark ausgefallen sei. „Wobei es die Region Verden noch vergleichsweise mild getroffen hatte. In einigen Regionen von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen hatte die Erkältungswelle jeden vierten Arbeitnehmer so stark erwischt, dass er nicht zur Arbeit konnte“, weiß Kerber. Dennoch: In Niedersachsen liegt der Durchschnitt aller AOK-Mitglieder für 2015 bei 5,6 Prozent Krankenstand (20,4 Tage), auf Bundesebene bei 5,3 Prozent (19,3 Tage).

„Um regionale Unterschiede zu erklären, muss man zunächst auf den Branchenmix eines Landkreises oder einer Stadt schauen. Am Beispiel einzelner Berufsgruppen wird dies deutlich: Während ein Beschäftigter in der Ver- und Entsorgung im Schnitt 35,3 Tage krankgeschrieben war, sind Angestellte in der Hochschullehre und -forschung durchschnittlich nur 4,2 Tage im Jahr mit einem Attest des Arztes zu Hause geblieben“, erläutert Andre Kerber.

Aber auch die Demografie der Bevölkerung hat Einfluss auf den Krankenstand – mit zunehmendem Alter steigt die Krankheitsbilanz. „Was jedoch nicht bedeutet, dass ältere Menschen grundsätzlich kränker sind. Vielmehr nehmen bei den älteren Beschäftigten die Langzeiterkrankungen zu, was dann Einfluss auf die statistischen Werte nimmt“, so der Regionaldirektor.

Als Langzeiterkrankung gilt eine Dauer von mehr als sechs Wochen. Die Langzeit-Kranken nehmen eine besondere Rolle in der Statistik ein: Bei der Anzahl machen sie nur 4,1 Prozent der Fälle aus – v erursachen aber annähernd die Hälfte aller Fehltage, konkret 43,6 Prozent.

Arbeitgeber, die im Betrieb einen hohen Krankenstand oder ein hohes Durchschnittsalter in der Belegschaft haben, können von der AOK gezielt Unterstützung bekommen. Kerber: „Denn ein funktionierendes, betriebliches Gesundheitsmanagement kann die Gesundheit der Beschäftigten dauerhaft verbessern und damit Ausfallzeiten vermeiden.“

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