„Ende des politischen Lebens“: Würdigung für 23 Jahre Arbeit in der SPD-Fraktion / Friedel Koch rückt nach

„Urgestein“ Joachim Stünker verlässt den Kreistag

Kreistagsvorsitzender Helmut Prossner und Landrat Peter Bohlmann bedankten sich bei Joachim Stünker (v. l.) für über 23 Jahre engagierte Arbeit im Kreistag.

Verden - (kle) · „40 Jahre politisches Engagement gehen heute zuende“, stellte Landrat Peter Bohlmann in seiner Würdigung für Joachim Stünker fest. Der Abgeordnete verließ gestern nach über 23 Jahren seinen Platz in der SPD-Fraktion des Kreistages. Es war sein letztes politisches Mandat, dass der ehemalige Bundestagsabgeordnete damit abgab. Als Nachrücker wurde der Armsener Friedrich Koch verpflichtet.

Seit 1986 hatte der ehemalige Langwedeler Bürgermeister Joachim Stünker dem Kreistag angehört. „Ein Urgestein und eine Demokrat durch und durch“, formulierte Bohlmann. Für den Landkreis sei aber nicht nur die engagierte Kreistagsarbeit Stünkers wertvoll gewesen, sondern auch die enge Zusammenarbeit mit ihm als Mandatsträger im Bundestag. Das habe sich nicht nur bei Verhandlungen für die Bahnüberführung in Dörverden, für die Mittel aus dem Konjunkturprogramm und die Anerkennung des Landkreises als Optionskommune für die Betreuung Langzeitarbeitsloser gezeigt. Als persönlichen Erfolg Stünkers bewertete Bohlmann das Bundesgesetz zur Patientenverfügung, das im wesentlichen die Handschrift des Langwedeler Juristen trage. „Da hast du etwas bleibendes geschafft.“

Der scheidende Abgeordnete selber erinnerte daran, dass es Mitte der 80er Jahre die Wahlniederlage von Schwarz-gelb im Landkreis Verden gewesen sei, durch die er als 38-jähriger in den Kreistag und da in die rotgrüne Mehrheit gekommen war. Jetzt habe der schwarzgelbe Wahlsieg bei der Bundestagswahl das Ende seiner persönlichen politischen Laufbahn besiegelt. Noch am Wahlabend habe er den Entschluss gefasst, dass damit ein Ende mit dem politischen Leben sein sollte.

Seit März habe er seinen Schreibtisch wieder im Landgericht als Vorsitzender Richter einer Strafkammer. Als 62-Jähriger habe er noch nicht in den vorgezogenen Ruhestand gehen wollen, obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte. „Ich habe damals mit Überzeugung für die Rente ab 67 gestimmt“, erklärte Stünker.

Der Auftritt im Kreistag war für den frisch gebackenen Expolitiker also nur eine Stippvisite. Und als er dazu am Landkreisgelände eingetroffen sei, so bekannte er, habe er sich über den Anblick des Kreissitzes gefreut. „Das war eine richtige und gute Entscheidung damals“, war Stünker sicher. Der Landkreis stehe jetzt gut da, auch angesichts der allgemeinen Lage in der Welt: „Das ist die größte Krise seit den 1920er Jahren.“

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