Verbindungen der norddeutschen Künstlerorte / Sommerausstellung in Buthmanns Hof ab 20. Juni

Zum Ursprung und in die Zukunft

„Rast auf der Düne“ von Ernst Bischof-Culm ist eine Leihgabe des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg.

Fischerhude - (kr) · „Wo wir als Kunstschaffende im norddeutschen Raum stehen, das wissen wir. Wo unsere Ursprünge sind, welche Hypotheken unserer Vorgänger wir zu tragen haben, wissen wir auch. Aber wohin gehen wir? Was bringt uns die Zukunft? Können wir an die bisherigen Erfolge anknüpfen und wo liegen unsere tatsächlichen Ziele?“ Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Fischerhuder Kunsthistorikerin, Malerin und Macherin Petra Hempel vom Fischerhuder Kunstverein in Buthmanns Hof.

Grund genug für den Verein, sich im Rahmen der Sommerausstellung mit künstlerischer Vergangenheit und Zukunft zu beschäftigen. Vom 20. Juni bis zum 29. August werden zahlreiche Bilder gezeigt, darunter Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen.

Begab man sich mit Werken aus 16 norddeutschen Künstlerorten im vergangenen Jahr auf die Suche nach dem „Ursprung“, so geht es in 2010 um die Wege, die Kunstschaffende in Fischerhude zusammenführen.

Der Weg der Künstlerorte-Entwicklung zog zahlreiche Interessierte an. Viele Fragen fanden eine Erklärung. Über den Weg des Impressionismus führte der Weg heraus aus den Ateliers in die freie Natur. Die Entwicklung der Fotografie machte es möglich, realistische Bilddokumente festzuhalten. Die Motive der Künstler jedoch enthielten mehr. Inhalte, die im Sucher der Kamera nicht zu finden waren und bis heute nicht zu finden sind.

In den Künstlerorten von Ahrenshoop bis Dangast, von Hiddensee bis Worpswede und Fischerhude fanden sich Gleichgesinnte zusammen und setzten sich nicht nur mit neuen künstlerischen Richtlinien auseinander, sie stellten sich auch den Fragen ihrer Zeit. Sie fanden neue Lebensformen in der Malerei, der Musik, Bildhauerei und Literatur und formulierten Wege, von denen Kunstschaffende noch heute profitieren. Lebenswege trafen und verknüpften sich, was in Biografien nachzulesen ist.

„Betrachtet man Bilder wie ‚Rast auf der Düne‘ von Ernst Bischof-Culm, das Werk ‚Der Reigen‘ von Ottilie Reyländer und „Horizonte“ von Klaus Lubert, so lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen“, erklärt Petra Hempel. Gerne erläutert sie Kunstfreunden Bildinhalte. Ihre Führungen durch die Ausstellungen des Kunstvereins sind stets gut besucht weil sie es versteht, für Beweggründe der Maler zu interessieren.

Ähnlichkeiten in der Darstellungsweise zeigen den Zeitgeist auf. Viele Maler verstanden sich als Suchende. Wer ihre Bilder heute sieht, erkennt, dass sie längst gefunden hatten, wonach ihr Herz begehrte.

Der gelungene Mix von Werken von Künstlern, die zwar einer Bewegung angehörten, sich teilweise nicht, oder nur flüchtig kannten, mutet an wie ein Spaziergang durch die Vergangenheit. Landschaften am Wasser, Impressionen aus dem Moor und viele Studien von Menschen in alltäglichen Lebenssituationen ergeben ein großes Ganzes, das lohnt, die Ausstellung zu besuchen.

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