16 Menschen positiv getestet

Schwerer Rückschlag bei den Coronavirus-Infektionen im Landkreis Verden

Sieht nach unbeschwertem Urlaub aus: Die belebte Strandpromenade im kroatischen Zadar. Acht Menschen aus dem Kreis Verden kehrten mit einer Corona-Infektion von der Reise an die Adria zurück.
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Sieht nach unbeschwertem Urlaub aus: Die belebte Strandpromenade im kroatischen Zadar. Acht Menschen aus dem Kreis Verden kehrten mit einer Corona-Infektion von der Reise an die Adria zurück.

Schwerer Rückschlag bei den Corona-Infektionen im Landkreis Verden. 16 Menschen wurden über das Wochenende vom Gesundheitsamt als positiv bestätigt. Besonders betroffen Reiserückkehrer aus Kroatien, Bulgarien und dem Kosovo. Das ganze Ausmaß ist noch unklar. „Wir verfolgen die Infektionsketten“, sagt Amtsärztin Jutta Dreyer, „allein am Montag hat unser Team mehr als 20 Personen getestet.“

Verden/Achim – Es sollte ein schöner Strandurlaub werden, Kroatien gilt ja nicht als Risikogebiet, die großen Massenaufläufe wie Dubrovnik oder Split haben sie möglichst gemieden. Und auch die Rückfahrt im Bus vergangenen Mittwoch verlief noch unspektakulär. Aber dann kam das dicke Ende. „Donnerstag erhielten wir einen ersten Anruf“, sagt Dreyer, „wir haben einen Test veranlasst.“ Freitag dann die nächsten Anrufe. Und plötzlich war nichts mehr wie es war. Am Sonnabend verfolgte der gesamte Corona-Stab des Gesundheitsamtes mit einem Dutzend Mitarbeiter die Infektionsketten, am Sonntag telefonierten drei Mitarbeiter restliche Kontaktpersonen ab und am gestrigen Montag ging es im Gesundheitsamt erneut zu wie im Taubenschlag. Und längst ging es nicht mehr nur um die Urlaubsregionen an der Adria.

Das bisherige Ergebnis: Acht Personen aus dem Landkreis haben sich auf einer Gruppenreise nach Kroatien mit dem Covid-19-Virus infiziert, drei weitere auf einer gemeinsamen Urlaubsreise in Bulgarien. Eine nächste war nach der Rückkehr von einem Familienbesuch im Kosovo positiv getestet worden. Darüber hinaus stehen vier weitere Coronafälle im Zusammenhang mit Arbeitsstätten in einem Unternehmen im Nordkreis und in einer Bremer Einrichtung.

Die Suche nach Infektionsketten und nach weiteren Kontakten der Reiserückkehrer gestaltet sich zunehmend schwieriger. Auch, weil den Betroffenen einiges abverlangt werde. „Sie erhalten irgendwann einen Anruf, müssen den Schock eines Positiv-Tests verkraften, und sollen dann möglichst rasch auch noch sämtliche Kontaktpersonen benennen“, sagt Dreyer, „das überfordert viele“.

Und so ähnelten sich die Abläufe. „Familienangehörige werden relativ rasch benannt, aber dann kommt vielleicht noch der Freundeskreis hinzu, dem man die Urlaubsfotos auf dem Handy gezeigt hat, oder der Nachbar, oder sonstwie jemand aus dem näheren oder weiteren Umfeld.“ Kein Wunder also, dass sich Infizierte auch gestern noch, und damit drei bis vier Tage nach den ersten Symptomen, mit weiteren Informationen im Gesundheitsamt meldeten. „Das Aufspüren der Infektionskette“, so Dreyer, „beginnt dann von Neuem.“ Und die Zahl der unter Quarantäne gestellten Menschen wächst zusehends. Gleichzeitig sei der Reiseveranstalter informiert worden, es ergingen Informationen an die Betreiber der Unterkünfte. Eine nächste Nachverfolgungswelle war damit ausgelöst.

Nicht weniger schwierig die Suche nach Kontaktpersonen in dem Unternehmen aus dem Nordkreis und der Bremer Einrichtung. „Da werden private genauso wie berufliche Zusammentreffen abgeklopft“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes. Immerhin habe man einigermaßen Klarheit gewonnen, dass es sich nicht um Urlaubsrückkehrer oder Dienstreisende handele. „Die Infektionen haben nach aktuellem Stand vor Ort stattgefunden.“

Einschließlich der 16 Fälle vom Wochenende und bis gestern Vormittag sind jetzt 286 Personen im Landkreis Verden nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet.

Einschließlich der 16 Fälle vom Wochenende und bis gestern Vormittag sind jetzt 286 Personen im Landkreis Verden nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet. Bei den Neuerkrankten handelt es sich um zwei Frauen und 14 Männer, acht Personen leben im Nordkreis, acht im Südkreis. Inzwischen sind 245 Personen, und damit vier mehr als am Freitag, aus der häuslichen Quarantäne als genesen entlassen. Es befinden sich derzeit weiterhin drei Personen in stationärer Behandlung. Acht Menschen sind verstorben.

Landrat Peter Bohlmann mahnt auch angesichts der vielen Neufälle zur Vorsicht: „Im Landkreis Verden spiegelt sich leider der bundesweite Trend im Coronavirus-Infektionsgeschehen wider, vor dem auch das Robert- Koch-Institut in Berlin seit Tagen warnt.“ Das RKI hatte zuletzt von einem besorgniserregenden Anstieg der Neuinfektionen in Deutschland gesprochen und vor einem flächendeckenden Corona-Ausbruch gewarnt. „Auch im Landkreis Verden beobachten wir viele kleine Ausbruchsherde in der Fläche. Die Menschen wünschen sich Normalität, aber wir haben noch Corona. Das dürfen wir nicht vergessen“, so Bohlmann. Er bitte daher eindringlich, sich auch weiterhin an die Mindestabstände, an Hygieneregeln und an das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu halten, wo diese angebracht ist. „Sonst stehen wir am Ende der Sommerferien wieder am Anfang unserer Bemühungen, das Virus einzudämmen.“

Von Heinrich Kracke

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